Hardheim

Schade!

Archivartikel

Ingrid Eirich-Schaab zum Wegfall der Fußgän- gerzone beim Sommerfest

Die Nachfrage regelt das Angebot. Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen. Diese alte Weisheit macht sich immer stärker bei den Hardheimer Märkten bemerkbar. Seit einigen Jahren wird sogar überlegt, ob man den Josefs- und den Wendelinusmarkt ganz wegfallen lassen sollte. Das Angebot wurde bereits von jeweils drei Tagen auf einen Tag reduziert, eine Fußgängerzone gibt es schon länger nicht mehr.

Jetzt stehen auch beim größten Hardheimer Fest im Jahreslauf, dem Sommerfest, Veränderungen an. Am markantesten ist der Wegfall der letzten verbliebenen „Fußgängerzone“.

Einst als das Highlight, als ganz besondere Attraktion gefeiert, fällt sie nun dem geänderten Zeitgeist zum Opfer. Schade.

Ich kann mich noch sehr gut an die ersten Straßensperrungen in der Wertheimer Straße zum damals neu eingeführten Sommerfest erinnern. In lauer Sommernacht saßen und standen Jung und Alt dicht gedrängt zwischen der Metzgerei Pietsch-mann und der Brauerei Löffler auf der Fahrbahn, ein Bier in der Hand, und lauschten den Klängen der Bands. Dem Slogan „Hardheim gefällt mir“ machte das Sommerfest alle Ehre.

Solch eine Art Freiluftveranstaltung war damals in der Region etwas Neues, etwas ungemein Anlockendes, einen Hauch von Freiheit vermittelnd, eben Feststimmung pur.

Sicher, die Argumente der Veranstalter sind verständlich und nachvollziehbar: Immer mehr Geschäfte sind geschlossen, die Leerstände nehmen zu und parallel dazu reduzierte sich dadurch das Angebot der Gewerbetreibenden in der „Fußgängerzone“. Auch fehlt die Abwechslung an den Ständen der Schausteller. Die Besucher bleiben aus und andere Kommunen locken mit Parallelveranstaltungen.

Aber schade ist der Wegfall der Fußgängerzone allemal.

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