Höpfingen

Mitgliederversammlung in Höpfingen Aufgaben übernimmt heute die Sozialstation

Der Schwesternverein wird aufgelöst

Höpfingen.Ziel und Zweck des Höpfinger Schwesternvereins war es laut Satzung, „die planmäßige Ausführung der sozial-caritativen Dienste in der katholischen Kirchengemeinde zu fördern“. In Spitzenzeiten zählte der Schwesternverein über 300 Mitglieder. Eine Handvoll davon traf sich am Donnerstag im Gemeindezentrum zur Mitgliederversammlung und beschloss einstimmig die Auflösung.

Das Thema war nicht neu: Wie Marliese Salmann erläuterte, habe man schon „vor fünf Jahren“ über die Auflösung debattiert. Kurz erinnerte sie an die letzten Vorgänge des Vereins, ehe Leo Hauk anfügte, dass nach einer Kassenprüfung keinerlei Amtsgeschäft mehr erfolgten. Nach kurzer Aussprache entschlossen sich der kraft Amtes als Vorsitzender fungierende Pfarrer Andreas Rapp und die Mitglieder zur Auflösung des Schwesternvereins.

Der die Versammlung begleitende Stiftungsratsvorsitzende Horst Saling erklärte sich dazu bereit, die finanzielle Abwicklung zu übernehmen. Satzungsgemäß wird das noch vorhandene Geld der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen im Madonnenland zufließen.

Pfarrer Rapp sicherte zu, dass dem „letzten Willen“ des Schwesternvereins und damit gleichsam einem Vorschlag des Höpfinger Gemeindetrams entsprochen wird: „Die Mittel werden in Höpfingen bleiben und dort dem Gemeinwohl zugute kommen“, betonte der Geistliche.

Hintergrund

Vor der Existenz der Kirchlichen Sozialstation Hardheim-Höpfingen-Walldürn kümmerten sich in vielen Orten, so auch in Höpfingen, Ordensschwestern um die Betreuung von Kindern, die medizinische Versorgung und auch Weiterbildungs-Unterricht. In Höpfingen waren das zumeist Vinzentinerinnen (Töchter der christlichen Liebe vom Heiligen Vinzenz von Paul, Dienerinnen der Armen, Provinz Köln).

Neben der jeweiligen Oberin fungierte eine Krankenschwester als erste Ansprechpartnerin in medizinischen Notfällen. Schließlich gab es in Höpfingen seinerzeit noch keinen Hausarzt.

Die Kinderbetreuung oblag der „Kindergartenschwester“. Die Nähschulschwester erteilte vor allem in den Wintermonaten hauswirtschaftlichen Unterricht.

Der Schwesternverein, dem zeitweilig jeder Haushalt Höpfingens angehörte, erwirtschaftete über Mitgliedsbeiträge und weitere Zuwendungen seinen Beitrag zur Unterhaltung der vier Schwestern. Als letzte Schwester verließ 1980 – ein Jahr nach Gründung der Sozialstation, die sich dieser Aufgaben annahm – die inzwischen verstorbene Schwester Revocata das Schwesternheim. Ihren Lebensabend verbrachte sie im Alterssitz der Vinzentinerinnen im südbadischen Heitersheim. ad