Heilbronn

Reinhold-Würth-Hochschule Spatenstich für Erweiterungsbau / 20-Millionen-Projekt soll bis zum Wintersemester 2019/20 fertig sein

Gutes Zeichen für ganze Region

Künzelsau.Als „gutes Zeichen für die ganze Region“ und „wichtige strategische Weichenstellung für den Hochschulstandort Künzelsau“ sahen der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Würth und IHK-Präsident Professor Dr. Harald Unkelbach und der Dekan der Fakultät für Technik und Wirtschaft der Reinhold-Würth-Hochschule, Professor Dr. Thomas Bezold, den Spatenstich für die Erweiterung am Campus Künzelsau durch zwei neue Gebäude, der am gestrigen Donnerstag erfolgte.

Rund 20 Millionen Euro werden an der ehemaligen Hofratsmühle investiert, um das Angebot für Forschung, Studium und Lehre in der Kreisstadt am Kocher zu erweitern. Die Erweiterungsbauten umfassen ein Vorlesungs- und Hörsaal-Gebäude sowie ein Institutsgebäude.

In den Reden zum Spatenstich wurde von einem „Meilenstein in der 30-jährigen Geschichte der Hochschule“ gesprochen, und es klang übereinstimmend an, dass sich die Wettbewerbssituation der Reinhold-Würth-Hochschule durch die Erweiterung allgemein verbessere und die Weiterentwicklung am Campus Künzelsau einen großen Schritt vorwärts gekommen sei.

Professor Dr. Harald Unkelbach, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Würth, gab in seiner Rede einen kurzen geschichtlichen Abriss über die 30-jährige Geschichte der Reinhold-Würth-Hochschule. Die Initialzündung zur Erweiterung bekam das Projekt im Jahre 2013, als sich Unternehmer Reinhold Würth und Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Hohenlohe trafen. Der Milliardär aus Künzelsau sagte dem Landesvater damals eine Spende von zehn Millionen Euro zu, wenn das Projekt umgesetzt werde. Durch die Erweiterung bekomme die Hochschulentwicklung am Standort Künzelsau eine neue Dynamik. Das sei nicht nur gut für die Stadt Künzelsau, sondern für die ganze Region, denn es verdeutliche den Zusammenhalt der einzelnen Kommunen und Landkreise. Unkelbach sprach auch von der Notwendigkeit des Ausbaues der Forschung, die von der ganzen Industrie der Region Heilbronn-Franken begrüßt werde.

Das Hörsaalgebäude wird von der Stiftung Würth gebaut und der Hochschule unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Das ursprünglich von ebm-papst geplante Institutsgebäude wird nun als Multifunktionsbau ebenfalls von der Stiftung Würth errichtet. An diesen Kosten beteiligt sich der Ventilatorbauer aus Künzelsau mit 500 000 Euro. Mieter wird die Innovationsregion Hohenlohe e.V. sein, die das Ensemble an drei unterschiedliche Mietpartner weitervermietet. In der Innovationsregion Hohenlohe sind viele Unternehmen organisiert, die in dem Institutsgebäude die Möglichkeit haben, Forschung und Entwicklung zu betreiben. In den neuen Räumen wird auch vorsorglich Platz für das Digital Hub geschaffen. Das Digital Hub ist eine Initiative des Landes Baden-Württemberg und wird von diesem und einem Konsortium namhafter Unternehmen und vielen Partnern der Region Heilbronn-Franken finanziert und gefördert.

Es soll vorwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen in der Region beim Prozess der digitalen Transformation ganzheitliche Unterstützung gewähren und die gravierenden Veränderungen der Wirtschafts- und Arbeitswelt proaktiv gestalten.

Neben der Sensibilisierung für neue Technologien, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Technologietransfer in die Unternehmen, ist es auch Ziel dieses Projekt, Start-up-Firmen eine Heimstätte zu geben.

In seinem Grußwort ging Unternehmer Reinhold Würth nochmals auf den Ursprung der Hochschule in Künzelsau ein, deren eigentlicher Urheber der ehemalige Ministerpräsident Lothar Späth war. Dem habe er vor mehr als 30 Jahren eine „Spende von 500 000 D-Mark“ zugesagt und so den Stein ins Rollen gebracht.

Im kommenden Jahr wird auf dem Würth-Gelände im Stadtteil Gaisbach ein eigenes Forschung- und Entwicklungszentrum errichtet, wie Unternehmer Reinhold Würth beim Spatenstich gestern bekannt gab.

Damit wäre dann der Grundstein für ein „Kocher-Valley“ gelegt.