Hardheim

Schweinberger Prunksitzung Tolle Tänze und Büttenreden des Narrenexpress’ kamen bei den Besuchern gut an

„Lustige Vögel“ zogen alle närrischen Register

Archivartikel

Alle Register der Faschenacht zogen die Akteure der FG „Lustige Vögel“ Schweinberg und ihre Freunde sowie das frenetisch jubelnde Publikum bei den gelungenen Prunksitzungen.

Schweinberg. Mit dem Programm in der an zwei Tagen ausverkauften Turnhalle wurde von wieselflinken Gardetänzen über zünftig-hintersinnige Büttenreden bis hin zu herb-herzlichen Ortsglossen ganz großes „Fünfte-Jahreszeit-Kino“ geboten.

Schon die Begrüßung durch Joachim „Jogi“ Michel ließ erahnen, wohin die Reise gehen würde: „Ihr seid heut’ zahlreich do, des macht uns Vögel froh“, begrüßte er das närrische Auditorium. Nach einem Schunkler des mit Dirigent Luk Murphy durch das Programm führenden Musikverein Schweinberg („Luk und seine Rasselbande“) würzte Präsident Christian Elbert seinen Salve mit Anekdoten über die Eigenheiten Jungvermählter, ehe das aus „Prinzessin Irina I., die Hüterin der Schöfli“ (Henn) und „Prinz Andreas III., der Schöfer unner ihre Schöfli“ (Michel) bestehende Prinzenpaar sich mit der kross gereimten Prinzenrede die Ehre gab.

Kaum verklang das im Chor angestimmte Vögellied, sprach Präsident Alexander Difloé (FG „Külsemer Brunneputzer“) ein Grußwort seitens der aus Tauberbischofsheim, Königheim, Oberlauda, Külsheim, Altheim, Waldstetten, Glashofen, Walldürn, Hettingen, Höpfingen und Hettigenbeuern angereisten Gastabordnungen des Narrenrings Main-Neckar.

Rasant und mit dreifach-donnerndem „Vögel Helau“ nahm der „Narrenexpress“ Fahrt auf, und zwar mit dem Schautanz „Hollywood“ der von Melanie und Danny Gehrig trainierten Schwomer Minigarde, die mit einfallsreichen Kostümen an Filmklassiker wie „Men In Black“ und „GoldenEye“ erinnerte. Umjubelt verließen die kleinen Superstars jene Bühne, die nun „Sicherheitsinspektor“ Wolfgang König (FGH 70 „Höpfemer Schnapsbrenner“) kontrollierte.

Der Wortakrobat brachte die Turnhalle zum Kochen, indem er mit Ortschaftsrat Jörg Schwab Fluchtwege absprach und an Irrungen und Wirrungen der deutschen Sprache, die beste Ehefrau von allen sowie die Untaten des Volkswagenwerks erinnerte: Wer weiß, vielleicht flimmert bald der Film „Schneewittchen und der böse Golf“ über die Leinwände! Freunde klassischer Gardetänze kamen bei der Präsidentengarde des KKK (Karneval-Klub Königheim) auf ihre Kosten, während die drolligen „Klopapierrollentester“ Andreas Poser und Andreas Leiblein mit viel Wortwitz die Lachmuskeln strapazierten.

Von July Seyfried und Silvia Schwinn wird die neue LuVö-Schülergarde trainiert, die zu feinsten Eurodance-Hymnen über die Bühne wirbelte, das hatte Zunder! Als Garanten für beste Unterhaltung erwiesen sich dank frecher Sprüche und der drei Flaschengeister „Wer“, „Wie“ und „Weißichnicht“ einmal mehr Bütten-Ass Ralf „Zack“ Zang (FG „Schneeberger Krabbe“) und „Göikerle“ Lina (FG „Höhgöiker“ Glashofen). Dynamisch wie eh und je tanzten sich hernach – sehr zur Freude des begeisterten Publikums – die Tänzerinnen der Jugendgarde (Trainerinnen Katharina Kleiner und Brittney Michel) die Seele aus dem Leib.

Nach einer besonderen Ehrung (siehe Bericht auf Seite 28) ) sorgte die gemischte Schautanzgruppe der FG „Höhgöiker“ Glashofen mit ihrer Revue „Walpurgisnacht – im Bann der Hexen“ für Furore. Dann ging es in die Zukunft: Als Nachwuchshoffnungen der Schwomer Bütt gelten David Vath und Lukas Weidinger, deren Talent die in Zusammenarbeit mit Natalie Greß auf die Bühne gebrachte „Tagesschau vom 1. März 2049“ bewies. Kaum besuchte die „atemlose“ Verteidigungsministerin Helene Fischer das kleine Weikerstetten, wurde Bayern zum sicheren Herkunftsland erklärt und Dieter Bohlen als SPD-Gegenkandidat zum Ende der 18. Amtszeit Angela Merkels auserkoren.

FC in der Bundesliga

Und „endlich“ wird das seit 30 Jahren geplante Freundschaftsspiel gegen die Borussen terminiert, der FC Schweinberg tritt freilich als Bundesligist an. Mit diesem perfekten Mix aus politischem Kabarett und Ortsglosse wurde der Maßstab extrem hoch gesetzt. Aber es war sowohl für die von Alexandra und Sandra Eisenhauer trainierte Juniorengarde als auch die „Schloußberg-Eulen“ ein Leichtes, den Standard zu halten.

Als nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Schwomer Faschenacht zog die Herrenpartie alle Register und erinnerte an ein gewisses Drohnen-Malheur am Spundloch, den irrtümlich aus Hundekuchen gebrühten Kaffee, eine chaotische Tour zum Cannstatter Wasen, eine hindernisreiche Ausfahrt mit dem E-Bike und als Zugabe an den durchgebrochenen Zuschauerstuhl beim längsten Wohnmobil-Konvoi der Welt.

Auf der Zielgeraden trumpften die bunt maskierte Schautanzgruppe des TSC Walldürn sowie „zwei schräge Vögel“ alias Michael Messerer und Hermann Schwinn auf, die mit ihrem Schwank zum „Junggesellenabschied über 50“ alle Lacher auf ihrer Seite hatten. Auch hier war die Zugabe ein absolutes Muss. Kaum schlugen dann die nahen Kirchenglocken von St. Andreas ihr Ave Maria zwölf Mal in den Nachthimmel, kündigte Präsident Elbert „die beste Prinzengarde der Welt“ an, die natürlich aus Schweinberg kommt: Ihre tänzerisch-akrobatische, unter Carina Lecking und Jessica Huber einstudierte Show kam bestens an. Ebenso schwungvoll präsentierte sich das Männerballett auf seiner Zeitreise zu den Steinzeitmenschen. Hier teilte das Publikum einhellig die Meinung von Christian Elbert, der auch den Trainerinnen Nina Leuchs und Linda Steinbach dankte, die monatelangen Proben hatten sich gelohnt! Nach fünf turbulenten Stunden gaben sich alle Aktiven auf der Bühne ein Stelldichein zum Finale, das eine schlichtweg grandiose Prunksitzung auf die Spitze trieb. Dann aber ging die Party erst so richtig los - je später der Abend, je schöner die Gäste... ad

Info: Weitere Bilder gibt es unter www.fnweb.de zu sehen.