Hardheim

Ganztägige Kinderbetreuung in Hardheim Ein Problem stellt aktuell die Betreuung der künftigen Erstklässler dar / Warteliste im Hort / Die FN fragten nach

„Wir haben eine Lösung in Sicht“

Um als Wohnort für junge Familien attraktiv zu sein, bedarf es flexibler Kinderbetreuungen. Im Kindergartenbereich ist Hardheim gut aufgestellt, in der Schule gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Hardheim. Immer häufiger arbeiten beide Elternteile, wenn ihre Kinder aus dem Gröbsten heraus sind und den Kindergarten mit seinen vielseitigen und flexiblen Betreuungszeiten besuchen können. Großfamilien wie in früheren Zeiten gibt es kaum noch, oft wohnen die Großeltern nicht einmal mehr im gleichen Ort.

Ein Problem entsteht dann, wenn die Kinder in die Schule kommen und die Eltern sich plötzlich mit der Frage konfrontiert sehen, wohin mit den Kindern vor oder nach dem Unterricht. Entweder muss ein Elternteil seinen Job aufgeben oder das Kind hat die Möglichkeit, den Hort zu besuchen. Denn eine Ganztagsgrundschule gibt es in Hardheim bislang nicht, nachdem sich vor einigen Jahren, als das Thema schon einmal aktuell war und von der Gemeinde als Schulträger aufgegriffen worden war, die Mehrheit der Eltern gegen eine Ganztagsgrundschule aussprach. Damit war das Thema vom Tisch, da es eine solche Einrichtung ohne das Votum und den Willen der Eltern nicht geben kann.

Die Plätze im Hort reichten bis zu diesem Schuljahr aus. Im kommenden Schuljahr (ab September 2019) ändert sich die Situation – immer mehr Eltern wünschen sich einen Platz für ihr Kind im Hort, wie die Warteliste zeigt. Was tun? Das ist derzeit die Frage in Hardheim.

Die Kapazitäten sind erschöpft, eine zweite Hortgruppe kann und will sich die Gemeinde aus finanziellen Gründen definitiv nicht leisten.

Da eine Ganztagsgrundschule frühestens im Herbst 2020 eingerichtet werden kann und bis dahin noch manche Auflagen zu erfüllen sind, hat sich eine Elterninitiative gegründet (die FN berichteten), die im Zusammenwirken mit der Gemeinde bemüht ist, für die Interimszeit eine akzeptable Lösung zu finden, die allen Seiten gerecht wird. Denn „es besteht dringender Handlungsbedarf“, wie die Eltern finden.

Die Ganztagsgrundschule hätte im Gegensatz zum Hort für die Gemeinde Hardheim den Vorteil, dass diese in die Zuständigkeit des Landes fällt und damit das Land die Kosten übernehmen müsste und nicht die Kommune, wie beim Hort.

Gemeinderat und Verwaltung legen daher ihr Augenmerk auf die baldmögliche Einrichtung der Ganztagsgrundschule. Ein wichtiger Punkt auf dem Weg dorthin ist eine Elternbefragung. Dabei müsste – anders als vor einigen Jahren – die Mehrheit der Eltern das befürworten und sich bereiterklären, ihr Kind dort betreuen zu lassen.

Elternbefragung steht noch aus

Diese Befragung steht noch bevor. Denn erst wenn ein positives Votum vorliegt, kann die Ganztagsgrundschule überhaupt beantragt werden. „Schule und Träger sind bereit, nun liegt es an den Eltern und entsprechenden Anmeldezahlen“, so der zuständige Hauptamtsleiter Lothar Beger im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Parallel dazu bemühen sich die Eltern der Initiative „Hort“ und die Gemeinde darum, kurzfristig eine Übergangsregelung zu finden.

„Der Hort ist in den letzten Jahren gewachsen und sehr gut angenommen worden“, machte Lothar Beger zunächst deutlich. Die Gemeinde wolle der großen Nachfrage Rechnung tragen. Ziel sei es, auf lange Sicht (Ganztagsgrundschule ab dem Schuljahr 2020/21) wie auf kurze Sicht (ab September 2019) den Eltern eine durchgängige Betreuung ihrer Kinder vom Kindergarten in die Schule anbieten zu können.

Aber das gehe nicht von jetzt auf nachher. Vielmehr seien noch weitere Einzelgespräche mit Eltern erforderlich. Mit der Elterninitiative stehe man in Kontakt. „Wir sind in guter Hoffnung, eine Lösung zu finden“, so der Hauptamtsleiter.

Sein Ziel ist es, die Belegung der Hortplätze zu optimieren und die „aufgeteilten“ Plätze besser auszulasten, zum Beispiel, wenn Kinder nur tageweise betreut werden und deren Plätze dann häufiger auch nicht belegt sind.

Beger ist optimistisch: „Wir haben eine Lösung in Sicht, um den aktuellen Bedarf abzudecken, aber das erfordert, wie erwähnt, noch einige Gespräche.“ Es soll jedenfalls für alle Kinder, die derzeit auf der Warteliste stehen, zumindest eine Übergangslösung geben. Und just während des Gesprächs erfährt der Hauptamtsleiter, dass zwei Kinder vom Hort wieder abgemeldet worden sind. . . . .