Hardheim

Abwasserzweckverband Hardheim-Höpfingen Wasserökologisches Gutachten für die Erfa in Auftrag gegeben / Schmutzfrachtberechnung / Betonsanierung erforderlich

Vorbereitung der Kläranlagensanierung

Die Verbandskläranlage im Erftal war das primäre Thema der Verbandsversammlung, die der Abwasserzweckverband Hardheim-Höpfingen am Mittwoch im Höpfinger Rathaus abhielt.

Höpfingen/Hardheim. 1987 erbaut, verlangt die Verbandskläranlage Anlage nun nach umfassender Sanierung und Erweiterung.

Als Verbandsvorsitzender leitete Bürgermeister Volker Rohm den Abend ein. Die Kläranlagenerweiterung setzt ein durch das Regierungspräsidium Karlsruhe gefordertes gewässerökologisches Gutachten über den Zustand der Erfa und ihrer Seitengewässer voraus. Mit der Unteren Wasserbehörde wurden hierfür neun Messstellen festgelegt, die von der bayrisch-badischen Landesgrenze bis nach Bretzingen reichen. Wichtig seien aber laut Rohm zwei weitere Posten – zum Einen oberhalb der Breitenau, wo der von Steinfurt kommende Katzenbach in die Erfa mündet und zum Anderen bei Bretzingen.

Insgesamt werde es vier Probetermine an elf Stellen geben. Vor der Beschlussfassung erfragte Klaus Schneider die Notwendigkeit des Vorhabens, was Kämmerer Bernd Schretzmann mit dem Hinweis auf ein nur durch möglichst repräsentative Messungen zu zeichnendes „Gesamtbild“ beantwortete.

Manfred Böhrer erkundigte sich nach Eigeninteresse der Kreisverwaltung, um Selbige bei den Kosten mit ins Boot zu nehmen. Rohm sicherte zu, das Anliegen mit nach Mosbach zu nehmen. Schließlich stellte Torsten Englert den im Naturschutzgebiet liegenden Punkt „HG2“ bei Bretzingen in Frage, wohingegen Volker Rohm anmerkte, dass die dortige Messung anhand durch Landwirtschaft eventuell dem Wasser zugeführter Verunreinigungen Sinn mache.

Einstimmig beschloss das Gremium schließlich die Vergabe der erweiterten Gewässeruntersuchung an die „Gesellschaft für angewandte Ökologie und Umweltplanung mbH (GefaÖ)“. Die Hälfte der Gesamtsumme von 17 093,16 Euro wird durch das Land gefördert.

Speziell die Kerngemeinde Hardheim betrifft die Schmutzfrachtberechnung im Einzugsgebiet der Kläranlage. „Im Turnus von etwa 25 Jahren muss diese speziell im Hinblick auf in bisherigen Berechnungen nicht berücksichtigte Neubaugebiete neu ermittelt werden“, führte Bernd Schretzmann aus und spielte auf das geplante Hardheimer Neubaugebiet „Trieb-Hostienäcker“ an, für das die Prognosewerte etwa von Sammelkanälen, Überlaufbecken und Pumpwerken den Istwerten gegenüber gestellt werden müssen.

Eine Engstelle am Äckerleinsgraben könne man mit einem zusätzlichen Regenüberlaufbecken entschärfen. „Die Schmutzfrachten sind für den Ist-Zustand und den Prognosezustand zu ermitteln. Letztlich sind Optimierungsvorschläge für das gesamte Verbandsgebiet hinsichtlich der Drosselwassermengen und Beckengrößen zu unterbreiten“, hielt Schretzmann fest.

Einstimmig beschlossen wurde auch dieses Projekt. Der Auftrag über 59 726,10 Euro wurde an das Ingenieurbüro Walter und Partner vergeben. Indirekt damit verbunden war der Abschluss eines Ingenieurvertrags für die Bearbeitung des allgemeinen Kanalplans (AKP) in Hardheim, der mit einer Auftragssumme von 8368,53 Euro gleichsam einstimmig an das Ingenieurbüro Walter und Partner vergeben wurde.

Anschließend ging es um die Erweiterung der Verbandskläranlage auf der Agenda. Kämmerer Schretzmann fasste das Verfahren kompakt zusammen: Aktuell dreht es sich um die Leistungsphasen fünf bis neun“, erklärte er. 80 Prozent der Baukosten werden vom Land gefördert, wobei die Förderung in zwei Abschnitten geschehen müsse. „Der Zuschussbescheid ist in wenigen Wochen zu erwarten“, betonte der Kämmerer.

Einstimmig ging das Votum zur weiteren Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Klinger und Partner (Heilbronn), das auch mit der Ausführungsplanung sowie der weiteren Betreuung der anstehenden Erweiterungs-, Umbau- und Sanierungsarbeiten am Sandfang der Kläranlage beauftragt wurde.

Nachdem Markus Posch (Klinger und Partner) das Projekt vorgestellt hatte, machte Volker Rohm auf eine besondere Bewandtnis aufmerksam: „Ursprünglich war die Sanierung erst als in etwa vier Jahren anstehende Abschlussmaßnahme geplant. Sie wird jedoch vorgezogen, denn Zuschüsse wären nicht möglich und wir wollen einer Teuerungsrate vorbeugen“, begründete er.

Markus Posch verwies auf verrostete Luftleitungen und diverse altersbedingte Betonschäden, ehe die Arbeiten einstimmig an die Firma Brand aus Bretten (Betonsanierung über 142 384,69 Euro) und IUT GmbH aus Pfedelbach (Technische Ausrüstung über 33.534,20 Euro) erteilt wurden. In diesem Zusammenhang gab Volker Rohm zwei Eilentscheidungen hinsichtlich dringlicher Vorarbeiten und derzeit laufende, sich auf 31 609,35 Euro summierende Probebohrungen im Erftal bekannt, „damit die Kläranlage nicht auf Sand gebaut wird“.

Außerdem ließ er wissen, dass Rolf Kaufmann als langjähriger Betriebsleiter der Kläranlage im Herbst in Ruhestand geht und die Suche nach einem qualifizierten Nachfolger laufe. Abschließend bedankte sich Rohm auch im Namen seines Stellvertreters Adalbert Hauck für die einvernehmliche und gute Zusammenarbeit. Denn man tagte am Mittwoch durch die im Zuge der Kommunalwahlen anstehenden Veränderungen, letztmals in dieser Konstellation. ad