Hardheim

Vereinsvertreterversammlung in Hardheim Am Josefsmarkt-Wochenende soll es einen Ehrungsabend geben / Neue Richtlinien für die Ehrungen durch die Gemeinde

Verwaltung gab Hinweise zum Umgang mit Daten

Archivartikel

Hardheim.Rund 90 Vereine bereichern das kulturelle Leben der Erftalgemeinde und ihrer Ortsteile. Vorstandsmitglieder aus ihren Reihen trafen sich am Dienstag im kleinen Saal der Erftalhalle zur Vereinsvertreterbesprechung, in deren Lauf Hauptamtsleiter Lothar Beger Wissenswertes und Informatives bekannt gab.

Nachdem Beger mit den Vereinsvertretern den Terminkalender durchgegangen und um manchen Punkt ergänzt hatte, informierte er über den für 2019 geplanten Ehrungsabend. „Bisher wurden die Sportler und Blutspender jeweils einzeln geehrt, während die Bürgermedaillen im Rahmen des Neujahrsempfangs ausgegeben wurden“, erklärte er und verwies auf eine künftig neue Regelung.

Am Ehrungsabend sollen vor allem Aktivposten im Mittelpunkt stehen, deren besonders bemerkenswertes ehrenamtliches Wirken sich eher im Verborgenen abspielt und dennoch die Gemeinschaft in hohem Maße bereichert. Ferner werden bei dieser Gelegenheit Blutspender und Sportler geehrt, wobei Letztere auch einer Veränderung gegenüber gestellt werden: „Bisher war es oft sehr schwierig, die sportlichen Erfolge einzustufen und Bronze, Silber oder Gold eindeutig zuzuordnen“, räumte der Hauptamtsleiter ein. Er erklärte, dass man diese Unsicherheit fortan mit einer einheitlichen Ehrung für herausragende Einzel- und Mannschaftsleistungen umgehen werde.

Auch im Ehrenamtsbereich werden sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen gewürdigt. „Es handelt sich allerdings nicht um Vereinsehrungen, sondern um Ehrenamtliche, die jeder Bürger der Verwaltung vorschlagen kann“, führte Beger aus und hielt fest, dass man hiermit auch die Hoffnung verbinde, weiteren Bürgern einen Ansporn für ehrenamtliche Tätigkeiten zu schenken. „Es wird jedoch von der zuständigen Kommission vor einer Ehrung geprüft, ob die vorgeschlagene Person im Rahmen des Ehrungsabends ausgezeichnet wird oder die Kriterien für eine Bürgermedaille erfüllt“, fuhr er fort.

Als Termin für den Ehrungsabend sei nach aktuellem Stand das Josefsmarkt-Wochenende im März angedacht. Man könnte von einer jährlichen Durchführung ausgehen.

Weiter ging es mit einem Dauerthema, das gerade die Vereine beschäftigt: Die durchaus nicht unumstrittene Datenschutz-Grundverordnung stellt viele Ehrenamtliche vor einen Berg von Fragen, die wiederum Lothar Beger kompetent beantwortete.

„Obwohl es sehr ähnliche Grundlagen bereits seit Jahrzehnten in Form des Bundesdatenschutzgesetzes gibt, keimte auch durch die enorme Medienpräsenz ein ‚Hype’ auf, der die Leute verunsichert“, schilderte er und empfahl, bei rechtlichen Unklarheiten – etwa im Bezug auf Internetpräsenzen – das Ehrenamtszentrum des Neckar-Odenwald-Kreises zu kontaktieren.

In diesem Zusammenhang machte Beger auch auf die Informationsflüsse innerhalb der Vereine aufmerksam: „Oft werden mehr Daten in Vereinsregistern gespeichert als nötig“, ließ er wissen und riet dazu, die Satzung zu prüfen. Die Datenschutz-Grundverordnung beziehe sich auf jede Form der strukturierten Datenordnung, zu denen auch der klassische „Leitzordner“ zähle. Man sei letztlich dazu angehalten, sich von den Mitgliedern die Einwilligung zur Datennutzung einzuholen.

Gleiches gelte für öffentliche Informationsaushänge oder soziale Netzwerke sowie Fotos und Videosequenzen auf Vereins-Homepages. „Das bedingt die Einwilligung aller Beteiligten, deren Namen veröffentlicht werden und betrifft auch gemeinnützige Vereine sowie deren Sponsoren und Spender. Wer Daten freiwillig abgibt, muss diese Freiwilligkeit bestätigen“, erklärte Beger.

Ein externer Datenschutzbeauftragter könne Sinn machen, sobald sensible, automatisch erfasste persönliche Daten für mehr als zehn Personen und schriftlich erfasste Daten für mehr als 20 Personen einsehbar sind. Im Falle maschineller Datenverarbeitung sollten persönliche und vereinsbezogene Daten stets getrennt voneinander abgespeichert und gegebenenfalls über Passwort geschützt werden, um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen.

In der Rubrik „Verschiedenes“ ging Beger auf den Mail-Verkehr der Gemeinde ein. Aus Sicherheitsgründen können keine DOC-, XLS-, PPT- oder DOT-Dateien mehr empfangen werden. Am sichersten sei das Verschicken von PDF-Dokumenten. Auch JPG-Bilddateien können problemlos verschickt werden. „Man sollte aber die Bilder zuvor komprimieren, um große Datenmengen zu verhindern“, empfahl er.

In eigener Sache ging Hans Sieber auf das nicht von allen Vereinen besuchte Steuerrechts-Seminar ein und dankte Lothar Beger für das Manuskript hierzu. Für einen geplanten Erste-Hilfe-Kurs meldete sich kein einziger Interessent. „Das ist deprimierend“, betonte Sieber. Auf Rückfrage gab Lothar Beger bekannt, dass das im Bauhof untergebrachte Geschirrmobil im Sinne einer „vereinsfreundlichen Lösung“ voraussichtlich 2019 neu bestückt werde. ad