Heilbronn

Würth-Gruppe Umsatz wächst um 7,1 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro / Betriebsergebnis klettert auf 870 Millionen Euro

Wandel zum Hersteller eingeleitet

Archivartikel

Schwäbisch Hall.Die Würth-Gruppe in Künzelsau, Weltmarktführer im Bereich Montage- und Befestigungsmaterial, schließt ein weiteres Geschäftsjahr mit Rekordzahlen in allen Geschäftsbereichen ab. Besonders erfreut war Konzernsprecher Robert Friedmann bei der gestrigen Bekanntgabe der aktuellen Konzerndaten darüber, dass sich die positiven Zahlen über das weltweite Geschäft erstrecken.

Vor allem in Südeuropa entwickelten sich die Umsätze besonders positiv. Wichtigster Einzelmarkt der Würth-Gruppe bleibt aber Deutschland: Hier wurde mit einem Umsatzanteil von 42,4 Prozent ein Umsatzwachstum von 7,0 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro (2017: 5,4 Milliarden Euro) erzielt.

Deutschland am ertragreichsten

Mit einem Betriebsergebnis von 436 Millionen Euro (2017: 421 Millionen Euro) ist Deutschland auch die ertragreichste Region im Konzern. Insgesamt stieg der Umsatz um 7,1 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro (Vorjahr 12,7 Milliarden), und das Betriebsergebnis erreichte mit 870 Millionen Euro die bisher höchste Marke in der Unternehmensgeschichte.

Auch den jüngst vollzogenen Spatenstich für das neue Innovationszentrum am Stammsitz in Künzelsau-Gaisbach erwähnte der Konzernsprecher.

Damit wolle man den Unternehmensstrukturwandel vom reinen Händler zum Hersteller weiter forcieren. Die Adolf Würth GmbH &Co. KG investiert rund 70 Millionen in den Neubau, der nach seiner Fertigstellung auf rund 15 000 Quadratmetern modernste Labore und Werkstätten für 250 Mitarbeiter bieten wird.

Unter anderem werden im Neubau auch hochmoderne 3-D-Drucker zum Einsatz kommen. In einer Klimakammer und einem zertifizierten Dübellabor können zudem eigene Zulassungsversuche durchgeführt werden.

Ausblick

Mit Blick auf die Zukunft des Unternehmens und den angestrebten Umsatzzahlen geht Friedmann von einem moderaten Geschäftszuwachs aus. Die bereits vorliegenden Zahlen für das erste Quartal 2019 zeigen einen leichten Anstieg.

Im Gespräch mit unserer Zeitung äußerten sich das in diesem Jahr aus der Konzernführung ausscheidende Mitglied, Peter Zürn, und der Konzernsprecher auch zu den Auswirkungen der von der US-Administration verhängten Handelssanktionen, die den Welthandel empfindlich treffen, und zum ungeklärten Brexit.

Die anhaltenden Handels- und Zollkonflikte, die Ungewissheit hinsichtlich des Brexits seien Themen, die die globale Wachstumsdynamik verlangsamen.

Sollte es zu keinen Verwerfungen kommen, gehe man nach wie vor von einem zufriedenstellenden Wachstumsjahr 2019 aus. Beide Themen seien für die weltweiten Geschäfte der Würth-Gruppe relevant, aber nicht bedrohlich, denn sie treffen den Weltkonzern mit unterschiedlicher Gewichtung. Wenig erfreulich seien allerdings die unberechenbaren Entscheidungen des US-Präsidenten.

Auch zum Thema Betriebsratswahlen nahmen Robert Friedmann und der Sprecher der Adolf Würth GmbH & Co. KG, Norbert Heckmann, Stellung. Würth halte sich hier an bestehende gesetzliche Vorgaben.

Der Wechsel vom bisherigen Vertrauensrat zum neuen Betriebsrat verlaufe völlig normal, und man werde auch in Zukunft zusammen zum Wohl des gesamten Unternehmens arbeiten, so Heckmann. Sehr positiv entwickelte sich auch die in Bad Mergentheim angesiedelte Würth Industrie Service, die in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag feiert.

In den Standort auf dem Drillberg investiert das Unternehmen in diesem Jahr rund 43 Millionen Euro für den Ausbau des Hochregallagers. Auf dem Firmengelände der ehemaligen Deutschorden-Kaserne arbeiten heute rund 2000 Mitarbeiter.

Weltweit über 77 000 Mitarbeiter

Insgesamt hat die Würth-Gruppe weltweit rund 77 080 Mitarbeiter. In Deutschland beläuft sich die Anzahl Mitarbeiter auf 23 772, was einer Steigerung um 5,1 Prozent entspricht.

Im Außendienst beschäftigt der Konzern 33 218 Mitarbeiter. Auch auf die konstante finanzielle Stabilität achtet die Konzernführung.

So hat sich das Eigenkapital der Würth-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr um 8,2 Prozent auf 5172 Millionen Euro – ein Plus von 393 Millionen Euro, erhöht.

Die Eigenkapitalquote liegt damit zum Jahresende bei 47,1 Prozent (2017: 46,5 Prozent).

Die Ratingagentur Standard & Poor’s bestätigte 2018 erneut das Rating der Würth-Gruppe mit A/outlook stable, wie Robert Friedmann am Ende der Pressekonferenz in Schwäbisch Hall zufrieden feststellte.