Hardheim

Stiftungsfest der Kolpingsfamilie Hardheim Peter Biller hat Theaterstück auf historischer Grundlage geschrieben / Tombola und Jahresrückblick

„Josefskapellen-Spektakulum“ der Höhepunkt

Hardheim.Trotz runder Zahl kein Jubiläum, aber allemal ein gemütlicher wie unterhaltsamer Abend war am Samstag das 130. Stiftungsfest der Kolpingsfamilie Hardheim, dem ein von Diakon Franz Greulich geleitete Wortgottesdienst in der Pfarrkirche St. Alban voraus ging.

Im Pfarrheim begrüßte Vorsitzender Alexandre Ost die zahlreichen Besucher nebst den Gästen aus den befreundeten Kolpingsfamilien Tauberbischofsheim und Erfeld. Schriftführer Adrian Brosch erinnerte an die von der Kreuzwegandacht an der Josefskapelle über die Einstimmung in den Karfreitag bis hin zur Beteiligung am Ferienprogramm reichenden „Events“ des zurückliegenden Jahres. Flagge zeigte die Kolpingsfamilie zudem bei den Fastnachtszügen in Hardheim und Schweinberg sowie am Josefs- und Weihnachtsmarkt. Dank galt hier der Kolpingsfamilie Erfeld für die gute Zusammenarbeit, die sich unter anderem im gemeinsam gefeierten Kolping-Gedenktag äußerte.

Seitens des Pfarrgemeinderats lobte Marianne Berberich den einstigen Gesellenverein für sein rühriges Engagement zum Wohl der Seelsorgeeinheit: „Die Kolpingsfamilie bringt sich stark mit ein“, hielt sie fest.

Ausführliche Informationen über die Einnahmen und Ausgaben erteilte sodann Kassier Martin Wildermuth, der gleichsam an die Unterstützung des zuletzt im Juli 2018 zu Besuch in Hardheim weilenden Pater Paul Kapochina aus Ghana erinnerte.

Für stimmungsvolle, gefühlsbetonte und vielleicht auch nachdenkliche Momente sorgten schließlich die Vorstandsmitglieder Rudi Gärtner, Martin Wildermuth und Adrian Brosch mit weihnachtlichen, teils selbst verfassten Anekdoten, Kurzgeschichten und Gedichten. Besonders brillierte Rudi Gärtner mit seinen im Dialekt gehaltenen Vorträgen „Nostalgisch Horde“ nach Ludwig Wilhelm Leiblein und „Unser Horde“, mit denen er vor allem den gesetzteren Besuchern Erinnerungen an die Kindheit und Jugendzeit weckte. Für die passende musikalische Umrahmung am Piano sorgte in bewährter Weise Friedhelm Bräuer.

Nach einer kurzen Pause wurde das Publikum mit ungewohnten Klängen konfrontiert: War das etwa eine Drehorgel? Und ob. Thomas Ost stimmte als junger „Leierkasten-Mann“ die Besucher auf „alte Zeiten“ ein und schlug die Brücke zum „Josefskapellen-Spektakulum“. Im Auftrag der Kolpingsfamilie hatte Peter Biller als Kolpingbruder und Historiker mit abgeschlossenem Geschichtsstudium vor geraumer Zeit das Theaterstück „Weihe der Josefskapelle anno 1718“ verfasst, mit dem er nach alten Schriften die Weihe der kleinen Kapelle zwischen Hardheim und Höpfingen ausformulierte. Dieser äußerst schwungvollen „Geschichtsstunde“ verliehen die Darsteller Walter Bechtold (Zimmermann), Adrian Brosch (Mesner), Norbert Englert (Amtsschreiber), Leo Mayerhöfer (Pfarrer), Hans Molzer (Bürgermeister), Pfarrer Andreas Rapp (Abt), Daniel Roßmann (Wirt) sowie Christina Wildermuth (Bauersfrau) den rechten Pfiff . Die flotten Textinterpretationen mit auf Hardheim gemünzten Einwürfen sorgten für reichen Beifall und zeigten, wie die Weihe der Josefskapelle vor nunmehr 301 Jahren in etwa ausgesehen haben könnte. Einen optischen Glanzpunkt setzte zudem das von Ortrud Biller angefertigte Gemälde der Josefskapelle.

In seinem Schlusswort dankte Pfarrer Andreas Rapp als Präses der Kolpingsfamilie für die zahlreichen Programmpunkte und die rege Präsenz im weltlichen wie kirchlichen Leben in der Erftalgemeinde. Dabei brachte er die frühere Bezeichnung „Gesellenverein“ mit dem heutigen Stellenwert von Adolph Kolpings Antwort auf die Soziale Frage in Verbindung: „Die Kolpingsfamilie versteht sich nicht nur in Hardheim als Stätte von Geselligkeit, Freude und Freundschaft“, hob der Geistliche hervor und läutete nach der Ausgabe der Tombola-Gewinne das gemütliche Beisammensein ein. ad