Hardheim

Technischer Ausschuss Gebrauchtwagenhandel in Bretzingen darf seine Hoffläche für den An- und Verkauf von Pkw nutzen / Parkplätze an der Friedhofsmauer im „Ried“ werden umgestaltet

Innerhalb des bebauten Ortskerns wird zusätzlicher Wohnraum geschaffen

Archivartikel

Hardheim.Die letzte TA-Sitzung in der bisherigen Zusammensetzung nutzte Bürgermeister Rohm, um den Gemeinderäten für fünf Jahre gemeinsamer Arbeit zu danken. Das Gremium habe sich in dieser Zeit mit einer Vielzahl an Bauanträgen befasst. Die Entscheidungen seien fast durchgängig mit großen Mehrheiten getroffen werden, auch wenn es durchaus kontroverse Diskussionen gegeben habe, so der Rathauschef.

Mit der Umnutzung der Freifläche in der Erftalstraße 10 in Bretzingen zu einer Abstellfläche für An- und Verkauf von (maximal zehn) Pkw hatten sich sowohl der Ortschaftsrat als auch der Technische Ausschuss schon einmal beschäftigt.

Der Ortschaftsrat votierte einstimmig gegen das Vorhaben, wie auch Ortsvorsteher Kaspar Wolf am Montag nochmals bekräftigte – unter anderem aufgrund der Lage in einem gefährlichen Kurvenbereich des stark befahrenen Autobahnzubringers L 514 und aufgrund der Nachbarschaft zum örtlichen Kindergarten.

Der Technische Ausschuss wollte erst einmal die Stellungnahmen der Fachbehörden abwarten. Diese liegen inzwischen vor: Das Regierungspräsidium sowie das Landratsamt (Umweltamt und Gewerbeaufsicht) haben keine Bedenken vorgebracht. Die geforderten beiden Kundenparkplätze habe der Antragsteller inzwischen ausgewiesen, erklärte Bernhard Popp vom Bauamt. Darüber hinaus habe er erklärt, dass keine großen Autotransporter Fahrzeuge anliefern würden, wie dies etwa bei den Autohäusern der Fall sei.

Wenn die Gemeinde ihr Einvernehmen verweigere, könne es trotzdem passieren, dass die Baurechtsbehörde dem Vorhaben zustimmt, informierte Bürgermeister Rohm. Er wies auch nochmals nachdrücklich auf die gängige Praxis hin, dass sich das beschließende Gremium, in diesem Fall der TA üblicherweise , dem Votum des Ortschaftsrates anschließt.

Aufgrund der Stellungnahmen der Fachbehörden fiel es allerdings einigen Gemeinderäten schwer, „ihr Einvernehmen zu versagen, wenn jemand ein Gebäude erwirbt und sich dort beruflich entwickeln will“, wie Siggi Horn es formulierte. „Man sollte zustimmen, wenn schon die Behörden keine Einwände haben“, schloss sich Michael Messerer dem an. Letztlich sprach sich der Ausschuss mit vier Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen gegen die Empfehlungen der Verwaltung und des Ortschaftsrates und billigte die geplante Nutzungsänderung für den Gebrauchtwagenhandel.

Bodenneuordnung im „Ried“

In direktem Anschluss an die provisorisch angelegte Parkfläche am Hardheimer Friedhof in der Riedstraße möchte der Eigentümer im hinteren Bereich einen neuen Carport mit Zufahrt vom öffentlichen Parkplatz errichten und seine Wohnfläche erweitern. Dazu soll die bestehende Scheune zu Wohnraum umgebaut werden. Zur Realisierung sind sowohl eine Neuordnung der Grundstücke als auch die Ausgestaltung des Parkplatzes und dessen Ausweisung als öffentliche Fläche erforderlich.

„Die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum innerhalb des bebauten Ortskerns ist zu begrüßen“, meinte Bernhard Popp, der das Baugesuch vorstellte. „Und sie entspricht der Zielsetzung der Sanierung.“

Der Technische Ausschuss beschloss, dass die Parkplätze nicht, wie in einer ersten Planung vorgesehen, schräg am Wohnhaus entlang angeordnet werden, sondern an der Friedhofsmauer in Parallelstellung zur Riedstraße. Eine Ein- und Ausfahrt auf die Wegfläche wäre dadurch problemlos möglich, hieß es. Es sollen insgesamt sieben Stellflächen mit einer Breite von 2,80 Meter, und ein Behindertenparkplatz entstehen.

Die Verwaltung wurde ermächtigt, die erforderliche Abmessung in Absprache mit dem Bauherrn, dem Sanierungsträger, der Baurechtsbehörde und der Gemeinde in Auftrag zu geben. i.E.