Hardheim

Waldkalkungen im Neckar-Odenwald-Kreis Kampf gegen die Bodenversauerung auf vielen Flächen in der Region

Regeneration wichtiger Bodenfunktionen das Ziel

Neckar-Odenwald-Kreis.Ab Anfang August führt die Forstbehörde beim Landratsamt Waldkalkungsmaßnahmen im Neckar-Odenwald-Kreis durch. Ziel der Kalkung ist die effiziente und dauerhafte Regeneration wichtiger Bodenfunktionen. Gekalkt werden Staatswaldflächen der Reviere Lohrbach („Grauer Forst“) sowie Kommunalwaldflächen der Reviere Walldürn-Altheim, Walldürner Höhe und Hardheim.

Großes Gebiet

Die zu kalkenden Waldgebiete reichen vom Dallauer Forst zwischen Muckental und Elztal und dem Lohrbacher Forst zwischen Fahrenbach, Lohrbach und Reichenbuch bis nach Buchen zwischen Bödigheim und Oberneudorf in der Mitte des Landkreises.

Weitere Flächen liegen zwischen Walldürn und Hardheim zwischen Neusässer Berg nördlich der B 47 und dem Wildgehege beziehungsweise dem Bereich um das Märzenbrünnlein, südöstlich von Wettersdorf und zwischen Vollmersdorf und dem Schlempertshof, östlich Rütschdorf und Dornberg bis zur Wohlfahrtsmühle (L 521) und bis nahe an die Gemarkungsgrenze von Hardheim zu Höpfingen im Norden.

Bodenzustand festgestellt

„Eine bundesweite Bodenzustandserhebung hat gezeigt, dass eine gezielte Kalkung von Waldflächen die Situation hinsichtlich des pH-Wertes, der Basensättigung und der Kohlenstoffspeicherung sowie hinsichtlich der Vielfalt und Häufigkeit von Bodenlebewesen auf versauerten oder zur Versauerung neigenden Waldböden deutlich verbessert“, erläutert Dietmar Hellmann von der Unteren Forstbehörde im Vorfeld der Kalkungsaktion. Je nach Wetterlage wird die Maßnahme mehrere Wochen in Anspruch nehmen. „Unsere Waldböden haben ein langes Gedächtnis. Die Versauerung der Waldböden begann mit der Industrialisierung im letzten Jahrhundert. Der saure Regen war ein bekanntes Schlagwort für die industrielle Luftverschmutzung, die in unseren Waldböden zu Nährstoffauswaschungen führte, die bis heute spürbar sind“, so der Forstmann weiter.

Mit der Ausbringung von Kalk soll diese Versauerung abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden unterstützt werden. Die Regeneration der Waldböden ist eine der zentralen Voraussetzungen für eine gute Durchwurzelung und damit für eine optimale Ernährung der Waldbäume.

Vorbereitung auf den Klimawandel

„Wir müssen unsere Wälder auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Sie haben viele wichtige Funktionen für die Gesellschaft, wie beispielsweise als Wasserfilter und Erholungsraum“, begründet Hellmann die sehr zeit- und kostenaufwendigen Maßnahmen.

In Baden-Württemberg werden dabei seit rund zehn Jahren Gemische aus Dolomit, Holzasche und Wasser für die Bodenschutzkalkung eingesetzt, die entweder mit einem Hubschrauber ausgebracht oder – wie im Kreis – mittels speziell ausgerüsteter Fahrzeuge vom Boden aus verblasen werden.

Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht. In den berührten Waldgebieten kommt es während der Ausbringungsarbeiten zu Wegesperrungen. Waldbesucher müssen die Sperrhinweise beachten, denn es ist mit Staubentwicklungen und einem erhöhten Lkw-Verkehr aufgrund der Materialanlieferungen zu rechnen.