Höpfingen

„Tag der Jugendblasmusik“ Rund 80 Jungmusiker überzeugten auf dem Vorplatz der Höpfinger Musikscheune mit einer „tollen Leistung“

Abschlusskonzert krönte lebhaften Probe-Workshop

Höpfingen.Dass Blasmusik nach wie vor auch die junge Generation zu begeistern vermag, zeigte am Sonntag das fulminante Abschlusskonzert des nunmehr sechsten, seinerzeit durch Holger Dörr, Hans Sieber und Kerstin Schuh initiierten „Tags der Jugendblasmusik“, das auf dem Vorplatz der Höpfinger Musikscheune stattfand. Vorausgegangen war dem Konzert ein lebhafter Probe-Workshop.

In ihrer Begrüßung dankte Kerstin Schuh dem Publikum sowie Hans Sieber als freundschaftlich verbundenem Geschäftsführer der Arnold-Hollerbach-Stiftung und freute sich über das rege Erscheinen als „Anerkennung der musizierenden Jugend“.

Überzeugende Präsentation

Zur Eröffnung spielten alle beteiligten Orchester das aus fünf bekannten Weisen zusammengesetzte, sehr überzeugend präsentierte Potpourri „Young Concert“ und Peter Maffays Klassiker „Nessaja“ aus dem Musical „Tabaluga und Lilli“, ehe es ein Wiederhören mit so beliebten Welthits wie „Thriller“, „Man In The Mirror“ und „I’ll Be There“ gab. Kein Zweifel, das Medley „The King Of Pop“ verstand sich als grandiose Hommage an den 2009 verstorbenen Michael Jackson.

Nach dieser umjubelten Darbietung stand die Bühne allen fünf Ensembles offen, von denen die Musikkapelle Waldstetten unter Leitung von Simon Blau eröffnete. Auf die gemütliche, perfekt zur ausgeruhten Vorabend-Stimmung passende Reggae-Komposition „Cheap Trillls“ folgte mit „Shut Up And Dance“ ein treibend-kraftvoller Beitrag, dessen von der US-amerikanischen Formation „Walk The Moon“ interpretiertes Original 2014 ein Hit war.

Jener klangvollen Performance stand das von Melanie Ehrenfried und Sandra Heller dirigierte „Bretzlis-Orchester“ der Musikkapelle Bretzingen freilich in nichts nach: Die bestens eingespielte Gruppe erinnerte nach der flotten, schwungvollen „Party Rock Anthem“ an den legendären und ob seines eingängigen Charakters bis heute gern im Radio gespielten „Rocky III“-Soundtrack „Eye Of The Tiger“.

Ein echtes Heimspiel hatte schließlich die Jugendkapelle des Musikvereins Höpfingen: Ursprünglich 1968 gegründet, ist sie mit wechselnden Besetzungen eine Konstante des Vereins- und Gemeindelebens. Mit dem Bläser-Solo „Dos Muchachos“ von Dick Ravenal brachten die von Kerstin Schuh dirigierten Jugendlichen dem Publikum die mexikanische Folklore-Tradition nahe und wusste mit dem reizenden Medley diverser Melodien aus dem nach literarischer Vorlage von Victor Hugo verfassten Musical „Les Miserables“ ebenso zu gefallen.

Umjubelte Darbietungen

Auch die 19 Jungmusiker des kurz „JOBO“ genannten Jungen Odenwälder Blasorchesters der Odenwälder Trachtenkapelle Walldürn ließen sich nicht zweimal bitten. Dirigiert von Alexander Mackert, lieferten sie mit dem mitreißenden, durch den stringenten Rhythmus geradezu hymnischen Stück „Counting Stars“ aus dem Schaffen der Popgruppe „One Republic“ und dem nicht minder treibenden, melodisch anspruchsvollen Werk „Radioactive“ eine Kostprobe ihres Könnens.

Hochwertige Blasmusik hatte als letzte Einzelkapelle auch die von Andreas Leiblein geleitete, seit 2009 bestehende „MiniBand“ des Musikvereins Schweinberg im Gepäck. Ehe das mit raffiniertem Arrangement auftrumpfende Filmschlager-Medley „Selections From Tarzan“ die Zuhörer erfreute, wurde der fröhliche Erfolg „Happy“ von Pharrell Williams mit viel Engagement aller Beteiligten dargeboten.

Nach kurzer Umbauphase gaben sich wieder alle Orchester die Ehre, um von Rock über die Welt des Musicals bis hin zum Volksgut nochmals eindrücklich auf die mit einschlägiger Notation schier unbegrenzten Möglichkeiten von Bläsergruppen hinzuweisen. Auf „Smoke On The Water“ folgten ein reizendes Medley aus „The Beauty And The Beast“ sowie das von den Gästen kräftig mitgeschmetterte „Badnerlied“. Anschließend eröffnete Hans Sieber als Geschäftsführer der Arnold-Hollerbach-Stiftung die Grußworte: „Blasmusik ist das kulturelle Erbe unserer Region, das es weiter zu tragen gilt“, merkte er an, dankte allen Beteiligen sowie im Speziellen Kerstin Schuh und lobte das im Laufe der Jahre stetig verbesserte musikalische Niveau der Ensembles. Nicht unerwähnt ließ er, dass seit 2013 über 33 000 Euro in die Jugendblasmusik investiert wurde und überreichte mit Grüßen der Familie Hollerbach eine Spende von weiteren 5500 Euro.

Im Namen seines Amtskollegen Volker Rohm ergriff Bürgermeister Adalbert Hauck das Wort und ließ wissen, dass Ideen dank der finanziellen Hilfe durch die Arnold-Hollerbach-Stiftung „nicht nur geboren, sondern auch umgesetzt werden“. Gleichsam würdigte er die „tolle Leistung“ der rund 80 Jungmusiker, ehe Kerstin Schuh mit dem Dank an alle die Brücke zum gemütlichen Beisammensein schlug. ad