Heilbronn

Agentur für Arbeit Zahl der Arbeitslosen im Juli geringfügig gestiegen / Sommerflaute ist auf dem Arbeitsmarkt kaum spürbar

Interessante Stellen warten auf Bewerber

Archivartikel

Odenwald-Tauber.Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim ist im Juli leicht gestiegen. Es waren 8954 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 67 mehr als im Juni, aber 932 (Minus 9,4 Prozent) weniger Arbeitslose als im Juli 2017. Die Arbeitslosenquote, also der Anteil der Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen, ist um 0,1 Prozent gestiegen und liegt aktuell bei 2,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg beträgt 3,1 Prozent.

„Jedes Jahr melden sich im Juli üblicherweise vermehrt junge Erwachsene nach beendeter Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos. Dies ist eine jahreszeitlich typische Entwicklung. Nach der Urlaubszeit und Sommerpause werden viele von ihnen mit neuen Arbeitsverträgen wieder beschäftigt sein. Einige werden eine weiterführende Schule besuchen oder studieren“, sagt Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

Die Nachrichten vom Arbeitsmarkt sind auch im Juli positiv trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen. „Die Beschäftigungszahlen sind sehr gut, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern steigt auf einem hohen Niveau weiter an“, so Karin Käppel.

Im Juli waren 8304 freie Stellen gemeldet, 386 mehr als im Vormonat (Plus 4,9 Prozent) und 1170 mehr als im Juli 2017 (Plus 16,4 Prozent). Arbeitgeber haben der Arbeitsagentur in diesem Monat 2121 neue Stellen gemeldet.

Main-Tauber-Kreis

Die Arbeitslosenquote im Main-Tauber-Kreis liegt bei 2,5 Prozent (Vormonat 2,5 Prozent). Im Juli waren 1902 Menschen arbeitslos gemeldet, 28 mehr als im Vormonat, aber 279 weniger als im Juli 2017. 647 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 625 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 723 Stellenangebote gemeldet (Juli 2017: 721). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 2686; 18,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Neckar-Odenwald-Kreis

Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosigkeit bei 3,1 Prozent (Vormonat 3,1 Prozent). Es waren im Juli 2489 Menschen arbeitslos gemeldet, zwölf weniger als im Vormonat, 295 weniger als im Juli 2017. 669 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 674 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 304 Stellenangebote gemeldet (Juli 2017: 299). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1205; 18,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Schwäbisch Hall

Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 2,7 Prozent (Vormonat 2,7 Prozent). Es wurden im Juli 3042 Arbeitslose gezählt, 42 mehr als im Juni, 220 weniger als im Vorjahresmonat. 958 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 907 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 741 Stellenangebote gemeldet (Juli 2017: 768). Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 2771; 12,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Hohenlohekreis

Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 2,3 Prozent (Vormonat 2,3 Prozent). Es wurden im Juli 1.521 Arbeitslose gezählt. Das sind neun mehr als im Juni, aber 138 weniger als im Vorjahresmonat.

452 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 443 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 353 Stellenangebote im Juli aufgegeben (Juli 2017: 460). Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 1642; 18,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Der Ausbildungsmarkt

Wenige Wochen vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres zeigt das Geschehen auf dem Ausbildungsmarkt zwei Seiten einer Medaille. Junge Menschen haben die Wahl unter so vielen Ausbildungsstellen wie noch nie. Gleichzeitig tun sich nicht nur kleinere und mittelständische Betriebe schwer, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Beim Business Talk der Arbeitsagentur Ende Juni wurde den Unternehmen aufgezeigt, wie sie den Jugendlichen als attraktiver Ausbildungsbetrieb auffallen. „Denn wer nicht auffällt, fällt weg“, lautet eine wichtige Grundregel für erfolgreiche Nachwuchsgewinnung.

Viele interessante Stellen mit tollen Karrieremöglichkeiten nach der Ausbildung warten auf Bewerber, auch auf Bewerber, die keine Traumnoten haben und noch etwas Zeit brauchen, um sich weiter entwickeln zu können. Doch dazu brauchen sie Unternehmen, die ihnen auch eine Chance dazu geben und ihre Einstellungsvoraussetzungen nicht zu hoch schrauben. „Seien Sie bei der Bewerberauswahl etwas mutiger“, wünscht sich Karin Käppel. „Wenn es nicht ganz rund läuft, unterstützten wir Bewerber und Betriebe dabei, die Ausbildung erfolgreich zu meistern. Beispielsweise über die betriebliche Einstiegsqualifizierung, mit ausbildungsbegleitenden Hilfen oder der assistierten Ausbildung“, betont die Agenturleiterin.

Wer dazu noch räumlich etwas flexibel ist, sich nicht nur auf den einen Beruf fixiert, sondern sich offen für weitere Möglichkeiten zeigt, dem stehen fast alle Wege offen. „Nicht zögern oder Umwege machen, sondern jetzt noch zugreifen und beruflich durchstarten“, so der Tipp von Karin Käppel.

Bis Juli wurden der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 5512 freie Berufsausbildungsstellen gemeldet. Als Bewerber für einen Ausbildungsplatz haben sich 3500 junge Menschen gemeldet, 6,7 weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Rein rechnerisch kommen auf einen Bewerber 1,6 Ausbildungsstellen. Der statistische Berichtszeitraum für den Ausbildungsmarkt läuft in Anlehnung an den üblichen Ausbildungsbeginn vom 1. Oktober bis zum 30. September.