Heilbronn

Sicherheits- und Fahndungstag Rund 80 Beamte auf Autobahnen und in der Heilbronner Innenstadt im Einsatz / Spürhund und Röntgen-Scanner

Polizei fahndet mit geballter „Manpower“

Archivartikel

Präsenz wollte man am Sicherheits- und Fahndungstag zeigen, Erkenntnisse für den Berufsalltag gewinnen. Und: Den einen oder anderen offenen Haftbefehl vollstrecken.

Weinsberg. „Wir betreiben hier einen großen Aufwand und erwarten dementsprechende Ergebnisse“, sagte Hans Becker, Heilbronner Polizeipräsident, und meinte damit den gestrigen Sicherheits- und Fahndungstag. Dieser fand erstmalig im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums statt und war eine groß angelegte Aktion mit rund 80 Einsatzkräften. Darunter waren neben der Verkehrspolizei etwa das Hauptzollamt und die Steuerfahndung.

Im Einsatz waren die Beamten von 10 bis 21 Uhr. Morgens lag der Schwerpunkt auf der Verkehrskontrolle, während es nachmittags in die Heilbronner Innenstadt ging, erklärte Kriminaldirektor Thomas Schöllhammer. Dort nahm man vor allem das Rotlichtmilieu, Spielcasinos, Gaststätten oder öffentliche Plätze ins Visier (wir berichten noch).

Bei der Verkehrskontrolle lag der Fokus auf der Autobahn rund um die Weinsberger Direktion. Dort „schwärmen die Einsatzkräfte aus, selektieren Autofahrer und bringen sie zur Kontrollstelle“, erklärte Einsatzleiter Matthias Höppner.

Einmal aus dem Verkehr gezogen, wurden die potenziellen Gesetzesbrecher einer ersten Kontrolle unterzogen. Die Beifahrerin eines weißen Peugeots beispielsweise erweckte den starken Verdacht, sie könnte unter dem Einfluss aufputschender Drogen stehen. Und tatsächlich: Der Schnelltest war positiv. Was und wie viel sie genau genommen hatte, das ermittelte dann ein Arzt vor Ort mittels Bluttest.

Kniffliger war die Angelegenheit bei einem polnischen Opel-Fahrer. Nachdem man in seinem Auto Rauschgift und Utensilien für dessen Konsum gefunden hatte, wurde der Wagen genauer beleuchtet. Oder besser: durchleuchtet. Denn an dieser Stelle kam ein 1,5 Millionen teures Fahrzeug des Zolls zum Einsatz. Dieses hat einen integrierten Röntgen-Scanner, dem so gut wie nichts verborgen bleibt.

Mit dem Gerät wurde bereits der eine oder andere Fund gemacht, der dem menschlichen Auge entgangen wäre, wusste Reinhold Ulfig vom Hauptzollamt: „Es gab einmal einen Fall, da wäre uns ein Kleintransporter-Fahrer fast durch die Lappen gegangen.“ Erst der Scanner habe zum Vorschein gebracht, dass die Stirnwand der Ladefläche des Fahrzeugs um einen halben Meter verschoben war. Dahinter: 250 Kilogramm Marihuana, fein säuberlich in dem versteckten Zwischenraum gestapelt.

Und auch der Scan des polnischen Opels weckte die Neugier der Beamten. Das Bild des Innenraums des Wagens, das in den Kontrollraum geschickt wurde, zeigte einen länglichen Gegenstand unterhalb des Handschuhfachs. Doch die Qualität der Röntgenaufnahmen ist nicht lupenrein: „Deswegen müssen wir nach Anomalien suchen. Gehört der Umriss zur Türverkleidung? Handelt es sich nur um eine Taschenlampe? Oder ist es vielleicht ein Elektroschocker?“, rätselte Ulfig.

Wenn die Augen der Beamten und der Scanner versagen, kommt die Nase des Spürhundes zum Einsatz. Der Vierbeiner war schon ganz aufgeregt, als er zum Auto geführt wurde. Anders als für seine menschlichen Kollegen ist die Suche nach Drogen für ihn ein Spiel. Wild schnüffelte er in und um das Auto herum, ließ dabei auch nicht den Motorraum aus. Aber fündig wurde er nicht. Jedoch reichte aus, was man bisher gefunden hatte, so dass die beiden jungen polnischen Männer erst einmal nicht mehr zurück auf die Autobahn kamen.

Ziele, so Einsatzleiter Höppner, gab es beim Sicherheits- und Fahndungstag mehrere. Erkenntnisse habe man gewinnen wollen, die auch im alltäglichen Berufsleben wichtig sein könnten. Außerdem sei es um die interdisziplinäre Zusammenarbeit gegangen sowie Präsenz in der Öffentlichkeit zu zeigen. Und den einen oder anderen offenen Haftbefehl werde man an diesem Tag auch noch vollstrecken, war Höppner sich gestern sicher.

Info: Eine Bildergalerie zur Verkehrskontrolle anlässlich des Sicherheits- und Fahndungstages finden Sie im Internet unter www.fnweb.de