Höpfingen

Prunksitzung der „Stedemer Beesche“ Zahlreiche mitreißende Akteure präsentierten ein gut fünfstündiges Programm

In der Bütt und mit Tänzen begeistert

Archivartikel

Waldstetten.Faschenachtshochstimmung bei der Prunksitzung in „Stede“: Pünktlich um 19.31 Uhr marschierte am Samstagabend der Elferrat der „Beesche“ mit Prinzen- und Juniorengarde in die „Beeschehalle“ ein. Die Vorsitzende, Marion Schäfer, brachte in ihrer Ansprache die „Stedemer“ Probleme trefflich auf den Punkt. Es käme kein Geld aus Höpfingen für die Sanierung wichtiger Dinge wie Straßen und die Turnhalle. Vermutlich müssen wieder die Vereine selbst Hand anlegen, damit etwas passiere, so Schäfer. Danach übergab sie das Wort an Präsidentin Tina Sieber sowie Vizepräsident Holger Löffler. Beide begrüßten im Wechsel in gekonnter Reimform die „Beesche“ und „Schrubber“ und gingen auf das „halbrunde“ Jubiläum der FG sowie das Thema Datenschutz ein.

Zum Schluss baten sie den Musikus Nico Flachs um einen Einzugsmarsch für die befreundeten Faschenachtsvereine aus dem Narrenringgebiet. Diese wurden namentlich vorgestellt und Steffen Farrenkopf, Präsident der „Götzianer Heddebör“, begrüßte stellvertretend für alle Vereine die FG sowie das närrische Auditorium.

Sobald die Bühne frei war, wirbelten sieben kleine Schornsteinfeger über die Bühne. Die Kinderschautanzgruppe der FG, trainiert von Kathrin Sauer und Sabrina Berberich, eröffnete das Programm. Die tollen Kostüme wurden von Rosi Seber und Marianne Köhler geschneidert.

Dann brachten die Männer der „Heeschter Berkediebe“ die Bühne zum Zittern. Mit ihrem Schautanz „Almabtrieb“ ließen sie nicht nur Frauenherzen höher schlagen, sondern vereinten Akrobatik und Tanz miteinander. Danach folgte die Doppelbütt der „Höpfemer Schnapsbrenner“: Jule Hauk und Marisa Schell bereicherten zum zweiten Mal das Programm der „Beesche“. Sie stellten dar, wie zwei Dorfkinder aufwachsen, welche Vorteile das Dorfleben bietet und wie stolz sie sind, ein Dorfkind zu sein.

Ihnen folgte der Marschtanz der „Stedemer“ Juniorengarde. Die neun Tänzerinnen, trainiert von Anika Sobotta und Marina Becker, wirbelten über die Bühne. Anschließend folgte die Ordensverleihung (siehe weiterer Bericht).

Dann wurde es wieder mystisch auf der Bühne. Die Schautanzgruppe der „Höpfemer Schnapsbrenner“ brillierte in gekonnter Weise mit ihrem Tanz „Jamas – ein Hoch auf die griechischen Götter“. Dann war es endlich soweit: Nach einjähriger Pause kamen „es Käthle und es Clärle“ wieder auf die Bühne.

Mit ihrer Bütt „Einer für alles“ brachten Heidi Sack und Rosi Seber wieder den Saal zum Kochen. Auf ihre Annonce im Konradsblatt, dass sie „Einen für Alles“ suchen, bewarben sich Zwei, die als Weihnachtsmann auf die Bühne kamen und dann ihre wahren Absichten zeigten. Der Saal tobte. Die zwei Gäste entpuppten sich als Marco Katzenmeier und Josef König.

Als Präsidentin Sieber Käthle und Clärle vorstellte, hatte sie noch eine kleine Überraschung parat. Das Duo feierte in dieser Kampagne ihr Jubiläum: Zum 22 Mal standen sie auf der Bühne. Aus diesem Grund ließ die FG eigens für sie einen Orden fertigen.

Danach stachen die „Beesche“ auf hohe See mit den Piraten der „Karstaider Housche“. „Wild und Frei“ ging es auf der Bühne zu. Andreas Poser und Andreas Leiblein von der FG „Lustige Vögel“ aus Schweinberg machten den Klorollentest und sorgten für Gelächter. Auch in der zweiten Hälfte des Programms, die von Tanzmariechen Silja-Maria Fieger der FG „Heeschter Berkediebe“ und dem Marschtanz der FG „Höhgöiker“ aus Glashofen akrobatisch eröffnet wurde, blieb die Stimmung im Saal gut.

Würden die „Beeschebinner“ sich an die neue DSGVO halten und keine Namen nennen? Sie hielten sich dran. Und dennoch erfuhren die „Beesche“ so manches, was 2018 los war und schon wieder in Vergessenheit geraten ist. Dafür sorgten die „Beeschebinner“ Lukas Frisch und Maximilian Frisch. Das Fazit ihres Rückblickes fiel positiv für „Stede“ aus. Habe man doch in den vergangenen Jahren „sehr wenig“ Unterstützung von der Gemeinde Höpfingen erhalten, sollte sich dies 2019 wohl ändern, in dem wichtige und längst überfällige Investitionen getätigt werden. Sonst müsse sich „Stede“ überlegen, von „Höpfi“ auszutreten. Das gehe in England ja schließlich auch, wie der Brexit zeige.

Nachdem die Bühne wieder frei war, wirbelte die Schautanzgruppe der „Aldemer Dunder“ über die Bühne mit ihrem Tanz „Alte Liebe rostet nicht“. Und obwohl die Zeit schon fortgeschritten war, machte das Publikum mit Elan mit. Die Stimmung war angeheizt und erreichte einen weiteren Höhepunkt, als „Es Lissele vom Stedemer Fuchscheloch“ auf die Bühne kam.

Holger Löffler, zum Glück gesund und munter, trat dieses Jahr wieder in die Bütt. Er erzählte in seinen Anekdoten und Erzählungen, wie es denn so sei als „Kuhwöchnerin aus dem Fuchsenloch“, für die es jährlich Pflicht sei, bei der Wallfahrt nach Walldürn mitzulaufen. Er bot eine gute Vorlage für den letzten Programmpunkt: die Prinzengarde, trainiert von Melanie Böttcher und Dorothe Wagner. Die acht jungen Damen ließen das Publikum nicht zur Ruhe kommen. Auch sie wurden zur Zugabe aufgefordert.

Nach diesem gut fünfstündigen Programm rief die Präsidentin alle Aktiven zum großen Finale auf, bedankte sich bei der kompletten Mannschaft und appellierte an alle, in den kommenden närrischen Tagen nochmals mitzufeiern – sowohl an den Umzügen als auch an der eigenen Kinderfaschenacht, die am Faschenachtsdienstag in der „Beeschehalle“ ab 14 Uhr steigen wird.