Hohenlohe-Franken

Generalversammlung Molkereingenossenschaft Hohenlohe-Franken zieht Bilanz / Milchqualität erneut „sehr gut“

Auch die neuen Produkte kommen an

Die Generalversammlung der Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken ist von einer erfreulichen Bilanz bestimmt. Vor allem Joghurt, Frischmilch und Sahne haben weiter zugelegt.

Schrozberg. „Eines der besten Geschäftsjahre in der Geschichte der Molkerei Schrozberg, und das unter schweren Bedingungen“, so fasste Jürgen Maurer, Chef des Bauernverbands Schwäbisch Hall-HohenloheRems, bei der Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken am Mittwoch deren Geschäftsbericht zusammen. Was ihn offenbar besonders beeindruckt hat, waren die Ausführungen des Geschäftsführers Friedemann Vogt zu neuen Produkten, die auf dem Markt unerwartet stark nachgefragt werden: „Die verstehen nicht alles, vermarkten aber alles.“ Vogt hatte eingeräumt, zum Beispiel den Keks-Eis-Trend persönlich nicht nachvollziehen zu können. Auch Fruchtkefir und Ayran sind Neuerungen, auf die viele Kunden offenbar nur gewartet haben.

Erfreuliches Milchgeld

Für die Genossenschaftsmitglieder war der eigentliche Geschäftsbericht wichtig und hier vor allem das überdurchschnittliche Milchgeld für konventionelle und Demeter-Bauern gleichermaßen (Infokasten).

Friedemann Vogt erinnerte daran, dass 2018 Hitze und extreme Trockenheit dem Milchvieh und seinen Haltern zu schaffen gemacht haben. Die Auswirkungen hielten sich in Grenzen, abgesehen von Phasen, in denen der Hitzestress den Tieren so zugesetzt hatte, dass die Milchleistungen kurzfristig zurückgingen.

Die Milchpreise gaben nach, erholten sich dann aber moderat. Über hohe Preise für Butter und Rahm blieb das Fett die stärkste Stütze der Milchverwertung.

Nach dem Ende der Intervention – mit der der Bund lagerfähige Erzeugnisse ankauft, lagert und wieder verkauft, sobald es Bedarf gibt – war der Preis für Magermilchpulver aber niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Wie vor ihm der Vorstandsvorsitzende Reinhold Schön sprach Vogt von der Milchwirtschaft in Deutschland und in der Welt im Allgemeinen – auch Brexit-Überlegungen hatten da ihren Platz – und von der Schrozberger Entwicklung im Besonderen. Der Umsatz ist um 11,1 Prozent gestiegen. Erneut ist auch die zu verarbeitende Rohmilchmenge angestiegen, und zwar mit einem Plus von neun Millionen Kilo oder 15,2 Prozent stärker als je zuvor.

Das Doppelte möglich

Im konventionellen Bereich wurde kräftig an einer neuen Marke für die Molkerei gearbeitet und unter anderem das „echt Franken“-Design verändert. Auch im Demeter-Bereich wurde die bestehende Marke „Schrozberg Milchbauern“ ausgebaut. Obwohl mehr Demeter-Milch verarbeitet wurde, hat der Milchrohstoff Geschäftsführer Vogt zufolge bei weitem nicht ausgereicht, alle Bestellanfragen befriedigen zu können: „Wir hätten das Doppelte brauchen können.“

Das Ganze hat natürlich Konsequenzen: Der Maschinen-, Lager- und Fuhrparkbereich muss Schritt halten mit den zu verarbeitenden Mengen. Vogt zitierte einen Monteur, der sich von den immer höher und schlanker werdenden Tanks an Orgelpfeifen erinnert fühlte: „Wir sind voll bis unters Dach, buchstäblich.“ Vogt bereitete die Mitglieder auf eine 2020 anstehende Erweiterung vor; auch in eine Flaschenwaschmaschine und Flaschenbefüllung muss investiert werden.

Entlastung und Wahlen

Martin Dörr gab den Bericht des Aufsichtsrats ab: Verbandsprüfer Harald Hörner bescheinigte der Molkerei mit ihren 75 Mitarbeitern einwandfreie Arbeit. Walter Lober aus Sigisweiler und Siegfried Meyer aus Opfenried wurden einstimmig erneut in den Vorstand gewählt. In den Aufsichtsrat wiedergewählt wurden Daniel Balmberger, Hannes Gundel, Boris Laukenmann, Karin Sa cken reuter und Simone Schmidt.

Für Demeter „systemrelevant“

Demeter-Vorstand Johannes Kamps-Bender sprach seinen Respekt aus für das Geleistete und meinte, Schrozberg sei für Demeter „mehr als systemrelevant“; er nannte die Milchbauern Botschafter einer wertgeschätzten Landwirtschaft. In einer Zeit sich verändernder Märkte müsse das Profil geschärft werden, das gelinge auch Dank der Schrozberger, die von ihren Produkten erzählen könnten, von der „Liebe für ihre Arbeit“.

Die Genossenschaft hatte Ende 2018 274 Mitglieder, da von 203 aktive Milchlieferanten. 105 Milcherzeuger lieferten konventionelle und 98 Demeter-Milch. Das Milcheinzugsgebiet hat sich um das Gebiet „Buch am Wald“ vergrößert.

Insgesamt wurden 2018 rund 66,4 Millionen Kilo Milch angeliefert, 16,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Qualität der angelieferten Milch war mit 99,4 Prozent in der Güteklasse I erneut „sehr gut“. 41 Millionen Kilo lieferten die konventionellen Milcherzeuger, die Demeter-Lieferanten 2,2 Millionen Kilo und damit die Grundlage für das weltweit größte Sortiment an Demeter-Milchprodukten. Für konventionelle gelieferte Milch wurde 41,86 Cent pro Kilo gezahlt, für Demeter-Milch 55,74 Cent.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 11,1 Prozent auf 53,9 Millionen Euro. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Bilanzgewinn von 105 947 Euro aus, die nach dem Beschluss der Versammlung in die Rücklagen fließen. bit