Hardheim

Blick in die Statistik Wohnungsangebot im Neckar-Odenwald-Kreis leicht gestiegen / Markt in der Schieflage / 91,7 Quadratmeter Durchschnittswert

Wunsch vieler ist und bleibt das Eigenheim

Neckar-Odenwald-Kreis.Ein Markt in Schieflage: Hunderttausende Wohnungen fehlen, gleichzeitig stehen Millionen leer. Viele Alleinstehende bewohnen eine zu große und Familien viel zu kleine Wohnungen.

Im Neckar-Odenwald-Kreis gab es zum Jahreswechsel 2016/2017 laut Fortschreibung der amtlichen Statistik insgesamt 66 915 Einheiten jeder Art und Größe. Das ist ein Wohnungsplus gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent. Neben den gebetsmühlenhaften Forderungen nach mehr Wohnbau werden inzwischen von Flensburg bis Berchtesgaden auch ganz andere Ideen laut: Wohnungstausch-Projekte.

In ganz Baden-Württemberg kletterte der gesamte Wohnungsbestand in Wohn- und Nichtwohngebäuden gegenüber dem Vorjahr um rund 36 482 Wohnungen (plus 0,7 Prozent) und sorgte für einen neuen Spitzenwert von 5,23 Millionen Wohnungen.

Auch die Leerstände nehmen zu

Auf den Neckar-Odenwald-Kreis entfielen davon 66 915, angefangen von der Ein-Zimmer-Bude bis hin zur großen Villa. Zuletzt erhöhte sich der Bestand um 376 Wohnungen oder 0,6 Prozent. Vier Jahre zuvor (2012) hatte die Zahl noch bei insgesamt 65 851 Wohnungen gelegen.

Deutschlandweit wächst die Wohnungszahl kontinuierlich, der Leerstand allerdings auch. Rund zwei Millionen leerstehende Wohnungen sind es deutschlandweit, schätzt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, betroffen sind vor allem ländliche Regionen.

Zwar nimmt der Wohnungsbestand ständig zu, aber nicht überall in dem Maße wie nötig. Von Januar bis Ende 2016 kletterte der Wohnungsbestand bundesweit um knapp 260 000 Wohnungen auf rund 41,7 Millionen Wohneinheiten. Das ist nicht genug. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) schätzt, wie viele Fachleute auch, dass es rund 400 000 jährlich sein müssten.

66 915 Wohnungen im NOK

Gut geschnitten, hell, in toller Lage, mit Balkon oder Garten – so wünschen sie viele ihre Traumwohnung. Welche der 66 915 vorhandenen Wohnungen im Neckar-Odenwald-Kreis diesem Ideal nahekommen, wird statistisch freilich nicht erfasst.

Der größte Traum vieler ist und bleibt das Eigenheim: 28 122 davon gibt es mittlerweile kreisweit. Preiswerter dürfte das Wohnen demgegenüber in einem der 3351 Mehrfamilienhäuser sein. Hierunter fallen alle Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen.

Begehrt sind zudem große Wohnungen mit fünf Räumen (einschließlich Küche) und mehr. Davon hatte es im Neckar-Odenwald-Kreis zum Jahreswechsel 2016/2017 insgesamt 39 397, ein Anteil von rund 58,9 Prozent an allen vorhandenen Wohnungen.

Weitere 14 710 Wohnungen (22,0 Prozent) verfügten über vier Räume, 8928 Wohnungen (13,3 Prozent) waren Dreiraumwohnungen, 3019 (4,5 Prozent) verfügten über zwei Räume und 861 über einen Raum (1,3 Prozent).

46,5 Quadratmeter pro Kopf

Rund 91,7 Quadratmeter groß ist derzeit die bundesweite Durchschnittswohnung (einschließlich Wohnungen in Wohnheimen), macht 46,5 Quadratmeter pro Kopf, geht aus der Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestands des Statistischen Bundesamtes weiter hervor. Im Jahr 2000 lag die Pro-Kopf-Wohnfläche bundesweit noch bei 39,5 Quadratmetern.

Befeuert wird der Wohnungsmangel durch den Trend zu kleineren Haushalten, einer alternden Gesellschaft sowie dem Wunsch der Menschen nach möglichst viel Platz und Gestaltungsfreiheit.

Während der Anteil der Ein-und Zwei-Personen-Haushalte vor 20 Jahren noch bei knapp zwei Dritteln lag, machen diese heute bereits rund drei Viertel aller privaten Haushalte aus.

Aber es kommt Bewegung in das Geschehen: Aufstockungen und das Lockern der Auflagen für Gebäudehöhen werden diskutiert, um die Situation in den Städten zu entspannen. Ebenso kommen landauf landab Wohnungstauschprojekte zwischen Senioren und Familien immer mehr in die Diskussion – und zwar auch aus den Reihen vieler Senioren oder lokalen Senioren(bei)räten. sus