Höpfingen

Grundschule Höpfingen Drittklässler lernten beim Freilandmuseum Gottersdorf alles über die Lebens- und Verhaltensweisen der nützlichen Insekten

Honigbienen aus nächster Nähe betrachtet

Höpfingen.Diese Woche stand für die Drittklässler der Grundschule Höpfingen ein Ausflug in das Odenwälder Freilandmuseum nach Gottersdorf auf dem Programm. Mit Spannung sahen die Schüler dem nächsten Teil ihres Streuobstwiesenprojekts entgegen. Doch bevor es so richtig ins „Naturlabor“ ging, schauten sich die Kinder in einigen Museumshäusern um und Monika Frisch erläuterte Details dazu. Die Neunjährigen staunten über die niedrigen Häuser, die kleinen Betten und entdeckten viele, heute nicht mehr gebräuchliche Gegenstände, die unter anderem zum Waschen und Kochen verwendet wurden.

Insekten im Garten untersucht

Danach lernten die Drittklässler den Imker Benedikt Vierneisel kennen. Zunächst erfuhren sie einiges über die Lebensweise und das Verhalten der Honigbienen, dann teilte sich die Klasse in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe besuchte mit „ihrer“ Streuobstwiesenpädagogin Frisch den Museums-Bauerngarten und sammelte dort Insekten, die sie zur genaueren Betrachtung in ein Gläschen fingen.

Mit aufmerksamem Blick streiften die Schüler durch den Garten und versuchten die Tiere in das Gläschen zu bugsieren. Mit etwas Geduld und gutem Auge waren dann schließlich doch alle erfolgreich. In einer Runde auf der Picknickdecke konnten die Insekten dann in aller Ruhe betrachtet werden und Frisch wusste viel über ihre Bedeutung für die Streuobstwiese zu berichten.

Im Imkeranzug unterwegs

Unterdessen war die zweite Gruppe mit dem Imker beim Bienenstand. Im typischen Imkeranzug gekleidet, näherten sich die Kinder dem Bienenstock. Gebannt saßen sie links und rechts des Kastens und beobachteten, wie die Arbeitsbienen mit dem Blütenstaub und Nektar in ihren Stock zurückkehren. Vierneisel hatte die Schüler zuvor gut vorbereitet und über die Gewohnheiten der Bienen aufgeklärt.

Da keiner gestochen werden wollte, hielten sich alle an die Anweisungen, bewegten sich bedächtig und achteten darauf, die Einflugschneise in den Stock frei zu halten. Denn, so erfuhren die Drittklässler, eine Biene „scannt“ ihre Umgebung und fliegt dann auf „Autopilot“ zurück zum Stock.

Staunend betrachteten sie in aller Ruhe den Mikrokosmos der Honigbienen, schauten einer Larve beim Schlüpfen zu und bewunderten die unterschiedlichen Farben der Pollen in den Waben. Natürlich wollten alle auch einmal die Bienenkönigin sehen. Aber das, so erklärte Vierneisel, sei Glückssache bei bis zu 60 000 Bienen in einem Stock. Sie sei auf irgendeinem der vielen Rahmen mit ihrer Hauptaufgabe, der Eiablage, beschäftigt.

Anhand der Rähmchen mit den Waben erklärte der Imker den Lebenszyklus der Biene und des Bienenvolks.

Aber auch die verschiedenen Produkte die bei der Imkerei gewonnen werden, wurden im Kasten gefunden und teilweise auch schon probiert. Während der Imker über seine Arbeit sprach, entdeckten die Kinder doch noch die Bienenkönigin. Nach all den Eindrücken aus der Bienenwelt waren die Schüler hungrig und da lag es doch nahe, zum Abschluss des Ausflugs eine Runde Honigbrote zu verspeisen.