Hardheim

Krankenhaus Hardheim Tage des Anbetungswinkels sind gezählt / Ähnliche Anlage steht am Haus „Bethanien“ in Gengenbach

Lourdes-Grotte wurde auf Wunsch der Schwestern angelegt

Archivartikel

Hardheim.Mitte März berichteten die FN, dass die Lourdes-Grotte am Hardheimer Krankenhaus dem Nottreppen-Anbau ersatzlos zum Opfer fallen wird. Da über die Grotte wenig bekannt ist, waren die FN-Leser aufgerufen, sich zu melden, falls sie Näheres wissen. Die Resonanz war nicht allzu groß, aber einige sachdienliche Hinweise gingen ein.

Die Grotte ist seit ungefähr den 70er Jahren Bestandteil des Krankenhausareals. Sie ist den meisten Hardheimern – vor allem den jüngeren Einwohnern – gar nicht bekannt, da sie – abseits von einer Straße – zwischen dem Refektorium und dem „Äckerleinsgraben“ steht. In den letzten Jahren hat sich niemand für die Anlage zuständig gefühlt.

Sie wurde vor Jahrzehnten von Kurt Baumann errichtet. Und zwar auf Wunsch der Ordensschwestern, die im Hardheimer Krankenhaus früher tätig waren. Es waren Franziskanerinnen vom göttlichen Herzen Jesu, die die Lourdes-Muttergottes besonders verehren. Im Wohn- und Pflegeheim „Haus Bethanien“ des Ordens in Gengenbach, wo sich auch das Mutterhaus befindet, steht eine ähnliche, allerdings größere Lourdes-Grotte.

Die Hardheimer Anlage ist so ausgerichtet, dass die Schwestern sie von ihrem Refektorium im Kellergeschoss des Krankenhauses aus sehen und von dort aus in direktem Blickkontakt mit der „Muttergottes“ beten konnten.

Im Hardheimer Krankenhaus arbeiten längst keine Ordensschwestern mehr und die Tage der Lourdes-Grotte sind nun gezählt. Krankenhausverwalter Ludwig Schön ist überzeugt, dass man die Grotte nicht anheben und versetzen kann. „Sie ist in den Hang hinein gebaut und es ist zu vermuten, dass sie auseinanderbrechen wird.“ Außerdem ist kein geeigneter neuer Standort in Sicht.

Figur und Grotte an sich sind nicht künstlerisch wertvoll und von der Witterung stark mitgenommen. Die Marienfigur soll daher in der nächsten Zeit in die Sakristei kommen. Angesichts ihres schlechten Zustandes ist es laut Ludwig Schön fraglich, ob sie – wie zunächst geplant – in der Krankenhauskapelle aufgestellt werden kann.