Hardheim

Ende einer Ära Die Gruppe der "Pfarrheimfrauen" hat sich wegen Nachwuchsmangels aufgelöst

"Portion Wehmut schwingt mit"

Obwohl sie in allen ihren Tätigkeitsbereichen überaus erfolgreich waren, ging den "Pfarrheimfrauen" mit der Zeit der Nachwuchs aus. Jetzt hat sich die Gruppe aufgelöst.

Hardheim. Wenn vom Ende 1974 eröffneten Hardheimer Pfarrheim die Rede ist, denkt man meist recht bald an die rührigen "Pfarrheimfrauen", die 1975 auf Initiative der damaligen Pfarrsekretärin Ilse Düll gegründet wurden. Nun hat sich die Gruppe aufgelöst.

"Seit 25 Jahren blieb der Nachwuchs aus, und jünger werden wir nicht", begründete Vorsitzende Hildegard Wanitschek den schweren Entschluss.

Zum Abschied trafen sich die Frauen mit den Pfarrern Andreas Rapp und Franz Lang in der "Erftalstube", wo Hildegard Wanitschek für die zahlreichen in froher Runde verbrachten Stunden dankte und an die Projekte zum Wohle des Pfarrheims, der katholischen Kirchengemeinde und somit der Allgemeinheit erinnerte.

Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg ermöglichten die finanziellen Zuwendungen der "Pfarrheimfrauen" viele Anschaffungen oder subventionierten Renovierungsarbeiten. "Unter anderem haben wir die Restaurierung des Fensters 'Ambrosius' im Erftaldom, die Polster für die Sitzbänke oder die alten Gesangbücher finanziert", blickte Wanitschek zurück und verwies außerdem auf die Errichtung des behindertengerechten Eingangs, den Altar, verschiedene Reparaturen an den Glocken, dem Glockenturm des Gotteshauses und der Außentreppe, die man finanziell unterstützte.

Im Pfarrheim selbst ermöglichten die "Pfarrheimfrauen" die Einrichtung der kompletten Küchenanlage oder den Kauf neuer Bühnenvorhänge. Besonders denkwürdig ist eine Aktion im Zuge der Kirchensanierung: Die Gruppe stiftete in den frühen 1990er-Jahren drei edle Mosaikbilder des Themenzyklus "Hochzeit zu Kanaa" von Franz Xaver Braunmiller. Die Spendengelder wurden unter anderem durch die Trinkgelder erwirtschaftet; gleichsam verzichteten die "Pfarrheimfrauen" über all die Jahre auf einen Lohn für ihre Arbeit.

Nachdem die "Pfarrheimfrauen" 25 Jahre lang als loser Zusammenschluss engagierter Frauen keinen offiziellen Titel trugen, nutzten sie die Jubiläumsfeier des Pfarrheims im Dezember 1999 zur Gründung der "offiziellen" Gruppe und starteten mit frischen Ideen ins neue Jahrtausend.

"Allerdings konnten wir aus Alters- und Gesundheitsgründen keine größeren Aktionen oder Feiern mehr annehmen", betonte Hildegard Wanitschek und ließ im selben Atemzug wissen, "dass durch die wunderbaren in Gemeinschaft erlebten Momente auch eine große Portion Wehmut mitschwimmt".

Spende übergeben

In Wort und Bild erinnerte ein unterhaltsamer Diavortrag von Walter Bechtold an gemeinsam Erlebtes. Im Anschluss überreichte Hildegard Wanitschek eine für den Menü-Service der kirchlichen Sozialstation Hardheim-Walldürn gedachte Spende in Höhe von 2000 Euro an deren Vorsitzenden Bernhard Berberich.