Hardheim

Rathaus gestürmt „Schnapsbrenner“ übernahmen die Macht in Höpfingen / Gardemädchen geehrt

Zur Haushaltssanierung: Hartz IV für die Gemeinde

Archivartikel

Höpfingen.Zur traditionellen Rathausstürmung der FGH 70 „Höpfemer Schnapsbrenner“ verwandelte sich das Areal um das Alte Rathaus am Plan („Bürgerstube“) am Samstag in eine absolute Partymeile: Stimmung, Jux und Fidelitas gaben den Ton an – und die von Peter Fieger dirigierte Musikkapelle Höpfingen mit ihren selbstverständlich auch in Grün und Quetscheblau gekleideten Musikanten. Nach dem stimmungsvollen Einmarsch eröffnete Bürgermeister Adalbert Hauck die Zeremonie und nahm in gewitzten Versen die derzeitige Haushaltslage Höpfingens sowie das neue Haushaltsrecht aufs Korn, ehe ihm die Gemeinderäte Helmut Häfner, Josef König, Andreas Fürst, Martin Sauer und Michael Volk auf so lustige wie direkte Weise Kontra gaben.

Die Suche nach möglichen Abschreibungen führte über das mit der Pensionierung von Pfarrer Hans Scheuermann derzeit leere Pfarrhaus mit „abgeschriebenem“ Pfarrer und die geplante Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts als „Abschreibung Nummer zwei“ bis hin zur abzuschreibenden Hochzeit, aber nun war es das Gemeindeoberhaupt, das sein Veto einlegte: „Eure Gedanke sehr in Ehre, doch leider muss ich sie abwehre“, verkündete er. „Es zählt hier nicht das Ideelle, weil die dort Zaster sehe welle!“ So müsse man überall sparen, denn nur Ordnung und Disziplin „bringen uns zum Ziele hin“, womit Hauck dem murrenden Schnapsbrennervolk und dem ebenso enttäuschten Elferrat die Abschaffung der Faschnacht verkünden wollte.

Doch da lief Präsident Jürgen Farrenkopf zur Höchstform auf. Er geizte nicht mit Tipps der ganz eigenen Art: „Abschreibe dud man vom Wert, verzählt denne halt irgendwas vom Pferd“, empfahl er, „macht es wie die Politik hier weit und breit: Sicheres Auftreten bei vollkommener Ahnungslosigkeit!“ Sollten am Ende alle Stricke reißen, könne man immer noch Kommunalgeschichte schreiben: „Und wenn dann nix mehr hilft schlag’ ich vor hier, beantrage mir als erste Gemeinde halt Hartz vier!“

Nach einem Schunkler der Musiker, dem schwungvollen Sturm auf die Bastei und dreifach-kräftigem „Schnapsbrenner Helau“ verlas Vizepräsident Tobias Hauk den Schlüsselspruch, ehe mit Seiner Tollität Prinz Matze I. und Ihrer Lieblichkeit Prinzessin Dani, die Kaiserin sowie dem aus „Prinzessin Maya, die Straußewärtin vom Adelsberg“ und „Prinz Quentin, dem Fischkopp-Kicker von de Lorenze“ die charmanten närrischen Hoheiten das Regiment ergriffen. Als erste Amtshandlung verkündeten sie die elf närrischen Gesetze, nach denen keiner am Aschermittwoch das Gefühl haben solle, etwas verpasst zu haben.

Anschließend überreichten sie den Helfern, Gönnern und Freunden den Jahresorden, ehe die altehrwürdige Hymne „Höpfi-Höpfi-Höpfi“ aus vollem Hals geschmettert wurde. Aber das war noch nicht aller Tage Abend: Für die Extra-Portion Frohsinn sorgte das von Josef König getextete Ständchen „Si sänn aus Höpfi“ zu Ehren des Prinzenpaars, ehe mit einer Polonaise die Party am Alten Rathaus eröffnet wurde.

Für jeweils 11-jährige Tätigkeit in den Garden wurden Anna-Lena Farrenkopf und Hannah Dörr ausgezeichnet. Vorsitzender Günter Schell und Präsident Jürgen Farrenkopf gratulierten und überreichten die Dankesurkunden. ad