Hardheim

Skapulierfest in Bretzingen Festprediger Dr. Peter Wolf leitet morgen den feierlichen Gottesdienst / Über 5000 Mitglieder in der Bruderschaft

Seit vielen Jahren wieder im Aufschwung

Archivartikel

Zum 150. Mal findet morgen in Bretzingen das Skapulierfest der Pfarrgemeinde St. Sebastian und Vitus statt. Der Gedenktag stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Bretzingen. Die Pfarrgemeinde St. Sebastian und Vitus in Bretzingen feiert heuer ein ganz besonderes Jubiläum: Zum 150. Mal wird morgen, Samstag, das Skapulierfest gefeiert. Dieser Gedenktag hat seinen Ursprung in der speziellen Form der Marienverehrung innerhalb des Karmeliterordens. Daher rührt auch die Bedeutung des Fests, das sich als Pflege des Gedenktags „zu Ehren unsere liebe Frau auf dem Berge Karmel“ versteht. Ein besonderes Merkmal des Karmeliterordens ist mit dem Skapulier ein über dem Ordenskleid getragenes Tuch, mit dem die Träger optisch zum Ausdruck bringen, der Gottesmutter zu huldigen. Als eigentlicher Gedenktag gilt der 16. Juli, der als Solcher auf das 14. Jahrhundert zurückgeht und seinerzeit durch Papst Benedikt XIII. im Jahr 1726 auf die ganze Kirche ausgedehnt wurde.

204 Personen bei der Gründung

In Bretzingen wird das Skapulierfest seit 1868 begangen: Ihren Grund findet die Feier in der Gründungs- und Einverleibungsschrift, die auf den 4. Dezember 1867 datiert. Nach den Aufzeichnungen im von Pfarrverweser Johann Schell edierten Skapulierbruderschaftsbuch wurden beim ersten Fest insgesamt 204 Personen in die Skapulierbruderschaft aufgenommen.

Viele davon stammten nicht nur aus den Hardheimer Ortsteil, sondern auch aus Hardheim, Erfeld, Gerichtstetten, Rüdental, Schweinberg, Höpfingen, Waldstetten, Walldürn, Altheim, Pülfringen, Gissigheim, Weikerstetten, Heckfeld und Riedern. Zur Aufnahme wurde den Neumitgliedern das aus zwei viereckigen Tuchstücken bestehende Skapulier umgehängt.

Am 19. Juli 1868 schließlich begann diese besondere Tradition der Marienverehrung, deren erste Festpredigt von Pfarrer Jakob Prailes gehalten wurde. Seitdem wurde das Skapulierfest jährlich gefeiert und galt bis etwa in die 70er Jahre als absoluter Höhepunkt des kirchlichen Lebens vor Ort. Nachdem in der Regel ein Pater des Würzburger Karmeliterordens die Predigt hielt, schloss sich dem Gottesdienst eine festliche Prozession durch Bretzingen an, ehe in der nachmittäglichen Bruderschaftsandacht Neumitglieder aufgenommen wurden. Dazu gehörten grundsätzlich auch die Erstkommunikanten eines jeden Jahrgangs. In diesem Zuge wurde auch das inzwischen im Hardheimer Pfarrhaus eingelagerte Skapulierbruderschaftsbuch bis ins Jahr 1989 immer weiter ergänzt. Es verzeichnet 5776 Mitglieder.

Seit der 950-Jahr-Feier Hardheims im Jahr 2000 erlebt das Skapulierfest eine Renaissance. Seinerzeit wurde es am 16. Juli 2000 mit Monsignore Dr. Peter Wolf und Diakon Franz Greulich gefeiert. Das 140-jährige Bestehen wurde im Juli 2008 gefeiert. Als besonders tiefgehend erwies sich zudem die Festpredigt bei der 146. Feier im Jahr 2014. Monsignore Dr. Peter Wolf bezeichnete das Skapulier als „beschützendes Symbol dafür, dass mit dem Namen der Gottesmutter ein Segen und Wohlergehen verknüpft werden“. Auch am Samstag wird er zum 150-jährigen Bestehen die Festpredigt halten.