Heilbronn

Bilanz gezogen Ventilatoren- und Elektromotorhersteller ebm-papst steigert Umsatz erstmals auf über zwei Milliarden Euro / Meilenstein in Unternehmensgeschichte

Globalen Wachstumskurs konsequent fortgesetzt

Archivartikel

Mulfingen/Stuttgart.Der Weltmarkt- und Technologieführer im Ventilatorbau, die Unternehmensgruppe ebm-papst mit Stammsitz in Mulfingen, setzt ihren globalen Wachstumskurs konsequent fort und steigerte nach dem Rekordergebnis aus dem Vorjahr den Umsatz um weitere 143 Millionen Euro (7,5 Prozent) auf jetzt 2,043 Milliarden Euro (wir berichteten bereits kurz).

Herausragende Leistung

Damit habe man einen Meilenstein in der Geschichte des Familienunternehmens erreicht, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefan Brandl, in der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart am Mittwoch zufrieden feststellte.

„In Zeiten von Materialengpässen, Kapazitätsproblemen und politischen Unsicherheiten ist dies eine herausragende Leistung. Wir konnten fast in allen Regionen, in allen Märkten, an allen Standorten wachsen, und das vielfach sogar zweistellig“, so Brandl.

Für das ebenfalls gut angelaufene neue Geschäftsjahr 2018/19 plant das Unternehmen eine vorsichtige Steigerung des Umsatzes um gut drei Prozent. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 15 115 Mitarbeiter, das sind 717 mehr als im letzten Berichtszeitraum.

Einen neuen Rekord erreicht auch die für 2018/19 geplante Investitionssumme. Die vorgesehenen rund 200 Millionen Euro bedeuten ein Plus vom knapp 40 Prozent und werden beispielsweise in den neuen chinesischen Standort Xian und in das geplante Technologiezentrum am Stammsitz in Mulfingen fließen.

Auch auf dem nordamerikanischen Mark will sich ebm-papst stärker engagieren und neben der Produktionsstätte im Bundesstaat Connecticut einen zweiten Produktionsstandort gründen. Dies geschieht auch im Hinblick auf die sich veränderte weltpolitische Lage und mögliche Strafzölle.

Den Einkauf, der mit einer Milliarde Euro zu Buche schlägt, will man künftig weltweit tätigen, um Lieferschwankungen zu vermeiden.

Außerdem setzt die Geschäftsführung auf das neue Strategieprogramm „one ebm-papst“. „Mit dieser langfristig angelegten Strategie machen wir das Familienunternehmen bereits in erfolgreichen Zeiten fit für die Zukunft und stellen die Weichen, um langfristig unsere führende Stellung bei Ventilatoren und Elektromotoren auf dem Weltmarkt zu behaupten. Wir wollen schneller und reaktionsfähiger werden und uns flexibler aufstellen“.

Wesentlicher Aspekt dabei ist, dass die Unternehmensgruppe noch stärker zusammenwächst, ohne dabei das Erfolgsrezept der Dezentralisierung aufzugeben, wie der 50-jährige ebm-papst-Chef deutlich machte. Aktuell arbeite man an über 30 strategischen „one ebm-papst“-Projekten, durch die unter anderem Effizienz, Effektivität, Reaktionsfähigkeit und Flexibilität optimiert werden. Mit der Einführung des Strategieprogramms „one ebm-papst“ hat Stefan Brandl 2017 die Weichen gestellt, das Unternehmen strukturell für weiteres qualitatives Wachstum auszurichten. „Ein bedeutendes Projekt des „one-ebm-papst“-Programms ist die „Struktur 2020“.

Eigenständigkeit erhöht

Hier baut ebm-papst neben Europa seine Regionen Asien und Amerika nach dem Prinzip „local for local“ konsequent aus und erhöht dort die Eigenständigkeit auch in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb und Produktion. Im laufenden Geschäftsjahr will die ebm-papst-Gruppe runde 200 Millionen Euro in neue Produktionsanlagen, aber auch in den Bereich Forschung und Entwicklung investieren.

So ist am Stammsitz in Mulfingen das neue Technologiezentrum geplant, für das der Spatenstich schon in Kürze erfolgen wird.

Außerdem baut ebm-papst in Oradea (Rumänien) aktuell eine Fertigung für sein Automotivsegment auf.