Hardheim

Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen Rückblick auf viele freudige Ereignisse, aber auch schwierige Zeiten

Pfarrer Andreas Rapp kündigt Rückzug an

Archivartikel

Hardheim/Höpfingen.„Wenn wir auf das vergangene Jahr zurückblicken, dürfen wir es als Schatz ansehen, der uns von Gott gegeben wurde und den wir jetzt im Gottesdienst in seine Hand zurücklegen dürfen.“ Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Andreas Rapp den Silvestergottesdienst in der Pfarrkirche St. Alban, den er zur Rückschau auf das Jahr 2018 in der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen im Madonnenland nutzte. Gleichsam kündigte er seinen Rückzug an: Zum 1. September wird er pensioniert.

Rom-Wallfahrt mit Papstaudienz

Dankbar zeigte er sich über die tolle Jugendarbeit, die unter anderem die Firmung von rund 100 Jugendlichen in Hardheim und Höpfingen vorsah. Die Jugendlichen bereiteten sich in verschiedenen Veranstaltungen und Workshops auf den Tag vor. „Schön, dass sich in diesem Umfeld auch die Jugendband ‚time-out’ bildete, die unter anderem den Firmgottesdienst mitgestaltete“, erklärte Rapp und dankte allen Wegbegleitern der Heranwachsenden sowie den Ministranten.

Die Rom-Wallfahrt mit Papstaudienz erwies sich als einer der Höhepunkte des Jahres und brachte den jungen Pilgern den Heiligen Geist etwas näher. Zwei erlebnisreiche Wochen garantierte das KjG-Zeltlager. Als Bereicherung definierte Rapp auch die Mitarbeit von Gemeindeassistent Adrian Ambiel und Natascha Bienert, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr durchläuft. Beide gehören zusammen mit Verena Ernst, Lena Haas und Carolin Withopf jener Gruppe an, die unter dem Titel „Kunst und Kirche!“ ein Ausrufezeichen setzte, indem sie Bilder von Dieter Bystricky mit Texten aus der Feder von Natascha Bienert kombinierten. Das Ergebnis konnten Besucher im Erftaldom einige Wochen auf sich wirken lassen.

Für Kinder waren die Höhepunkte neben ansprechend gestalteten Kinder- und Familiengottesdiensten die Tage der Kinderbibelwoche. Heuer hatten sich die Kinder als Bauleute aufgemacht, um miteinander „Kirche zu bauen“. Damit schlugen sie sinnbildlich die Brücke zum Jahr der Jubiläen: Mit dem trotz Regenwetter von der lebendigen Gemeinde gefeierten 300-jährigen Bestehen der Josefskapelle begann es im September; mit dem 125-jährigen Bestehen des Erftaldoms am 23. Juni findet es seinen Schluss- und Höhepunkt.

Allen Grund zur Freude hatten auch die Frauengemeinschaften von Schweinberg, Höpfingen und Erfeld, die jeweils den 100. Jahrestag ihrer Gründung feierten, sowie Diakon Franz Greulich, der im Dezember sein 40-jähriges Diakonsjubiläum mit Besuch von Pfarrer Johann Schäfer feierte. „Wir dürfen ihm für sein Engagement insbesondere im sozialen Bereich sehr dankbar sein“, erklärte Rapp. Gleichsam auf 40 Jahre durfte die Sozialstation zurückblicken, was mit einem lebendigen Gottesdienst mit dem Chor „Marantha“ in Höpfingen gefeiert wurde. 170 Jahre alt wurde die katholische öffentliche Bücherei. Nur indirekt mit der Seelsorgeeinheit im Zusammenhang stand das 50-jährige Bestehen des Maschinenrings Odenwald-Bauland: Die Segnung von mehr als 100 Landmaschinen und der Gottesdienst zeigten die Verbundenheit von Arbeit und Glaube, so der Geistliche.

Dennoch musste man 2018 auch schwierige Zeiten meistern. So kann Pfarrer Bernhard Schretzmann aus gesundheitlichen Gründen seit Oktober nicht mehr mithelfen. „Mit seiner liebenswürdigen Art und seinem Einsatz hat er die Herzen der Menschen erobert“, sagte Rapp und erinnerte an die Erkrankung von Pfarrer Hans Scheuermann, die eine einschneidende Kürzung der Gottesdienste zur Folge hatte.

Dankbar bemerkte Pfarrer Rapp, dass viele Laien bereit sind, Wortgottesdienste zu feiern, und sich neue Leute ausbilden ließen – ebenso wie die unter dem Thema „Zeit für Neues“ gefeierten Gottesdienste Menschen anziehen, die zu den traditionellen Gottesdiensten keinen Zugang mehr haben. So könne man neue und doch gemeinsame Wege gehen. Gemeinsam aufgebrochen sind Anfang des Jahres auch Menschen aus der Seelsorgeeinheit, die an den heiligen Orten in Assisi neue Erkenntnisse gewannen. „Auch wenn wir dieses Jahr mitgestalten durften, ist es Gottes Gabe“, bilanzierte Rapp zum Ende der Ansprache.

Gesundheitliche Grenzen

Schließlich kam er noch auf seine Pensionierung zu sprechen. „In den letzten beiden Jahren bin ich verstärkt an gesundheitliche Grenzen gestoßen und spüre, dass meine Kraft nachlässt. Gleichzeitig wird die Verwaltung immer komplizierter, belastender, erdrückender, fremder. Deshalb habe ich Erzbischof Stephan Burger um die Pension gebeten. Er hat den Wunsch auch angenommen“, betonte der beliebte Geistliche. Er hofft auf einen jungen Nachfolger mit frischem Denken für neue Akzente. ad