Hohenlohe-Franken

Reichsstadtmuseum Rothenburg Sonderausstellung der Sammlung Klaus Berge ab 14. Oktober / „Die Tauber“ in extrem seltenen Kupferstichen und Lithografien

Bedeutender Zuwachs durch Schenkung

Archivartikel

„Die Tauber – Ansichten einer idyllischen Flusslandschaft“ lautet der Titel einer Sonderausstellung der Sammlung Klaus Berge im Reichsstadtmuseum Rothenburg ob der Tauber (14. Oktober bis 30. Dezember).

Rothenburg. Das Reichsstadtmuseum ist um eine Attraktion reicher: fast 300 romantische Ölbilder und Aquarelle, Zeichnungen, präzise Kupferstiche und Radierungen mit Motiven aus dem Taubertal. Eine Schenkung hat diesen bedeutenden Zuwachs der städtischen Sammlungen ermöglicht.

Klaus Berge, ehemaliger Geschäftsmann aus Frankfurt am Main, genießt schon seit langem die Idylle der Tauberregion, hat deshalb sogar eine Ferienwohnung in Bieberehren angemietet und sammelte seit Jahrzehnten historische Ansichten von Wettringen bis Wertheim. Der Wunsch, seine bedeutende Kollektion möge auch in Zukunft unzerteilt weiter sichtbar bleiben, bewog ihn letztlich zur Übergabe an das Rothenburger Museum.

Meilensteine und Unikate

In der nun geplanten Sonderausstellungen werden die Meilensteine dieser Sammeltätigkeit zu sehen sein: sehr schön altkolorierte Lithographien von Gustav Kraus (1804-1852), aber auch viele Unikate wie z.B. eine Stadtansicht von August Merz vom 25. Mai 1848, die er mit „August Merz, stud. theol.“ bezeichnet hat; eine aquarellierte Miniatur des Nürnberger Kunstgewerbschulenleiters August Reindel und ein anonymes Aquarell von ca. 1830, das die Silhouette der Stadt von der Wackelbrücke aus zeigt. Extrem selten ist ein auf Pergament verfasstes Willkommenslied für Ludwig I. und seine Mutter Therese sein, das ihm am 27. August 1829 vom „Chor der Jungfrauen“ dargebracht wurde und das eine Rothenburger Vedute in der Art von Gustav Kraus zeigt. Die einzige Ansicht von Bettenfeld aus dem 19. Jahrhundert von Johann Eberhart (1813-1902) findet sich ebenso in der Kollektion wie Lithographien von Paul Hey, der seine Rothenburger Ansichten kurioserweise häufig seitenverkehrt anlegte und ein Aquarell von Edward Harrison-Compton mit der Jakobskirche aus nordöstlicher Ansicht.

Nun handelt es sich bei der Sammlung Berge keineswegs um eine reine Rothenburg-Sammlung. Der größere Teil umfasst Orte des Taubertals und ihren Umgriff in einer Komplexität, Qualität und Vollständigkeit, wie sie bisher noch nicht zusammengetragen wurde. Erwähnt seien Werke von G.J. Gisser (Markelsheim, Tauberbischofsheim), die Zeichnungen und Pastelle von Fritz Wucherer (1873-1948) (haupts. Wertheim) und einige extrem seltene Kupferstiche und Lithographien von Wertheim (von Caspar Merian, Fr. Mayer, Chr. Faber).

Immer wieder hatte der Sammler dem Reichsstadtmuseum in der Vergangenheit wertvolle Objekte geschenkt. Dabei sticht das große Panorama von Josef Ruep von 1936 besonders heraus, welches inzwischen zu einer unverzichtbaren visuellen Quelle für die Bebauung außerhalb der Stadtmauer geworden ist. Zusammen mit der Postkartensammlung, die Klaus Berge bereits vor einigen Jahren dem Reichsstadtmuseum geschenkt hat, kann die Stadt Rothenburg nun zu Recht den Anspruch erheben, die profundeste Sammlung zum Thema Taubertal in seinen Mauern zu beherbergen.

Sonderausstellung „Die Tauber. Ansichten einer idyllischen Flusslandschaft aus der Sammlung Klaus Berge“, geöffnet täglich von 9.30 bis 17 Uhr im Oktober, sonst 13 bis 16 Uhr; während der Zeit des Weihnachtsmarkts 10 bis 16 Uhr. pm