Heilbronn

Ziehl-Abegg Unternehmen weiht neues Produktionsgebäude im Gewerbepark Hohenlohe ein / Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut machte ihre Aufwartung

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt

Kupferzell.Die Auftragsbücher sind voll, das Geschäft brummt, die Produktion wurde spürbar erhöht. Bei der Einweihung der neuen Produktionshalle des Elektromotoren- und Ventilatorbauers Ziehl-Abegg, im Gewerbepark Hohenlohe bei Kupferzell, direkt an der A 6, herrschte am Freitag große Zufriedenheit.

Mit dem Neubau stellte das Unternehmen die Weichen für die Zukunft. Durch die neuen Räume wurde die Fertigungsbreite erhöht und die Produktion in Richtung Industrie 4.0 weiterentwickelt.

28 Millionen Euro Kosten

28 Millionen Euro kosten der Neubau und die neuen Maschinen im Gewerbepark Hohenlohe. Damit gelang der Einstieg in die eigene Kunststoffproduktion. Bei der Herstellung von Ventilatoren aus speziellem Kunststoff in der sogenannten CE-Fertigung, (Spritzgusstechnik auf höchstem Niveau) setzt das Unternehmen jetzt auf eine neuartige integrierte Qualitätssicherung, so dass die Fehlerquote gegen null geht.

Mit Produkten aus Alu, Stahl und Kunststoff stehen künftig drei Technologien für die Kundenwünsche zur Verfügung.

Das neue Herzstück

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, bezeichnete die neue Produktionsstätte als „das Herzstück und die Keimzelle von Ziehl-Abegg“.

Damit habe man die Voraussetzungen für das weitere Wachstum der Gruppe geschaffen. Die Entwickler bei Ziehl-Abegg verwirklichen bei den Ventilatoren immer stärker bionische Ansätze, um die Aerodynamik zu verbessern.

Allerdings ist es eine große Herausforderung, diese optimierten Formen in der Serienproduktion umzusetzen. „Wir haben eine solch komplexe Spritzgusstechnik im Einsatz, dass alleine die Kosten für ein einzelnes Werkzeug eine halbe Million Euro betragen“, erklärt Fenkl.

In die neuen Anlagen sei die Erfahrung aus zehn Jahren eingeflossen, in denen Lieferanten im Auftrag von Ziehl-Abegg-Ventilatoren aus Kunststoff gefertigt hatten.

Der Clou ist, dass die Spritzgussmaschinen bereits bei der Produktion wichtige Prozess-Parameter überwachen, so dass fehlerhafte Produkte ausgeschlossen sind.

Der Einstieg in die Kunststofftechnik bringe vor allem den Kunden Vorteile. Denn nun produziert Ziehl-Abegg selbst Ventilatoren aus Aluminium ebenso wie aus Stahl und aus Kunststoff. „Wir haben die Wertschöpfung ins Haus geholt“, sagte der Firmenchef über die neue Ära.

Drei Technologien auf einmal

Dadurch könne jeder Ingenieur nach objektiven Kriterien entscheiden, welcher Werkstoff derjenige ist, der sich am besten für die Kundenanwendung eignet. Fenkl: „Wir haben jetzt inhouse alle drei Technologien verfügbar. Das unterscheidet uns von den Wettbewerbern.“ Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, die auch schon beim Spatenstich vor zwei Jahren anwesend war, unterstrich den Mut und die Weitsicht, mit der das Hohenloher Erfolgsunternehmen geführt werde.

Obwohl die Wirtschaftsdaten im Land zum vierten Mal in Folge negativ ausfielen, zeigen bei Ziehl-Abegg die Zahlen in die andere Richtung, wie sie beim Rundgang durch die neuen und modernen Produktionshallen betonte. Vom Elektro-Stadtbus bis zum Computertomographen biete das innovative Unternehmen die ganze Bandbreite modernster Elektroantriebstechnik, die in der ganzen Welt gefragt sei. Trotzdem sei Ziehl-Abegg immer ein typisches Hohenloher Familienunternehmen geblieben, was sie besonders schätze.

Die weltpolitische Lage sieht die Ministerin mit Blick auf die rückwärts gerichteten politischen Entscheidungen des amerikanischen Präsidenten eher mit gemischten Gefühlen.

Der falscheste Weg sei die Zeit zurück zu drehen und neue Mauern zu errichten. Der US-Markt sei eine tragen Säule der deutschen Wirtschaft.