Heilbronn

„pro Region“ Bürgerinitiative zog Bilanz / Regionaltag am 15. Juli

Digitalisierung ist wichtigstes Jahresthema

Archivartikel

Niedernhall.Das von der Bürgerinitiative „pro Region“ vor drei Jahren gestartete Projekt „Demografische Allianz Heilbronn-Franken“, war eines der zentralen Themen der Jahresarbeit 2017, wie Vorsitzender Jochen K. Kübler bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend in seinem Rechenschaftsbericht betonte.

Neben den Landkreisen Heilbronn, Hohenlohe und Schwäbisch Hall beteiligten sich aus dem Main-Tauber-Kreis auch die Gemeinde Ahorn und die Städte Boxberg, Külsheim und Tauberbischofsheim mit den Stadtteilen Dittwar, Dittigheim und Distelhausen an diesem Projekt. Auch künftig werden sich die 25 Projektkommunen, zu denen mittlerweile ebenso die Gemeinde Igersheim gehört, zu einem jährlichen Erfahrungsaustausch treffen, wie der Vorsitzende zufrieden feststellte. Kübler bedauerte allerdings an dieser Stelle, dass sich der Main-Tauber-Kreis aus dem Projekt verabschiedet habe.

Chance für die Region

Projektleiter Frank Stroh sieht in dem künftigen Gedankenaustausch die Chance, die Region auch nach außen als innovativ und für gesellschaftliche Veränderungen offen darzustellen. Er verbindet damit die Erwartung, dass das Thema Demografischer Wandel nicht als Bedrohung, sondern als Chance für die Region und ihre Menschen gesehen wird. Der Wunsch sei es, dass in der Fortsetzung des Projekts kreative Ideen zu diesem Thema nicht nur gesammelt, sondern auch umgesetzt werden. Damit entstehe ein Netzwerk, das einen Erfahrungsaustausch zu verschiedenen Themen des Demografischen Wandels sicherstelle. Von der gegenseitigen Unterstützung oder gemeinsamen Projekten über die Gemeindegrenzen hinweg könnten alle profitieren, denn bestimmte Themenfelder dieser Mammutaufgabe können nach Strohs Meinung nach nur gemeinsam und regional gelöst werden.

Weitere Aktionen im abgelaufenen Jahr waren die Feier zum 20-jährigen Bestehen der Bürgerinitiative im Carmen Würth Forum, die Regionaltafel in der Aula des Bildungscampus in Heilbronn, die Verleihung des Forschungstransferpreises der IHK Heilbronn-Franken, der Digitalisierungsgipfel im Audi-Forum in Neckarsulm, der Regionaltag in Külsheim und die Fachtagung mit dem Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ im Rahmen des Projekts „Demografische Allianz“. Daneben wurde versucht, in einer Reihe von Veranstaltungen das Thema Digitalisierung einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen.

Auch im laufenden Jahres 2018 wird dieses Thema im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen. So ist am 17. Juli in Tauberbischofsheim ein Vortrag für interessierte Bürger unter der Überschrift „Ist die Zukunft digital?“ vorgesehen, bei dem Stefan Krebs, CIO und Beauftragter der Landesregierung für Digitalisierung, der Frage „Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für die Bürgerinnen und Bürger und für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg?“ nachgehen wird.

Bereits am Sonntag, 15. Juli, findet der 21. Regionaltag in Künzelsau mit einem hochkarätigen Bühnenprogramm und rund 70 Ausstellern aus Tourismus und Wirtschaft statt. Das SWR Studio Heilbronn ist mit „Mundart und Musik“ vor Ort, und ein verkaufsoffener Sonntag lädt zum Schauen und Shoppen ein. In der Auftaktveranstaltung um 11.30 Uhr in der Stadthalle, wird Volker Schmid, Missionsmanager beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die Festrede zum Thema „Von Horizont zu Horizont – ‘s Ländle im All“ halten. Die nächsten Regionaltage finden 2019 in Heilbronn auf der Bundesgartenschau, 2020 in Crailsheim und 2021 in Bad Mergentheim statt.

Auskunft über die Finanzen der Bürgerinitiative gab Schatzmeister Werner Gassert. Den Einnahmen von rund 217 700 Euro standen Ausgaben in Höhe von rund 224 800 Euro gegenüber. Größte Ausgabebrocken waren der Regionaltag mit 46 300 Euro, das Jubiläum mit 40 200 Euro und das Projekt „Demografische Allianz“ mit 20 000 Euro. Die Regionaltafel kostete 12 600 Euro. „Ohne die großzügige Spende von rund 185 000 Euro durch die Adolf Würth GmbH könnte die Bürgerinitiative ihre Arbeit nicht leisten“, fasste der Schatzmeister seinen Bericht zusammen. Derzeit hat der Verein ein Vermögen von rund 4100 Euro.

Elektromobilität

Im Anschluss hielt Dr. Klaus Wittig, Geschäftsführer der Würth Elektronik, einen Vortrag zum Thema Elektromobilität in dem er mit vielen Vorurteilen aufräumte und weit verbreitetes Halbwissen über Wirkungsgrad von E-Motor zu Verbrennungsmotor und Umweltbelastung durch die Batterieproduktion, mit konkreten Zahlen zurechtrückte. So erfuhren die Zuhörer, dass ein Elektrofahrzeug schon in wenigen Jahren nicht mehr wesentlich teurer sein wird als ein Fahrzeug mit Benzin- oder Dieselmotor und im Fahrbetrieb sogar günstiger zu unterhalten ist. Die von Wittig schon für dieses Jahrhundert prognostizierte Erdölverknappung erfordere ohnehin ein schnelles Umdenken, denn „die Zeitfenster werden immer enger, es führt kein Weg an der Elektromobilität vorbei“.