Hardheim

Krankenhaus Hardheim Erweiterungsbau bietet Platz für mehr Betten sowie zusätzliche Behandlungszimmer und Lagerräume für den OP-Bereich

„Weiterer Meilenstein für die Zukunftssicherung“

Ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit des Hardheimer Krankenhauses setzt der Erweiterungsbau.

Hardheim. Platz für weitere Betten sowie zusätzliche Behandlungszimmer und Lagerräumlichkeiten für den OP-Bereich umfasst der Erweiterungsbau des Hardheimer Krankenhauses. Der symbolische erste Spatenstich fand gestern im Beisein zahlreicher Ehrengäste statt.

Bürgermeister Volker Rohm kam dabei auf die Frage zu sprechen, was den demografischen Wandel, den Trend zur Urbanisierung mit schlechterer ärztlicher Versorgung und das Schließen kultureller Einrichtungen auf dem Land mit dem Erweiterungsbau verbinde.

Er beantwortete sie mit dem Hinweis auf den Wandel von der „Alterspyramide“ zum „Alterspilz“ und die daraus resultierende Sorge um qualifizierte medizinische Betreuung, wenn zudem knappe Kassen oftmals den Ausbau von Krankenhäusern verhindern.

„Wohlüberlegte Maßnahme“

„Dann bleibt der Mensch auf der Strecke, was nicht sein kann und darf“, betonte er und verwies auf den als „wohlüberlegte Maßnahme“ anzusehenden Umbau: „Neben der rein medizinischen Fürsorge muss auch der menschliche Aspekt berücksichtigt werden“, schilderte Rohm und sprach von einem „Beitrag zu größerer Lebensqualität“.

Gleichsam setze man ein „Zeichen der Überzeugung dafür, dass auch unser kleines Haus über Chancen und Perspektiven verfügt“ – jedenfalls werde eine wohnortnahe und hochwertige medizinische Versorgung gewährleistet.

Sein abschließender Dank galt Architekt Jürgen Löffler, den Ärzten und Verwaltungsleiter Ludwig Schön sowie Fritz-Peter Schwarz als Vorsitzendem des Freundes- und Förderkreises „Unser Krankenhaus“, DRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Herrmann, den Gemeinderäten, den Vertretern der in der Carl-Schurz-Kaserne stationierten KSK-Einheit sowie den Gemeinden Hardheim, Höpfingen und Königheim, der Stadt Walldürn und der Stadt Külsheim, die den weiteren Ausbau des Krankenhauses gemeinsam finanzieren.

Im Auftrag des verhinderten Bundestagsabgeordneten Alois Gerig (CDU) verlas das Gemeindeoberhaupt auch dessen Grußwort, in dem die Investition als Mut zur Risikobereitschaft gewürdigt wurde: „Hier wird ein weiterer Meilenstein für die Zukunftssicherung des Krankenhauses vollzogen“, zitierte Rohm aus Gerigs Manuskript.

„Wichtiges Anliegen“

MdL Georg Nelius bezeichnete die medizinische Versorgung im ländlichen Raum als „wichtiges wie brisantes Anliegen“ – wenn Ärzte ohne Nachfolger in den Ruhestand gehen und seitens der Landesregierung die Wichtigkeit kleiner Krankenhäuser nicht immer erkannt werde, müsse man dem Ärzte- und Krankenhaussterben mit aller Vehemenz entgegenwirken.

„Hohe Standards“

Das, so Nelius, werde im Erftal getan: „Hardheim steht mit seinen hohen Standards und der modernen Ausstattung für gute Arbeit“, lobte der SPD-Abgeordnete und würdigte im selben Atemzug das Tun des „einmalig rührigen Freundes- und Förderkreises“, der als Beweis für die tiefe Verbundenheit der Anwohner mit „ihrem“ Krankenhaus anzusehen sei.

Erster Landesbeamter Dr. Björn-Christian Kleih freute sich über die „Stärkung des ländlichen Raums“ und definierte den Erweiterungsbau als „entstehende Zukunft“, die als klare Ansage gegen den Abbau öffentlicher Infrastruktur auf dem Land gelte und den örtlichen, von der hoch qualifizierten Belegschaft getragenen Strukturen guter medizinischer Versorgung neuen Freiraum schenke.

Nach dem symbolischen ersten Spatenstich lud Verwaltungsleiter Ludwig Schön zum Imbiss ein.