Hardheim

Firma zur Entsorgung tierischer Produkte in Hardheim 80 Rettungskräfte im Einsatz / Niemand wurde verletzt / Schadenshöhe und -ursache noch unbekannt

Maschine zur Fett-Trennung brannte

Archivartikel

Hardheim.Einen Großeinsatz der Rettungskräfte machte ein Brand am frühen Samstagabend in der Tierkörperbeseitigungsanstalt des Zweckverbandes tierische Nebenprodukte (ztn) in Hardheim erforderlich. Fett und Fleischbrei (Trub) hatten sich entzündet und einen Brand in der Schneckenpresse im Maschinenraum verursacht, die dazu dient, aus dem Halbfabrikat das Fett zu pressen. Als die Feuerwehr eintraf, rauchte es außerhalb des Gebäudes stark.

Trotz allem hatte man Glück: Es wurde niemand verletzt und das Unglück hätte angesichts der großen Fettmengen im Betrieb durchaus noch sehr viel schlimmer ausgehen können.

„Wir hatten alles gut im Griff“, bilanzierte Kommandant Michael Seyfried im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Ein Problem waren neben den hohen Temperaturen am Brandherd, den es herunterzukühlen galt, die Wahl der passenden Löschmittel, denn Wasser durfte wegen des Fetts nicht eingesetzt werden, und die weiteren Fettvorräte, die ebenfalls hätten entflammen können.

Die Ursache und die Schadenshöhe sind noch nicht bekannt, hieß es gestern lapidar im Polizeibericht.“Prüfungen müssen jetzt erst zeigen, ob die Maschinen noch weiter zu gebrauchen ist oder nicht“, erklärte Betriebsleiter Eberhard Meder den FN. Je nachdem könnte es durchaus sein, dass sich der Schaden im oberen fünfstelligen Bereich bewegt, mutmaßte er nach den Löscharbeiten. Näheres werde vermutlich erst im Laufe der Woche bekannt.

Neben der Hitze und der Besonderheit der brennenden Materialien erschwerte auch deren Gestank den Einsatz.

Ein großes Lob sprach Eberhard Meder seinen Mitarbeitern aus. „Sie haben sehr gut reagiert und kein Wasser verwendet.“ Es waren dies drei Mann in der aktuellen Schicht. Sie bekämpften schon vor dem Eintreffen der Rettungskräfte das Feuer mit CO2. Die Feuerwehren setzten dann neben CO2 auf Löschschaum und Löschpulver ein.

„Arbeitssicherheitstechnisch ist der ztn gut aufgestellt“, merkte der Betriebsleiter an. „Alle Mitarbeiter haben Atemschutzmasken mit den besten Filtereinsätzen, die es gibt. Es ist gut, dass wir am Arbeitsschutz nicht gespart haben. Das hat sich jetzt bewährt.“

Auch die Feuerwehr hat bei diesem Einsatz alle „Register“ gezogen und war mit allen Fahrzeugen und Atemschutzträgern, „mit allem, was zur Verfügung stand“, an diesen heiklen Brandort ausgerückt, wie Einsatzleiter Michael Seyfried anmerkte. Kurz vor 18 Uhr war der Alarm eingegangen. Insgesamt 55 Feuerwehrleute waren im Einsatz, daneben der Rettungsdienst mit rund 25 Personen, darunter die Helfer vor Ort des DRK und der organisatorische Leiter Rettungsdienst.

Hinzu kamen die Polizei, Mitarbeiter der Stadtwerke Buchen und der Bayernwerke, Letztere um bei Bedarf Strom und Gas abzustellen. Auch Hardheims Bürgermeister Volker Rohm machte sich persönlich vor Ort ein Bild von dem Unglücksort. Nach den Hardheimer Feuerwehrleuten waren die Abteilungswehr Schweinberg und die Buchener Feuerwehr nachalarmiert worden. Aus Buchen kamen 15 Mann mit einem CO2-Tank, denn in Hardheim stand nicht die ausreichende Menge CO2 zur Verfügung, und einem großen TLF. Sie mussten mit dem Kohlendioxid die glühende Schneckenpresse kühlen. i.E.