Hardheim

Aufführung in Erftal Die Badische Labdesbühne präsentiert „Die Glasmenagerie“ von Tennessee Williams

Hoffnungen, Träume und bittere Realität

Hardheim.Die Badische Landesbühne zeigt am Donnerstag, 16. Mai, zeigt um 19.30 Uhr in der Erftalhalle in Hardheim „Die Glasmenagerie“.

In dem Stück, das Tennessee Williams in den 1940er Jahren geschrieben hat, geht es um eine Familie, die in Hassliebe aneinander gekettet ist. Es geht um Realitätsflucht, um Illusionen und zerplatzte Träume. Katharina Schmidt inszeniert das zarte psychologische Kammerspiel derzeit an der Badischen Landesbühne.

Das Stück, das stark autobiographisch geprägt ist, spielt in den 1930er Jahren in St. Louis, Missouri. Die Große Depression entlarvt den American Dream gerade endgültig als pure Illusion. Amanda Wingfield lebt mit ihren erwachsenen Kindern Laura und Tom in einer explosiven Dreierbeziehung in ärmlichen Verhältnissen. Tom arbeitet widerwillig in einer Schuhfabrik und versucht, die Familie finanziell über Wasser zu halten. Der Vater hat sie schon vor langem verlassen. Der Tristesse des Alltags und der prekären finanziellen Situation entflieht jeder auf seine eigene traumwandlerische Weise: Amanda klammert sich an vergangene Zeiten, an ihre Jugend als Ballkönigin in den Südstaaten, sorgt sich aber zugleich um die Zukunft ihrer Kinder.

Tom verbringt jede freie Minute im Kino, schreibt heimlich Gedichte und träumt von einer Karriere als Schriftsteller. Laura hat ein zartes, introvertiertes Wesen. Dem Leistungsdruck der Wirtschaftsschule, die sie besuchen soll, hält sie nicht stand. Lieber kümmert sie sich um ihre Sammlung von zerbrechlichen Glastieren und hört alte Schallplatten. Für sie sucht Amanda einen gut situierten Ehemann.

Mit Jim, einem Arbeitskollegen von Tom, erscheint bei den Wingfields eines Abends nicht nur ein geeigneter Kandidat, sondern für alle auch die Projektionsfläche ihrer Sehnsüchte. Ein Eklat ist vorprogrammiert.

„Natürlich ist das Stück bis zu einem gewissen Grad in seiner Zeit verhaftet, dennoch erzählt es eine zeitlose Geschichte. Eine Geschichte über die existentielle Einsamkeit des Menschen und den Wunsch nach Selbstverwirklichung und persönlicher Freiheit“, so Regisseurin Schmidt.

Die Glasmenagerie ist ein atmosphärisches Spiel der Erinnerungen. Es wirken mit: Cornelia Heilmann, Sina Weiß, Martin Behlert und Tobias Karn; Ausstattung: Ivonne Theodora Storm; Musik: Florian Rynkowski