Hardheim

ASB-Pflegeheim Johann Sticha feiert heute seinen 101. Geburtstag

Verlust der Heimat schmerzte

Archivartikel

Hardheim.Johann Sticha feiert heute im ASB-Pflegeheim in Hardheim seinen 101. Geburtstag. Damit ist er einer den ältesten Einwohner in der Erftalgemeinde. Den erfreulichen Anlass seines Geburtstags im hohen Alter würdigt neben den Fränkischen Nachrichten auch der Heimatbrief „Der Südmährer“.

Der Jubilar stammt nämlich aus Köpferschlag im Kreis Neubistritz in der früheren Tschechoslowakei. Dort betrieb die Familie, unterstützt von vier Hilfskräften, eine große Landwirtschaft. Schmerzhaft war für sie der Verlust des Betriebs und der Heimat durch die Vertreibung, der man verständnislos gegenüber stand.

Keine Hoffnung auf Rückkehr

In der Hoffnung auf möglichst schnelle Rückkehr blieb die Familie in Österreich zunächst in der Nähe der Grenze und verdingte sich mit ihren beruflichen Erfahrungen in der Landwirtschaft. Allerdings hieß es in Erkenntnis der vergeblichen Hoffnung auf Rückkehr in die alte Heimat immer wieder weiterzuwandern, weil die Beschäftigung, dort, wo überhaupt Hilfe benötigt wurde, immer nur relativ kurze Zeit möglich war.

So führte der Weg der Familie mit Frau und zwei Kindern schließlich bis Melk an der Donau als dem Sammelort für Vertriebene. Von dort ging es nach Deutschland in das Aufnahmelager in der Klinge in Seckach, ehe Buchen zur endgültigen neuen Heimat wurde.

Zunächst arbeitete Johann Sticha wieder in der Landwirtschaft, ehe er bei der Firma Fertig eine Anstellung fand und dort bis zum Ruhestand beschäftigt war.

Weil sein Sohn mit Familie inzwischen in Hardheim eine neue Heimat gefunden hatte, nutzte Johann Sticha zusammen mit seiner Ehefrau die Möglichkeit, das gemeinsame Domizil in dem heute vom ASB betriebenen Pflegeheim in Hardheim und somit in der Nähe der Familie zu beziehen.

In der Erftalgemeinde pflegte er die über die Familie des Sohnes geschlossenen Kontakte und schloss sich dem VdK Hardheim an, der vor kurzer Zeit Stichas langjährige Mitgliedschaft würdigte. Zudem ist der Jubilar Gewerkschaftsmitglied, wie er betonte. Nachdem seine Ehefrau 1980 gestorben war, heiratete Johann Sticha seine zweite, inzwischen ebenfalls verstorbene Ehefrau. Zu seinen regelmäßigen Aktivitäten gehört neben dem Lesen das Lösen von Kreuzwort- und sonstigen Rätseln.

Über die Möglichkeit der Feier seines 101. Geburtstags im ASB-Pflegeheim freuen sich heute zusammen mit dem Jubilar die Familien des Sohnes und der Tochter sowie die Enkel und Urenkel. Deren Glückwünschen schließen sich die Fränkischen Nachrichten gerne an. Z