Hardheim

Jubiläum der „Hordemer Wölf“ Blick in die Chronik / Hüter des närrischen Brauchtums / Erinnerung an namhafte Akteure

Seit 66 Jahren verbreitet die FG Frohsinn

Hardheim.Die anstehende Fastnachtskampagne 2018/2019 der FG „Hordemer Wölf“ ist vom närrischen Jubiläum des 66-jährigen Bestehens besonders geprägt.

Die Bilanz deren fastnachtlichen Tuns und Treibens in Wolfsheim fällt höchst anerkennenswert aus. Geprägt wurde sie vor allem von der Vielzahl exzellenter und talentierter Fastnachter und darüber hinaus von allen engagierten FG-Aktiven. Sie trugen zu den großen Erfolgen der heimischen FG auf Ortsebene, im Narrenring und darüber hinaus bei und garantierten der Bevölkerung Freude und unbeschwerte Narretei auch in Zeiten in denen es nicht immer allzu viel zum Lachen gab.

Die Gründung

Es war im Januar 1953, als sich interessierte Vertreter der Hardheimer Vereine mit dem damaligen Bürgermeister Kurt Schmider trafen, um in Hardheim wieder eine Fastnachtsgesellschaft ins Leben zu rufen, nachdem die im Jahr 1930 gegründete erste Karnevalsgesellschaft zu Beginn des Dritten Reiches ihre Tätigkeit hatte einstellen müssen.

Heinz Bernhard, Oskar Großkinsky und Josef Grieninger übernahmen die Vorbereitungen zur offiziellen Gründung der Gesellschaft. So konnte am Fastnachtsdienstag, 17. Februar 1953, der erste Umzug seinen Weg durch Hardheim nehmen. Immerhin 26 Wagen und Gruppen vermochten die Hardheimer damit und mit der närrischen Inthronisation des ersten Hardheimer Kinderritterpaares in Person von Horst und Gitti Bernhard zu erfreuen.

In Erinnerung an den Ahnherrn Ritter Wolf von Hardheim als Erbauer des Hardheimer Schlosses wählte man den Namen „Hordemer Wölf“.,Die fastnachtlichen Repräsentanten sind seitdem das Ritterpaar „Ritter Wolf und Margarethe von Hartheim“. Als fastnachtlichen „Schlachtruf“ wählte man „Hujauf“, der das freudige Wolfsgeheul dokumentieren soll.

Den ersten Vorstand bildeten Heinz Bernhard (Vorsitzender), Oskar Großkinsky (Stellvertreter), die mit ihrem großartigen Humor die Richtung wiesen und die FG für die nächsten Jahre prägten. Dies zusammen mit Rolf Zugelder, Sigismund Bednarek, Herbert Bauer, Paul Kaiser und Kurt Bauer. Neben den Genannten gehörten Kurt Wagner, Adolf Bermayer, Erhard Schobert, Bertold Schiller, Karl Bernhard, Kurt Leis, Willi Lummel, Gerhard Wanitschek, Leo Ipp dem ersten Elferrat an. Zudem spielte Vereinsdiener und Schlüsselträger Ludwig Herberich ab diesem Zeitpunkt lange Jahre eine wichtige Rolle.

In der Folgezeit widmeten sich die Aktiven engagiert und schwungvoll der Pflege des närrischen Brauchtums und führten nach und nach die in den Folgejahren regelmäßig gepflegten und teilweise bis in die Gegenwart beibehaltenen fastnachtlichen Veranstaltungen ein. So gibt es jetzt regelmäßig in ganz großem Rahmen die alljährliche Fastnachtseröffnung zum Elften im Elften auf dem Schlossplatz, das interne Ordensfest, Prunksitzung, Fastnachtsumzug und anschließende Open-Ai-Party auf dem Schlossplatz, Kinderfasnacht und Bad-Taste-Party. Die viel gerühmte und lange Zeit höchst erfolgreiche Italienische Nacht, der nach 1960 zunächst umstrittene Rosenmontagsball und ebenso der Bürgerball am Fastnachtssonntag wurden aus dem Programm genommen.

Die „FG Hordemer Wölf“ zeigte sich zudem im Narrenring engagiert, in dem Heinz Bernhard auch als gefeierter Narrenringpräsident fungierte, und richtete wiederholt auch das Fränkische Narrentreffen aus. Über etliche Jahre hinweg verfügte die FG über ihr „Wolfsecho“, das gleich bei seinem ersten Erscheinen reißenden Absatz gefunden hatte.

Erfolgreiche Aktive

Die FG „Hordemer Wölf“ entwickelte sich in den 66 Jahren ihres Bestehens erfolgreich, was dank ihrer besonders profilierten Aktiven mit Büttenrednern, Gesangssolisten und -gruppen, Showgruppen, Tanzmariechen und Garden verschiedenster Art möglich wurde. Der brillante Chefbüttenredner und großartige Literat Oskar Großkinsky präsentierte 28 Jahre lang das immer sehnlichst erwartete „Horde bleibt Horde“. In seiner Nachfolge feierte Richard Fuchs als „Wolfsheimer“ ab 1981 großartige Triumphe, war gefeierter Präsident und machte in der Folgezeit fastnachtliche Karriere bei den Sitzungen in Veitshöchheim.

Viele bekannte Namen

Fritz Schäfer als weiterer grandioser Fastnachter sorgte zunächst als Solist und dann zusammen mit Günther Linhart und Edgar Menninger als die „Drei Hallodrys“ für unterhaltsame und besonders musikalische Beiträge der Extraklasse.

Joachim Egenberger und Sepp Hans brillierten immer wieder als „Elvetritsche“, Joachim Egenberger als Büttenredner und zusammen mit Willibald Mohr als erfolgreiches Duo. Sepp Hans und Bernd Spatz rissen die Besucher der FG-Veranstaltungen als „Charly Rivel“ zu Beifallsstürmen hin.

Sie und viele andere verdienstvolle Aktive schrieben die Erfolgsgeschichte der FG weiter. Dazu gehörten auch Büttenredner wie Rudi Malcher und Hans Brüstle. Auf diese folgten Daniel Weber und Peter Bienert. Höhepunkt der Prunksitzungen sind die Auftritte der „Erftalhüpfer“, „Wurmberg Rockets“ und der „Hordemer Goldstücke“.

Die FG wurde geführt von den Vorsitzenden Heinz Bernhard, Reinulf Katzenmaier, Gerhard Schwab, Andreas Pitz, Rudi Malcher, Joachim Egenberger und Peter Dörr. Jetzt steht Michael Grimm an der Spitze. Als Präsidenten prägten Heinz Bernhard, Fritz Schäfer, Richard Fuchs, Bernd Spatz, Joachim Egenberger das fastnachtliche Geschehen, jetzt brilliert nach Marco Katzenmaier Daniel Weber in diesem Amt.

Kontakte zu verschiedensten Fastnachtshochburgen wurden gepflegt. Darüber hinaus bringt sich die FG rege im Hardheimer Gemeindeleben und bei der Mitgestaltung von Veranstaltungen ein. Z