Hardheim

Verein für Kampfkunst und Gesundheitssport Erftal Neue und innovative Wing-Tsun-Konzepte erlernt

Übungen mit dem Dai-Sifu Martin Dragos

Hardheim.Eine überaus große Resonanz fand das Angebot des Vereins für Kampfkunst und Gesundheitssport (VKG) Erftal für ein Intensivseminar mit dem Dai-Sifu Martin Dragos. In der Aula des Walter-Hohmann-Schulzentrums und auf dem Gelände des Pausenhofs hatten die 13 Teilnehmer in zwei Unterrichtseinheiten die Möglichkeit, neue und innovative Wing Tsun (WT) Konzepte zu erlernen und zu vertiefen.

Dai-Sifu Martin Dragos (Villingen-Schwenningen), der das Seminar leitete, gilt in der Szene als Trendsetter, Forscher und Pionier neuer WT-Konzepte und hat durch sein Schaffen in den letzten Jahren die fernöstliche Kampfkunst maßgeblich mitgeprägt. Dass er nach Hardheim kam, ermöglichten die persönlichen und freundschaftlichen Kontakte von Kersten und Haiko Hämmerle, denn Dragos ist bundesweit sehr gefragt und ausgebucht. Der 39-Jährige diplomierte Ingenieur hat sein Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht.

Kenntnisse vertiefen

Das Seminar befasste sich mit allen Ebenen und Konzepten, die es im klassischen WT nicht gibt und sollte den Anfängern die fernöstliche Kampfkunst grundlegend verstehen zu lernen. Fortgeschrittene Kampfsportler konnten mit den geübten Techniken ebenfalls ihre Kenntnisse vertiefen.

So vermittelte Martin Dragos nicht nur kampfsystematische Grundlagen, ein Verständnis für unterschiedliche Kampfformen, sondern auch Chi-Gerk (Gefühlstraining auf Angriffe gegen die Beine) und Chi-Sao (Reaktion gegen die Arme) sowohl in Theorie als auch in Praxis. Die Kursteilnehmer waren mit großem Eifer dabei, wie Dragos mit Genugtuung feststellen konnte.

Was sich wie „chinesische Dörfer“ anhört, ist im Prinzip eine Möglichkeit, mit wenig Kraft und dafür mit mehr Technik und Intuition zu arbeiten. Der ganze Körper muss intuitiv reagieren, wie Sifu Haiko Hämmerle (Walldürn) verdeutlichte. „Die Abläufe müssen im Gehirn gespeichert sein“ und die Abwehrreaktionen müssen unvermittelt und losgelöst von Überlegungen erfolgen.

Und weil die Kraft zweitrangig ist, sei diese Kampfsporttechnik in einem hohen Maße auch für Frauen geeignet.

„Wir machen eigentlich Gymnastik während unseres Trainings“, verdeutlichte Hämmerle. Durch das ganzseitige Gesundheitssystem, das hinter dieser Technik steckt, würde die ganze menschliche Anatomie vom Kopf bis zu den Extremitäten angesprochen und in die Übungen einbezogen.

Hinter der Bezeichnung „Sifu“ versteckt sich nichts anderes als die ehrenwerte Bezeichnung „betreuender und erfahrener Lehrer“. Martin Dragos ist einer, und sogar ein „Dai-Sifu“. Aber auch Haiko Hämmerle, der zusammen mit seiner Frau Kerstin die Gruppe des VKG Erftal leitet, ist ein Sifu, allerdings ohne das „Dai“, denn das stellt eine ganz besondere, zusätzliche, Ehrenbezeichnung dar.

Diese Bezeichnungen werden durch jahrelanges Training und Üben von anderen Sufis erworben und an ihre Schüler weitergegeben. Auch, wenn „Kampfsport“ im Namen steht, ist es kein Kampf im herkömmlichen Sinne, wie Dragos erklärt, sondern ein ganzkörperliches Gesundheitstraining und eine Möglichkeit der Selbstverteidigung. Deshalb gibt es auch keine Wettkämpfe, um Sieger zu ermitteln. Der Verein für Kampfkunst und Gesundheitssport Erftal besteht seit über 25 Jahren, ist Mitglied im Badischen Sportbund und bietet als neues Programm „PRO-Wing-Tsun-Aktiv“ an. Hier haben die Teilnehmer die Möglichkeit alleine oder in Kleingruppen intensiv moderne, gebündelte Lehrplaninhalte aus dem WingTsun-System zu trainieren. hs