Heilbronn

IHK Heilbronn-Franken Sitzung der Vollversammlung / Europapolitische Positionen und Fragen zur Gewerbeförderung behandelt

Der Ausbau der A 6 rückt näher

Heilbronn.Der seit vielen Jahren von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn-Franken und der regionalen Wirtschaft geforderte sechsstreifige Ausbau der A 6 zwischen dem Weinsberger Kreuz und der Anschlussstelle Feuchtwangen, an der Landesgrenze zu Bayern, rückt langsam in greifbare Nähe. Zum aktuellen Stand der Planungen gab die Projektleiterin beim Regierungspräsidium Stuttgart, Eva Paulick, in der jüngsten Sitzung der Vollversammlung der IHK Heilbronn-Franken einen Sachstandsbericht.

Demzufolge rechnet man bis Ende 2020 mit dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens. Als Termin für den Baubeginn nannte die Projektleiterin das Jahr 2023, mit dem Abschluss der gesamten Maßnahme rechnet sie im Jahr 2028. Nach derzeitigem Stand belaufen sich die Gesamtkosten für das knapp 65 Kilometer lange Teilstück auf rund eine Milliarde Euro.

Die Finanzierung des Projekts soll über ein Öffentlich-Privates-Partnerschaftsprojekt (ÖPP-Projekt) erfolgen.

Möglich wurde diese für die Region Heilbronn-Franken dringend notwendige Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur nur durch das bereits 2001 ins Leben gerufene „Aktionsbündnis A 6“, für das sich die IHK zusammen mit anderen Partnern stark gemacht hatte. Durch die Vorfinanzierung der Planung für diesen Streckenabschnitt durch das Aktionsbündnis wurde der Planungsprozess erheblich beschleunigt mit dem Ergebnis, dass die Maßnahme mit der höchsten Ausbaupriorität in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde.

Wichtige Verkehrsader

IHK-Präsident Professor Dr. Harald Unkelbach zeigte sich sehr erfreut und zuversichtlich, dass der Ausbau dieser bedeutenden transeuropäischen Verkehrsader mit weit überdurchschnittlicher Verkehrsbelastung, insbesondere durch den Schwerlastverkehr, jetzt doch in greifbare Nähe gerückt sei. Für die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken sei die A 6 „eine elementare Lebensader“, so der Präsident.

In der gleichen Sitzung verabschiedeten die Mitglieder der Vollversammlung wichtige Grundsatzpositionen wie die „Europapolitischen Positionen 2019“ der IHK-Organisationen, in denen Reformvorschläge der deutschen Wirtschaft an die EU-Institutionen und die Mitgliedsstaaten zusammengefasst werden.

Der zehn Punkte umfassende Forderungskatalog benennt Themen wie die Stärkung und den Ausbau des europäischen Binnenmarkts und des weltweiten Handels durch den Abbau von Handelshemmnissen, die Anpassung der europäischen Verkehrsinfrastruktur an den wachsenden Bedarf oder den zügigen Ausbau eines hochleistungsfähigen europäischen Breitbandnetzes.

In ganz aktuellem Zusammenhang zu diesem Thema stand auch die Information des Präsidenten über seine jüngste Chinareise zusammen mit einer Wirtschaftsdelegation unter Leitung der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin Nicole Kraut-Hoffmeister. Der technische und digitale Fortschritt im Reich der Mitte entwickle sich rasant, G5 sei praktisch überall vorhanden und er sei überzeigt, dass die politische Führung der Volksrepublik das ehrgeizige Ziel der Agenda „Made in China 2025“ ganz sicher erreichen werde.

Der technische Vorsprung deutscher Unternehmen und der Wissenschaft hierzulande würden immer kleiner, was auch mit dem Ausbau der Universitäten in China zu tun habe, die heute schon mit dem höchsten Ranking weltweit aufwarten können. Die Hälfte der Professoren an diesen Hochschulen kommen aus dem Ausland, die Lehrsprache für alle ist Englisch. Unkelbach ist auch davon überzeugt, dass China bis zum Jahr 2049, dem 100-jährigen Bestehen der Volksrepublik, die Wirtschaftsmacht Nummer eins in der Welt sei.

Wandel auf vielen Sektoren

Auch auf dem mobilen Sektor (Wandel vom Verbrennungsmotor hin zum Elektroantrieb) und im Bereich künstliche Intelligenz (Umgang und Einsatz von Robotern) verändere sich die Situation sehr schnell. Vor allem der Verlust des technologischen Fortschritts bedrohe insbesondere die mittelständische Wirtschaft in unserem Lande. Der Präsident hält es für das Gebot der Stunde und die große Zukunftsherausforderung, sich intensiver mit der digitalen Transformation zu beschäftigen.