Hohenlohe-Franken

Haller Anlagencafé Sechstes Festival mit „Erwin & Edwin“, „The Postcards“ und „Gleewood“ am 24. August

Bandbreite zeitgenössischer Popmusik

Archivartikel

Schwäbisch Hall.Drei Live-Bands am Freitag vor dem Haller Sommernachtsfest, ein Freiluft-Tanzcafé am Sommernachtsfest selbst: Mit diesem Programm wartet das Schwäbisch Haller Anlagencafé am letzten August-Wochenende auf. Bei der sechsten Auflage des Open Airs am Freitag, 24. August, sind „Erwin & Edwin“, „The Postcards“ und „Gleewood“ zu Gast. Das Programm am Folgetag, das Freiluft-Tanzcafé, gestaltet das AK-DJ-Team. Der Vorverkauf hat begonnen.

„Das Festival im Haller Anlagencafé zeigt erneut eine erstaunliche Bandbreite zeitgenössischer Popmusik“, heißt es einer Pressemitteilung. In Zeiten von geschlossenen Grenzen und Fremdenfeindlichkeit setze man bewusst auf ein internationales Programm und Künstler aus der ganzen Welt, schreiben die Veranstalter. Die Musiker kommen aus Wien („Erwin & Edwin“), aus Beirut/Libanon („The Postcards“) und aus New Mexico/USA („Gleewood“).

Breakbeat und Bläser, Brass und Bass: Dafür stehen „Erwin & Edwin“ aus Wien. Kritiker verorten das Quartett aus der österreichischen Hauptstadt irgendwo zwischen Seed und La Brass Banda. Und das passt, denn im Track „Wien“, aufgenommen mit dem Berliner Rapper Alix, kann man getrost das Gegenstück zum Seed-Überhit „Dickes B.“ erkennen - und für La Brass Banda haben „Erwin & Edwin“ einige unwiderstehliche Remixe angefertigt, die noch die müdeste Party zum Toben bringen. Sie selbst nennen ihre absolut tanzbare Mixtur „Electronic Brass“. Live treten „Erwin & Edwin“ mit Schlagzeug, Turntables, Gitarre, Trompete und Posaune an. In Österreich sind „Erwin & Edwin“ bereits ein Thema für die Charts, laufen im Radio auf Heavy Rotation und spielen auf den ganz großen Bühnen - erst vor kurzem beispielsweise in Wien mit Calexico. Beim Festival in Schwäbisch Hall werden „Erwin & Edwin“ als Headliner auftreten.

Vier Musiker aus Beirut

Vor den Österreichern stehen „The Postcards“ aus dem Libanon auf der Bühne. Die vier Musiker aus Beirut sind keine Unbekannten. Im April 2017 haben sie das Publikum bereits einmal verzaubert und betört. Umso mehr freut es das Anlagencafé-Team, dass Julia Sabra (Ukulele, Mandoline, Gitarre, Gesang), Marwan Tohme (Gitarre, Gesang), Pascal Semerdjian (Schlagzeug, Harmonika, Gesang) und Rany Bechara (Bass, Keyboards, Gesang) den Weg zurück an den Kocher finden. Im Mittleren und Nahen Osten kennt „The Postcards“ fast jeder, der sich für Popmusik aus dem Independent-Bereich interessiert. „The Postcards“ haben sich im Jahr 2012 gegründet und sich in der Musikszene ihrer Heimatstadt schnell einen Namen gemacht. Die erste EP namens „Lakehouse“ erschien im September 2013. Die Musik, auch auf dem Nachfolger „What lies so still“ von 2015, wurzelt tief im Folk-Rock und Americana und wird dominiert vom zauberhaften Harmonie-Gesang der vier Bandmitglieder. Mumford and Sons, Angus & Julia Stone, The Fleet Foxes oder Mister and Mississippi können als Referenzen gelten.

Das Festival eröffnen werden „Gleewood“ aus den USA. Der Musik der Band um das Ehepaar Jhett und Callie Schiavone hört man seine Herkunft an – alles klingt hier nach Wüste. „Gleewood“ pendeln mit vollem Karacho zwischen Folk und Americana, zwischen Desert-Rock und Blues hin und her. Callies Stimme direkt aus den Wolken, Jhetts Bass direkt aus der Gruft: Unwiderstehlicher hat wohl seit Lee Hazlewood und Nancy Sinatra kein Duo mehr gesungen. Kein Wunder, dass auch deren „Summer Wine“ auf der Setlist von „Gleewood“ steht. Wer daneben noch die „White Stripes“ und die „Black Keys“ mag, der könnte in „Gleewood“ eine neue Lieblings-Band gefunden haben.

Am zweiten Abend des Festwochenendes – Samstag, 25. August – wagt sich das Tanzcafé wieder nach draußen; bei feinen Grooves und pulsierenden Rhythmen des AK-DJ-Teams diesmal ab 19 Uhr