Hardheim

Bahnhof 1910 in Hardheim feiert zehnjähriges Bestehen Der Gemeinde war eine sinnvolle Umnutzung wichtig / Das Konzept von Bernadette Balles überzeugte

Vom Dienstgebäude zum gefragten Kulturtreff

Hardheim.Vor mehr als zehn Jahren schrieb die Gemeinde Hardheim den alten Bahnhof zum Kauf aus mit der Vorgabe, ein ausgearbeitetes Konzept für die Nutzung des alten Gebäudes einzureichen.

Gemeinderat und Bürgermeister hatten sich für die Idee von Bernadette Balles entschieden, ein Projekt zu starten, Kunst, Kultur und Einkaufsmöglichkeit unter einem Dach zu vereinen.

Nach zweijähriger Umbau- und Renovierungsphase öffnet der "Bahnhof 1910" vor nun ziemlich genau zehn Jahren, am 21./22. September 2007, seine Pforten mit einem Hutatelier und Ladengeschäft für Accessoires und Geschenke im ehemaligen Schalterraum sowie einem Künstleratelier und einer Location für Kulturveranstaltungen in der ehemaligen Güterhalle.

In den folgenden Jahren haben sich immer wieder Veränderungen ergeben. Statt dem Künstleratelier gibt es nun einen "Salon" mit Bar. Die Güterhalle kann man für Familien- oder Firmenfeste mieten. Bald soll auch die Idee eines Cafés im Atelier im Stil der 60er Jahre realisiert werden. "Schließlich kann man in Hardheim am Wochenende nachmittags außer in der Wohlfahrtsmühle nirgends mehr zum Kaffeetrinken gehen", erhofft sich Bernadette Balles guten Zuspruch für ihr Vorhaben. Das entspricht auch der Ausgangsidee, einen Ort zu schaffen, wo die Leute sich treffen - ob zu einer Lesung, einem Konzert, zum Tanzen, Einkaufen oder als Veranstalter und Gast einer Familienfeier. "Die Begegnungsstätte, die der Bahnhof früher einmal war, soll er auch weiterhin sei", so Balles im Gespräch mit den FN. Ansprechen möchte sie damit auch die auswärtigen Nutzer des naheliegenden Wohnmobilplatzes. Nicht zuletzt führt der gerne genutzte und von der Gemeinde angelegte fußläufige Verbindungsweg von der Bahnhofstraße zum Kreuzberg direkt neben ihrem Anwesen vorbei.

"Unser Konzept ist aufgegangen"

"Unser Konzept, Kunst, Kultur und Einkauf unter einem Dach, funktioniert", bilanziert Bernadette Balles. Der Weg dorthin war allerdings hart und steinig: "Wir haben viel gemacht", blickt sie zurück. So wurde das Dach des ehemaligen Hardheimer Bahnhofs gleich zu Beginn komplett erneuert. Die Terrasse wurde befestigt, damit man auch dort Tische und Stühle aufstellen kann.

Die historische Güterhalle und der angrenzende Holzschuppen (heute Salon) erhielten eine Isolierung, Abdichtung und eine neue Elektrik. Auch eine Küche, Bar, Ofen und Toiletten wurden eingebaut. Die alten Schiebetore sind durch Glastüren ersetzt worden. Besonders aufwendig war die Erfüllung der Brandschutzauflagen.

In Absprache und mit Unterstützung der Gemeinde wurden zum Lärmschutz ein Wall aufgeschüttet und eine Durchfahrt mit Parkplätzen geschaffen.

Mittlerweile ist der "Bahnhof 1910" durch seine ganz eigene, besondere Atmosphäre und das bunt gemischte und niveauvolle Kulturprogramm regional und auch überregional bekannt und erfreut sich großer Beliebtheit.

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens wird am heutigen Freitag und morgigen Samstag mit folgendem kleinen Programm gefeiert:

Freitag, 15. September: ab 20 Uhr Unterhaltung für Nachtschwärmer an der Bar im "Salon" und Late-night-shopping im Atelier und Laden; 22 Uhr "Diva Maria" (Travestie-Parodie mit Andreas Münch). Der Eintritt ist frei.

Samstag, 16. September: 14 bis 18 Kaffee und Kuchen, Larissa spielt auf der Ukulele; 20 Uhr musikalische Unterhaltung mit dem Duo "SchallMassel" (Gerald Hauck und Christian Parth).

An beiden Tagen wird es eine Tombola geben mit attraktiven Preisen aus zehn Jahren Atelier und Laden. Mit dem Erlös soll die Initiative für die Erneuerung eines Spielplatzes in Hardheim unterstützt werden. i.E. / BT