Höpfingen

„Radhelden at school“ Aktionstag an der Grundschule Höpfingen kam bei allen Beteiligten gut an

Sicherheitstraining aufs Fahrrad bezogen

Sicheres Radfahren lernten die Kinder der Grundschule Höpfingen beim Projekttag „Radhelden at school“.

Höpfingen. Entgegen allen Medienberichten über kleine „Bewegungsmuffel“ mit Hang zu starkem Übergewicht sind die Kinder nach wie vor sehr gern mit dem Fahrrad unterwegs. Sicheres Fahren aber bedingt gute Kenntnisse zum richtigen Umgang mit dem Velo – genau das war Ziel und Zweck des am Dienstag an der Grundschule Höpfingen durchgeführten Projekttags „Radhelden at School“.

Neun Stationen

Hinter der Aktion stehen die Landesregierung, die AOK Baden-Württemberg und der Württembergische Radsportverband, für den Lena Russ als Projektleiterin der „Radhelden at School“ nach Höpfingen gekommen war. Gemeinsam mit Schulleiterin Susanne Lindlau-Hecht, dem Lehrerkollegium der Grundschule und 14 engagierten Eltern erklärte sie den Mädchen und Jungen, was beim Radfahren wichtig ist. „Was wir hier anbieten, entspricht in etwa dem Fahrsicherheitstraining für Autofahrer – nur eben auf das Fahrrad bezogen“, erklärte sie. Trainiert wurde an neun Stationen unter anderem das Sicherheitsgefühl beim Fahren auf verschiedenen Oberflächen, wie Lena Russ informierte. „Die Ausgangssituation verändert sich mit jedem Fahrbahnbelag. So reagiert das Fahrrad auf Teer völlig anders als etwa auf einer Wiese oder einer Tartanbahn“, betonte sie und erklärte beispielsweise, dass man beim Fahren über Gras viel intensiver treten müsse als auf asphaltiertem Untergrund. „Man muss das Rad bei jeder Fahrt und jedem Bodenbelag neu einschätzen, wobei auch das Durchfahren von Kurven sowie richtiges Anfahren und Bremsen erlernt werden müssen“, ließ die Expertin wissen.

Während die Grundschüler mit sichtlicher Fahrfreude in die Pedale traten – natürlich alle mit Helm – kam Schulleiterin Susanne Lindlau-Hecht wenige Meter neben dem Parcours auf die pädagogische Wertigkeit der „Radhelden at School“ zu sprechen. „Aktionstage wie dieser sind letztlich die Vorstufe zur Radfahrausbildung der Viertklässler“, hielt sie fest und bezeichnete das zwanglose Üben an den Stationen als „gute Gelegenheit, um vorhandene Defizite frühzeitig zu erkennen und peu à peu auszugleichen, um Schwierigkeiten in der Radfahrausbildung zu vermeiden“.

Auch Probleme erkennbar

Dennoch sei zu beobachten, dass sich „auch einige Viertklässler mitunter noch ein wenig schwertun“. Insbesondere das Feingefühl für langsames Fahren oder sanftes Abbremsen sei nicht immer gegeben. „Gerade deswegen ist das Zusehen aber total spannend, zumal das Projekt große Klasse ist und die Kinder sich mit Freude einbringen“, konstatierte die Schulleiterin, die sich nicht zuletzt über das Engagement der Eltern freute. Nicht weniger als 14 Mütter und Väter halfen am Dienstag tatkräftig mit und organisierten die Stationen.

Fahren über Hindernisse

So betreute zum Beispiel Wolfgang König das auf der Wiese oberhalb des Sportfelds aufgebaute „Hindernisfahren“, bei dem auf den Rasen gelegte Bretter Bordsteinschwellen und Rabatten simulierten. Er zeigte sich begeistert von einer „sehr guten Aktion, die den Kindern hilft“ und spielte auf einen anderen Aspekt an: „Am Verhalten der Kinder kann man recht schnell erkennen, wer viel Rad fährt und wer nicht“.

Eine Ansicht, die auch Saskia Dargatz teilte. „Manche Kinder sind noch etwas unsicher, werden aber durch die Gruppe im Lernen bestärkt“, schilderte sie und gab lachend bekannt, „dass man sich als Mama oder Papa gerne einen Tag freinimmt, um einen so sinnvollen und gut organisierten Tag zu begleiten“. Diese gute Organisation zeigte sich auch in einem „Nebenprogramm“. So war Sarah Böttiger (AOK Mosbach) mit von der Partie, um den Kindern das Bewusstsein für gute Ernährung mit auf den Weg zu geben.

Auch im Kollegium stieß der Tag auf gute Resonanz. „Das Projekt an sich ist schon genial“, merkte der Sportlehrer Reiner Paul an und ließ wissen, dass in Höpfingen nahezu jedes Kind im Besitz eines Fahrrads sei. „Die Höpfinger Kinder sind nachmittags aufgrund der eher dörflichen Struktur doch noch recht viel unterwegs, was man gerade bei diesem Projekttag bemerkt. Sicher ist das Engagement radfahrender Eltern dahingehend ein gutes Vorbild für die Kinder“, hielt der bekennende Freizeit-Radfahrer fest.