Hardheim

FN-Gespräch mit Subsidiar Hans Scheuermann Seit 40 Jahren Priester / „Nach der Pensionierung habe ich mehr Zeit für die Seelsorge“ / Lange in Höpfingen tätig

„Ich bereue nicht, dass ich Pfarrer wurde“

Archivartikel

Pfarrer Hans Scheuermann arbeitet seit 40 Jahren segensreich im Weinberg des Herrn. Anlässlich seines Priesterjubiläums sprachen die FN mit dem Geistlichen.

Höpfingen/Erfeld. Als Mann der leisen Töne und Macher im Hintergrund lässt sich Pfarrer Hans Scheuermann charakterisieren: Sowohl in Höpfingen als auch in der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen setzte er in seiner 13-jährigen Amtszeit zahlreiche Akzente, ohne sich und sein Tun in den Vordergrund zu spielen.

Nachdem er bereits zum 1. Oktober 2017 offiziell in Pension ging und im Erfelder Pfarrhaus sein neues Quartier bezog, wird sein 40-Jahr- Priesterjubiläum mit einem Festgottesdienst und Empfang am morgigen Sonntag in Höpfingen gefeiert.

Zu diesem Anlass gewährte der 66-jährige, in Rittersbach aufgewachsene Geistliche den Fränkischen Nachrichten in einem Interview Einblicke in sein segensreiches Wirken.

Herr Pfarrer Scheuermann, mit welchen Gefühlen kamen Sie damals nach Höpfingen?

Pfarrer Hans Scheuermann: Es war eigentlich ganz locker. Ich wurde mit großer Offenheit empfangen und hatte schnell den Eindruck, am richtigen Platz zu sein. Sicher hatte ich anfangs ein gewisses Heimweh nach meiner vorigen Pfarrstelle in Pfaffenweiler, wo ich seit 1991 wirkte. Doch habe ich mich immer wohlgefühlt. Mit ein Grund für Höpfingen war für mich als Schönstattpfarrer damals das Schönstattzentrum Mariengart, in dem ich wegen der noch nicht beendeten Pfarrhaussanierung die ersten zwei Monate lebte.

Hat sich die Kirche in den vergangenen Jahrzehnten verändert?

Scheuermann: Deutlich, ja! Das merkt man nicht nur daran, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher rückläufig wurde, sondern auch im Bereich der Jugendarbeit. Nur ein Beispiel: Als ich 2004 nach Höpfingen kam, gab es beispielsweise auch die Pfadfinder noch.

Gab es in Ihrer Wirkungszeit in Höpfingen besonders prägende Erlebnisse, an die Sie sich auch in Jahren noch zurückerinnern werden?

Scheuermann: Weil es viel Schönes gab, kann ich spontan keine echten Höhepunkte benennen. Das fällt mir sehr schwer, da es immer wieder eindrucksvolle Begebenheiten gibt. Bleibende Eindrücke hinterließ sicherlich die 100-Jahr-Feier der Höpfinger Pfarrkirche St. Ägidius mit großem Jubiläums-Pfarrfest. Und auch, dass ich im September 2004 – bereits vor meiner eigentlichen Ankunft in Höpfingen – das Patrozinium zelebrierte, bleibt in Erinnerung. Vieles aber wiederholte sich: Firmungen, Erstkommunionen oder die Besuche der Fulda-Wallfahrer erlebte ich immer auf ein Neues als bereichernd. Sicher ist aber auch, dass Begegnungen mit lieben Menschen aller Altersklassen prägende Erinnerungen bleiben.

Welche Gefühle begleiten Ihren Weg in die Pensionierung und Ihr 40-Jahr-Priesterjubiläum?

Scheuermann: Auch im Rückblick ist für mich mein Entschluss, Pfarrer zu werden, noch immer richtig. Durch die Pensionierung aber bekam ich trotzdem neue Freude: Ich bin freier in meinen Entscheidungen. Zahlreiche Belastungen entfielen. Nun kann ich mich tiefer der unmittelbaren Seelsorge widmen und das mit ganzem Herzen. Auch für Hobbys habe ich nun mehr Zeit.

Apropos Hobbys: Welchen Hobbys gehen Sie gerne nach?

Scheuermann: Ich liebe das Wandern sowohl in der Region als auch in den Bergen, in denen ich meine Urlaube seit jeher gern verbringe.

Werden Sie noch weiter in der Seelsorgeeinheit wirken?

Scheuermann: Solange Gott mir die Kraft dafür gibt, werde ich auch als Subsidiar (Pensionär mit besonderem Seelsorgeauftrag, Anm. d. Red.) innerhalb der ganzen Seelsorgeeinheit weiterhin Gottesdienste übernehmen. Darüber hinaus habe ich mich ganz bewusst dafür entschieden, auch in Zukunft Beichtgespräche zu führen oder die geistliche Begleitung diverser Aufgabenfelder zu übernehmen.

Gibt es sonst noch etwas, das Sie loswerden möchten?

Scheuermann: Ich bin vor allem für zahlreiche Beziehungen – auch aus meinen früheren Pfarreien Boxberg und Pfaffenweiler dankbar. Weil ich in der Seelsorgeeinheit bleibe, wird es mir glücklicherweise ein Leichtes sein, die bestehenden Kontakte in und um Höpfingen weiterhin zu pflegen. Einen Dank möchte ich auch allen ‚stillen Betern’ entbieten, die mich in meinem Wirken und Tun über all die Jahre begleiteten!