Höpfingen

Schönstattzentrum Mariengart Waldstetten Einkehrtag für Männer / „Sei ein echtes Original“

„Lasse dich nicht von außen steuern“

Waldstetten.„Sei was Du bist! Sei es in bestmöglicher Form!“ Dieser Satz vom Gründer der Schönstattbewegung, Pater Josef Kentenich, beschäftigte die 60 interessierten und engagierten Teilnehmer des Männertages der Schönstattfamilie im Schönstattzentrum Mariengart Waldstetten.

Pfarrer Josef Treutlein, der Wallfahrtsseelsorger vom Käppele in Würzburg, war der Referent des Tages. Er verstand es, dieses Thema mitreißend und kurzweilig zu „beleuchten“ und mit provozierenden Fragen, mit nachdenklichen Texten, mit selbstgetexteten Liedern sowie mit einer eingehenden detaillierten Aussprache in allen Varianten durchzuarbeiten. Für den Betrachter ist es „allem Gerede zum Trotz“ erstaunlich, wie viele engagierte Männer Jahr um Jahr zu diesem Einkehrtag kommen.

„Perfekt“ und „Selbstoptimierung“, sind Schlagwörter, die heute Hochkonjunktur haben und einen Vervollkommnungsdruck bei Menschen erzeugen, um sich immer mehr „vollkommen“ zu machen. Und dazu kommt laut Treutlein die Aufforderung in der Bibel: „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel.“ Dagegen stehe das göttliche Handeln, bei dem es heißt: „Gott lässt seine Sonne aufgehen über Gute und Böse – was heißt, über allen Menschen, in ihrer Originalität und Einmaligkeit.“

„Sei kein Langweiler, und tue, was du anpackst in bestmöglicher Form“ bedeute nichts anderes, als das einem im Leben mitgegebene Potential zu nutzen und mit Rücksicht und einfühlsamem Ehrgeiz, ein bestmögliches Ziel im beruflichen und privaten Leben zu erreichen, betonte der Referent.

Am Beispiel „Selig die Sanftmütigen“ zeigte er, was es heiß, nicht gewalttätig mit sich selbst und mit anderen umzugehen. Sanftmut habe schon immer als Tugend der edel gesinnten Menschen gegolten. „Sie wollen nicht zwingen, sondern überzeugen. Sie besiegen das Böse durch das Gute.“ Sanftmut habe nichts mit weichlicher Nachgiebigkeit zu tun, sondern mit Mut. Das stecke schon im Wort. Und diese Menschen, so sage es die Bibel „werden das Land ernten“. Was wiederum bedeute, dass sich für sie die Verheißungen erfüllen.

Im weiteren Verlauf gab es den Appell: „Sei ein echtes Original, lasse dich nicht von außen steuern und lasse nicht das Smartphone einen Körperteil von dir sein.“

Treutlein erläuterte auch den Begriff „Resilienz“. Er zeigte, wie gelebter Glaube den Menschen erstaunlich belastbar mache und zu einer reifen Form der Liebe führe. Zum Stichwort „Persönlichkeitsbildung“ gab er den Tipp, gute Vorsätze so zu wählen, dass sie sogar Spaß machen.

Breiten Raum nahm das Gespräch über die gegenwärtige Situation der Kirche ein. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Kirche ständig „am Pranger steht“, sei es wichtig zu zeigen, welche Ideale und welche positiven Inhalte sich mit dem Glauben an Gott verbinden. Und so gehörte auch der Gottesdienst zu dieser Tagung dazu, genauso wie die rege Diskussion, die dem Einkehrtag immer eine besondere gehaltvolle Atmosphäre verleiht.

Dass auch der äußere Rahmen der Tagung intakt und alles bestens organisiert war, einschließlich des Mittagessens, dafür hatte Schwester Marie-Gudrun mit ihrem Helferteam gesorgt. gg