Höpfingen

In Waldstetten „Tag der Frau“ im Schönstattzentrum

Jede einzelne Frau kann viel bewegen

Waldstetten.Zum „Tag der Frau“ fanden sich 70 Frauen mit einem Glas Sekt oder Saft im Schönstattzentrum Mariengart in Waldstetten ein.

„Einzigartig – Sei was Du bist“ – zu diesem Thema referierte Schwester M. Caja Bernhard aus Schönstatt. Sie zeigte auf, dass an der Wurzel jeder menschlichen Existenz ein grenzenlos guter Gott stehe, der in dem Moment, wenn das biologische Leben beginne, eine einzigartige Seele einforme. In jeden Menschen lege Gott liebevoll ein Stück von sich selbst hinein.

Zur Lebensaufgabe als Christinnen gehöre es, nachzutasten: Was von sich hat Gott in mich hineingelegt? Nur, wer sich geliebt weiß, kann auch davon abgeben. Josef Kentenich, der Gründer Schönstatts, sehe jeden Menschen als Original und Individuum. Es gelte, dies in bestmöglicher Form zu leben und nicht Kopie oder Abklatsch eines Vorbildes zu sein. Tief ins Gemüt eindringen solle vielmehr, dass jeder Mensch eine einzigartige Persönlichkeit sei mit individuellen Fähigkeiten und Talenten, die zu entdecken und zu entfalten seien. So, wie jeder Baum einen Faserverlauf habe, so kenne auch das menschliche Herz etwas Ähnliches. Die Jahreszeiten des Lebens und der Seele bestimmten den Verlauf mit, bildeten die unverwechselbare Persönlichkeit. Gerade schwierige Erfahrungen und besondere Herausforderungen brächten die Menschen weiter und ließen die innere Stärke wachsen. Die Referentin ermutigte jede Frau, darüber zu reflektieren, welche Schwierigkeiten im Leben weitergebracht, gestärkt oder freier gemacht hätten.

Der Alltag gleiche manchmal einer lärmenden Geräuschkulisse. Da sei es schwierig, auf seine innere Stimme, auf Gottes Stimme, zu hören. Helfen könne es, „Stille -Zeiten“ in seinen Alltag einzubauen, ein Date mit sich selbst zu machen. Wer ein erfülltes Leben suche, müsse um den Sinn seines Lebens wissen.

Jede Frau solle sich fragen, für welches Ziel, für welche Aufgabe in dieser Welt solle Lebenszeit und Lebenskraft investiert werden? Mit welchen Gedanken oder Gefühlen sollten sich diejenigen, die im Leben lieb und wichtig waren, am Lebensende erinnern? Jede Einzelne könne auf ihre Weise so viel bewegen und zum Guten verändern auf ihrem Platz, auf den sie im Leben gestellt sei. In vier kurzen Workshops wurde das Thema vertieft. Bei einer Meditation im Kapellchen, einem meditativen Spaziergang, Schmuck basteln oder Gesprächskreis konnten die Teilnehmerinnen ihren Gedankengängen nachgehen. Wie immer gab es wieder selbstgemachte Kuchen in der Kaffeepause. Es war ein bereichernder Nachmittag, der Wege zum Selbstbewusstsein aufzeigte hat und einlud, seine Berufung, seine Lebensaufgabe, seinen Lebenssinn aufzuspüren. Marianne Müller