Hohenlohe-Franken

Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch tauscht sich mit Landwirten über tagespolitische Themen aus

Artgerechte Schweinehaltung darf nicht benachteiligt werden

Archivartikel

Wolpertshausen.Tierschutzgerechte Ferkelkastration, Probleme bei Genehmigungen von Stallneubauten mit Auslauf, Bauernrente, Bio-Musterregion: An wichtigen Themen mangelte es nicht beim Besuch von Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum in Wolpertshausen (Kreis Schwäbisch Hall).

BESH-Gründer und Vorstand Rudolf Bühler hatte Hohenloher Bauern eingeladen, ihre Sorgen und Nöte direkt vorzutragen – und diese nutzten engagiert die Stunde.

Werden Deutschlands Schweinehalter ihre Ferkel auch nach dem 1. Januar 2019 noch kastrieren dürfen und wenn ja, wie? „Auf unseren Betrieben herrscht Verunsicherung“, berichtete Martin Hanselmann, Landwirt und Vorstandsmitglied bei der BESH. Rudolf Bühler positionierte sich eindeutig für die tierschutzgerechte Kastration unter lokaler Verabreichung eines Schmerzmittels. „Unsere Landwirte werden seit Jahren geschult und erhalten sodann einen Sachkundenachweis. Ebermast lehnen wir ab, ebenso die medikamentöse Kastration.“ René König, Bio-Landwirt aus Boxberg, ergänzte: „Eine medikamentöse Behandlung von Ebern ist Verbrauchern nicht zu vermitteln.“

Die Staatssekretärin war vorbereitet: „Baden-Württemberg wird sich voraussichtlich der Initiative der Bayern anschließen, die Umsetzung der Verordnung um drei Jahre zu verschieben.“ In dieser Frage bräuchte man noch etwas Luft, sagte sie.

Der Neubau von Ställen mit Auslauf – so genannte Pig Ports – stellt die Hohenloher Bauern ebenfalls vor Probleme. „Diese Ställe mit Auslauf werden in der Genehmigungspraxis benachteiligt“, kritisierte Bühler. Die Staatssekretärin betonte: „Wir wollen, dass Schweineställe tiergerecht gebaut werden.“ Sie versprach, sich der angesprochenen Fälle anzunehmen. besh