Hardheim

„Kinder, Keks und Kaba“ beim Sportfest Regelmäßig am Festmontag gibt es Attraktionen für die kleinsten Besucher / FN-Gespräch mit Mitinitiator „Rotschi“ Gundolf Nohe

TSV denkt auch an den Nachwuchs

Archivartikel

Höpfingen steht am Wochenende ganz im Zeichen des Sportfestes. Am Montag geht es traditionell um „Kaba, Keks und Kinder“. Was dahintersteckt, erläutert „Rotschi“ im Gespräch mit den FN.

Höpfingen. „Ich hab’ halt einfach eine Vorliebe für Stabreime“, sagt Gundolf „Rotschi“ Nohe. So kam er bereits Mitte der 80er-Jahre auf die Idee, die Attraktionen für die kleinsten Besucher des Höpfinger TSV-Sportfests nicht profan als „Kinderprogramm“ zu bezeichnen, sondern schuf ein unverwechselbares Motto, das inzwischen zum geflügelten Ausdruck fest in den Sprachgebrauch einging: „Kinder, Keks und Kaba“.

Doch eigentlich steht nicht er allein dahinter, sondern vielmehr ist die ganze TSV-Großfamilie schwer im Einsatz.

„Bei uns ist jeder mal federführend“, erklärt Rotschi, der auch als Stadionsprecher, Dichter und fleißig in die Schreibmaschine tippender Redakteur des „Höpfemer Sportechos“ als wohl kleinster Stadionzeitung Deutschlands aktiv ist und betont, dass sich die acht Abteilungen des TSV auf nicht nur rührige, sondern viel mehr absolut imponierende Weise gegenseitig unterstützen, wenn es um „Kinder, Keks und Kaba“ geht.

„Hier ziehen alle an einem Strang, denn immerhin geht es letztlich um ein Beiwerk zum viertägigen Sportfest, das schon an sich einen nicht zu unterschätzenden Aufwand für die Ehrenamtlichen mit sich bringt“, schildert er.

Spiele aller Art

In diesem Jahr wirken die Fußballer und die von Daniela Dörr, Susanne Sulzer-Kuhn und Christel Hauk geleiteten Turner an vorderster Front. Doch jeder packt dort an, wo er kann. Schließlich ist einiges an Organisationsarbeit zu leisten, um den launigen Montagnachmittag durchführen zu können: Angeboten werden auf dem Sportplatz in der Regel „kunterbunte Spiele“ aller Art, die Spaß machen und für einen hohen Stimmungsfaktor sorgen. „Die Höhepunkte schlechthin sind gerade bei heißen Sommertemperaturen natürlich die Wasserrutsche und die Wasserfontäne“, erklärt der 61-Jährige.

Daneben sieht das mit viel Liebe zusammengestellte Programm jährlich wechselnde Überraschungen vor, deren Spektrum in den letzten Jahren von Pferdekutschfahrten, einer Ausstellung mit Oldtimer-Traktoren und dem Auftritt eines Fakirs bis hin zum Tennis-Schnupperkurs reichte. Zusätzlich können Kinder ab fünf Jahren das DfB-Fußballabzeichen ablegen: „Unter Anleitung von Steven Bundschuh, der unsere erste Mannschaft trainiert, sind zum Erhalt des Abzeichens diverse Ballübungen durchzuführen“, schildert Rotschi und räumt ein, „dass man gewisse Programmpunkte sicher alle paar Jahre wieder aufgreift, aber auch immer wieder etwas Neues anbietet“. Dieses Mal wird zum Beispiel die von der Kölner Künstlerin Yvonne Stammsen angefertigte Handpuppe von Rotschi vorgestellt.

„Die Kinder sind maximal 14 Jahre alt, wobei vom Kleinkindalter aufwärts wirklich alles vertreten ist“, verdeutlich Rotschi im FN-Gespräch. Mit wenigen Ausnahmen handele es sich um Ortsansässige, deren Eltern oftmals als Kinder selbst schon bei „Kinder, Keks und Kaba“ zu Gast waren. S

Kaffee trinken und „kousche“

„Wir bieten in Höpfingen das absolute KKK-Original an“, fügt an er. Das „Original“ hat übrigens auch einen Platz für die Eltern: Während ihre Sprösslinge Kaba und Kekse genießen und sich auf dem „Lochbach-Areal“ nach Herzenslust austoben, können Mama und Papa sowie Oma und Opa - und das schreibt sich ganz natürlich auch mit „K“ - Kaffee trinken und „kousche“. Aber was ist das für ein Wort? Eine Frage, die freilich nur ein „Ur-Höpfemer“ beantworten kann: Hinter dem, was mit „Kousche“ bezeichnet wird, so Rotschi, verbirgt sich nichts weiter als ein gemütlicher Plausch. „Über Tuspruch können wir uns echt nicht beklagen“, sagt der Allrounder.

Das Gelingen sie zwar auch wesentlich vom Wetter abhängig, aber gerade bei schlechten Witterungsbedingungen stelle die TSV-Familie ihre Kreativität und ihren Zusammenhalt unter Beweis: In solchen Fällen lässt man sich nicht aus der Ruhe bringen, sondern improvisiert. So wurde etwa bei plötzlich einsetzendem Starkregen kurzerhand ein Kasperletheater im Sportheim aufgebaut. „Wenn alle Stricke reißen, mach’ ich für die Kinder den Kasper“, lacht Gundolf Nohe. ad