Höpfingen

Großes Festbankett in Waldstetten 80 Jahre Freiwillige Feuerwehr und 60 Jahre Musikkapelle / Simon Blau Nachfolger von Wolfgang Wörner als Dirigent

Vereinsjubiläen im Doppelpack gefeiert

Die Feuerwehr und die Musikkapelle Waldstetten begingen die Feier ihres 60- beziehungsweise 80-jährigen Bestehens als Doppeljubiläum im Rahmen eines außergewöhnlichen Festbanketts.

Waldstetten. Beeindruckendes ehrenamtliches Engagement und hoher persönlicher Einsatz der einzelnen Mitglieder prägen sowohl die Musikkapelle als auch die Abteilungsfeuerwehr in dem Höpfinger Ortsteil. Und das seit 80 Jahren (Feuerwehr) und seit 60 Jahren (Musikkapelle).

Beide Vereine sind Aktivposten und wichtige Kulturträger innerhalb der Dorfgemeinschaft. Ihnen liegen die Jugendarbeit und die Nachwuchsförderung am Herzen und ihre Mitglieder sind ehrenamtlich tätig.

Das gemeinsame Festbankett wurde von der Musikkapelle feierlich und mit einem bunten, abwechslungsreichen Programm umrahmt. Zum Auftakt erklang der Konzertmarsch „Viterbo“. Die Feuerwehr marschierte dazu in die frühlingshaft dekorierte Turnhalle ein. Abteilungskommandant Martin Böttcher (FFW) und Vorsitzender Alexander Wörner (MK) begrüßten die kommunalen, kirchlichen und politischen Vertreter, die Ehren- und Gründungsmitglieder sowie die zahlreich erschienenen Gäste.

Zusammenhalt der Vereine

Mit dem Choral „Eventide Fall“ wurde der verstorbenen Mitglieder gedacht. Anschließend gratulierte der Schirmherr der Veranstaltung, MdB Alois Gerig den beiden Vereinen zu ihren Jubiläen. Er betonte den guten Zusammenhalt der Vereine in Waldstetten, der durch die außergewöhnliche Entscheidung, das Festbankett gemeinsam auszurichten, nach außen gut sichtbar gemacht werde.

Nach dem aus dem gleichnamigen James Bond Film bekannten Stück „Skyfall“ berichtete Martin Böttcher über die Geschichte der Feuerwehr, die weit in das 18 Jahrhundert zurückreicht. So gab es 1812 erste Erwähnungen über den Bau eines „Feüer Heüslein“, worauf die Anschaffung einer Feuerspritze und weiterer Ausrüstung folgte.

1939 wurde dann gemäß der Auflage aller Gemeinden auch in Waldstetten eine Feuerwehr mit 26 Wehrmännern und Otto Münch als erstem Kommandanten gegründet.

Blick in die Feuerwehrchronik

1954 übernahm Vinzenz Bassing dieses Amt. Er stand über 24 Jahre der Wehr vor. Danach leitete Gerhard Frisch die Feuerwehr 20 weitere Jahre. Die 1971 in die Gemeinde Höpfingen eingegliederte Abteilungswehr hob mit Abteilungskommandant Christian Klotzbücher und dem ersten Jugendleiter Martin Böttcher 2001 eine Jugendwehr aus der Taufe und legte den Schwerpunkt besonders auf die stetige Fort- und Weiterbildung der Wehrmänner. Im Jubiläumsjahr zählt die Wehr 27 aktive Mitglieder, sieben Mädchen und Jungen in der Jugendwehr und neun Kameraden in der Altersmannschaft.

Beim nächsten Programmpunkt präsentierten die Jüngsten der Musikkapelle das moderne, rhythmisch geprägte Musikstück „Sail“, wobei sogenannte „Boomwhackers“ (unterschiedlich lange Kunststoffröhren) zum Einsatz kamen. Die Kinder der musikalischen Früherziehung wurden hierbei von den Zöglingen und der Gesamtkapelle unterstützt.

Leistungsabzeichen überreicht

Jugendleiterin Anna Michel nutzte danach die Gelegenheit und überreichte den beiden Jungmusikern Chiara Ballweg und Nina Klotzbücher die Urkunde zum erfolgreich abgelegten und erstmals vereinsintern durchgeführten Jungmusiker-Leistungsabzeichen Junior.

Das Musikstück „Nessaja – Ich wollte nie erwachsen sein“ aus dem Musical „Tabaluga“ leitete zur Ansprache des Vorsitzenden Alexander Wörner über. Er berichtete von der Blasmusik in Waldstetten, die bis in das Jahr 1721 zurückgeht. Im Mittelpunkt seiner Festansprache stand aber die heutige, 1959 von 15 Musikern, darunter Dirigent Karl Fieger und Vorsitzender Kilian Wörner, gegründete Musikkapelle.

Das anfangs mit Polka, Marsch und Walzer traditionell ausgelegte Repertoire wandelte sich im Laufe der Zeit mit den Dirigenten Adolf Marzini, Albrecht Schneider und Wolfgang Wörner, so dass heute auch die konzertante Blasmusik und bekannte Rock- und Pop-Hits zum Programm gehören.

Die Eingliederung von Frauen und Mädchen seit 1979 und die stetige und konsequente Ausbildung von Nachwuchsmusikern, erstmals von Dirigent Josef Meszaros 1969 begonnen, waren wichtige Meilensteine in der Geschichte der Musikkapelle.

Das heutige harmonische Miteinander von Jung und Alt im Verein ist engagierten Mitgliedern zu verdanken, die von Beginn an eine maßgebliche Rolle bei der erfolgreichen Weiterentwicklung des Vereins gespielt haben. Stellvertretend hierfür nannte er die beiden „Dienstältesten“, Dirigent Wolfgang Wörner und den langjährigen Vorsitzenden Jürgen Fieger mit jeweils 18 Jahren im Amt. Nur Musik habe diesen einzigartigen Charme, Menschen über alle Altersklassen hinweg zu verbinden, so Wörner.

Kapelle gut aufgestellt

Mit 38 Aktiven, zwei Zöglingen und fünf Kindern in der musikalischen Früherziehung sei die Kapelle im Jubiläumsjahr gut aufgestellt und für die Herausforderungen der Zukunft gut gerüstet. Zum Abschluss seiner Ausführungen stellte Wörner die von Daniela Heffner, Anna Michel und Alexander Wörner gemeinsam erarbeite Festschrift mit dem Titel „Die Musikkapelle – das sind wir“ vor.

Neuer Dirigent

Nach weiteren Musikstücken und Ehrungen (siehe unten stehende Berichte stellte der Stabübergabe des langjährigen Dirigenten Wolfgang Wörner an den Vizedirigenten Simon Blau den emotionalen Höhepunkt des Abends dar. Blau wird künftig die musikalische Leitung innehaben.

Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für die verdienstvolle, zeitintensive und herausragende Tätigkeit als Dirigent, Jugendausbilder, Vorsitzender, Kassier, Beisitzer erhielt Wolfgang Wörner vom Präsident des Blasmusikverbandes Tauber-Odenwald-Bauland, Herbert Münkel, eine außergewöhnliche Auszeichnung – die goldene Verdienstmedaille des internationalen Musikbunds (CISM). Die Gäste würdigten die Leistung von Wolfgang Wörner mit langanhaltendem Applaus im Stehen.

Die Grußwortredner Bürgermeister Adalbert Hauck, Ortsvorsteher Helmut Hartmann, Pfarrer Andreas Rapp und Herbert Frisch, Sprecher der Vereine, übermittelten allesamt ihre Wertschätzung, ihren Dank und ihre Glückwünsche.

Auf das rockige Medley „Bon Jovi Rock Mix“ folgten Worte des Dankes an die Gäste für deren Verbundenheit zu den beiden Vereinen. Mit den Klängen des Badnerlieds „Hoch Badnerland“ endete der offizielle Teil des Festaktes. Ein Stehempfang schloss sich an. Daniela Heffner/Alexander Wörner