Hardheim

Forstbetriebsgemeinschaft Schweinberg/Rüdental Verantwortliche blickten auf schwierige Monate zurück / Reform 2020 wirft ihre Schatten voraus

Trockenheit machte fast allen Bäumen zu schaffen

Schweinberg.Die Forstbetriebsgemeinschaft Schweinberg/Rüdental blickte in ihrer gut besuchten Generalversammlung im „Grünen Baum“ in Schweinberg auf ein herausforderndes Jahr zurück. Die zu trockenen und damit folgenschweren Monate zogen sich wie ein roter Faden durch die Beiträge der Grußwortredner und Referenten. Abrupt unterbrochen wurde heuer die erfreuliche Erholungsphase des Waldes aus den Vorjahren, hieß es. Die Natur werde sich wie immer nach Rückschlägen neu ordnen und anpassen, so die Hoffnung der Versammlungsteilnehmer.

Neue Regeln

Nach der Begrüßung ging der Vorsitzende Gerhard Bundschuh auf die im Jahr 2020 geplante Forstreform ein. Hier sollen Natur- und Bodenschutz, Gemeinwohlleistungen sowie eine kostentragende Betreuung und Vermarktung für den Privatwald geregelt werden. Geschäftsführer Friedbert Stolz informierte in seinem Tätigkeitsbericht aus verschiedenen Veranstaltungen zur Forstreform, zum Datenschutz und zur Zertifizierung des Waldes. In seinem ausführlichen Kassenbericht wies er auf leicht gestiegene Holzverkaufsmengen und der sich in freiem Fall befindlichen Erlöse aus Fichtenverkäufen hin.

Die Kassenprüfer Klemens Schneider und Heinz Knörzer bescheinigten eine einwandfreie Kassenführung, bedankten sich für die geleistete Arbeit und beantragten die Entlastung, die einstimmig erteilt wurde. Unter der Wahlleitung von Ortsvorsteher Dieter Elbert wurde der stellvertretende Vorsitzender Berthold Würzberger und das Vorstandsmitglied aus Rüdental, Thomas Leiblein, sowie die Kassenprüfer Heinz Knörzer und Klemens Schneider einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Bürgermeister Volker Rohm sprach in seinem Grußwort den Wirtschaftsfaktor Wald, die Forstreform und die anstehende Jagdverpachtung an. Forstbetriebsleiter Jörg Puchta berichtete nach der Einstellung des Kartellverfahrens von Fortschritten aus den laufenden Gesprächen zur Forstneuordnung. In seinem Waldzustandsbericht verglich Puchta Temperaturen sowie die Verteilung der Niederschläge in 2018 mit denen aus dem Trockenjahr 2003.

Außer der Tanne hätten alle Baumarten in diesem Jahr unter der Trockenheit und der Ausbreitung von Schädlingen sehr gelitten. Zur Eindämmung dieser Schädlinge bleibe nur noch die Hoffnung auf einen nasskalten Winter und ausreichende Niederschläge im nächsten Jahr. Zum Laubholzmarkt berichtete Puchta von einer großen Nachfrage an Esche und Buche sowie einem kaum zu deckenden Bedarf an Eiche.

Andreas Schlör von der Holzverkaufsstelle des Neckar-Odenwald-Kreises gab einen umfangreichen Bericht zum Nadelholzmarkt. Für Douglasie und Lärche bestehe zur Zeit noch eine gute Nachfrage zu Preisen auf Vorjahresniveau. Aufgrund noch nicht verarbeiteter Sturmholzmengen aus dem vergangene Winter sowie dem aktuell hohen Käferholzaufkommen in weiten Teilen Europas, hätten sich die Fichtenpreise innerhalb von zwölf Monaten halbiert. Schlör wies auf die gestiegenen verkehrsrechtlichen Anforderungen an die Transportunternehmen sowie deren höheren Ansprüche an die Ladestellen und Zufahrtswege hin.

Revierleiter Florian Pogorzelski appellierte an die Waldbesitzer, ihre Bestände regelmäßig zu kontrollieren. Nach dem Hagelschlag im Juni dieses Jahres leide besonders die Kiefer an einem Pilzbefall. Dieser führe zu einer Rotfärbung der Krone und zum Absterben des Baumes. Als weiterer Schädling sei dieses Jahr noch der Kieferprachtkäfer hinzugekommen, so Pogorzelski. Ähnlich wie der Borkenkäfer bei der Fichte führe der Befall zum Absterben der Kiefer. Aufgrund der immer mehr sichtbar werdenden Waldschäden fände Anfang 2019 eine Waldbegehung mit dem Revierleiter statt.

Michaela Hess vom Landschaftserhaltungsverband des Neckar-Odenwald-Kreises stellte den im Jahr 2013 gegründeten gemeinnützigen Verband vor. In Verbindung mit einer Bilderpräsentation berichtete sie anschaulich über bereits abgeschlossene und anstehende Landschaftspflegemaßnahmen zur Artenerhaltung auf Landwirtschafts- und Naturschutzflächen.

Der Vorsitzende Gerhard Bundschuh bedankte sich abschließend für den guten Besuch, die informativen Berichte und die gute Zusammenarbeit.