Höpfingen

Flurprozession in Waldstetten Alte Tradition / Brauchtumspflege auch ohne eigenen Pfarrer

Bitte um Schutz für Äcker und Felder

Archivartikel

Waldstetten.Flurprozessionen waren früher fester Bestandteil des katholischen Kirchenjahres. Vor allem in den ländlichen Gebieten, die direkt von günstigem Witterungsverlauf abhängig waren, wurde mehrmals während des Sommers in die Flur gewallt, um den Segen Gottes auf Feld, Wald und Arbeit zu erbitten. Um diesen Segen in alle Teile der Gemarkung zu bringen, nahm man in Waldstetten jedes Mal einen anderen Prozessionsweg in die „Esch“ oder „Ösch“, einem alten Wort für Getreidefelder, von dem sich auch das Synonym „Öschprozession“ ableitet.

Aufgrund des Priestermangels und damit stattfindenden Umstrukturierungen in den Gemeinden kann diese Jahrhunderte alte Tradition meist nicht mehr in der gewohnten Weise fortgeführt werden. Auch die zunehmende Distanz der Bevölkerung zur Landwirtschaft, in der noch vor wenigen Jahrzehnten ein Großteil der Bevölkerung beschäftigt war, trägt ihren Teil dazu bei.

Die Pfarrgemeinde St. Justinus, Waldstetten, die wie viele Gemeinden ohne Ortsgeistlichen zurecht kommen muss, konnte dennoch wieder eine ansprechende Flurprozession abhalten. Angeführt von den fahnentragenden Ministranten zog die Gemeinde unter Leitung von Wolfgang Bummer über die „Neue Steige“ hinauf zur Josefskapelle. Traditionell wurden die Wallfahrer begleitet von der Musikkapelle unter der Leitung von Wolfgang Wörner. Unterwegs wurde an vier Stationen Gottes Segen erbeten. An der Josefskapelle hatte Familie Karl und Silvia Schäfer sowie das Gemeindeteam alles für eine Wortgottesfeier mit Kommunion vorbereitet, zu der sich noch zahlreiche weitere Gemeindemitglieder und eine stattliche Anzahl Auswärtiger eingefunden hatten.

Bummer hatte für die Andacht zahlreiche Impulse zur Person des heiligen Josefs vorbereitet. „Josef war ein Mann der Tat, nicht der Worte“, so Bummer über den Ziehvater von Jesus Christus, denn von Josef ist kein gesprochener Satz in der Bibel überliefert. Am Ende dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Michael Schäfer allen, die zum Gelingen dieser würdigen Sonntagsfeier beigetragen hatten.

Bei bestem Wetter bewirteten anschließend Gemeindeteam und Frauengemeinschaft. Der Erlös wird für Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche sowie einen sozialen Zweck verwendet. MF