Hohenlohe-Franken

Leserbrief Zum Haushaltsplan der Stadt Röttingen beziehungsweise zum Etat der Festspiele

Bürger mit größter Intransparenz bedient

April, April, macht was er will !

Nicht nur der April macht was er will; auch der Bürgermeister hielt sich wieder konsequent an diesen Slogan und ließ mit einer Verspätung von Vierteljahr, sinnigerweise ausgerechnet am 1. April über den Etat der Festspielstadt abstimmen. Dabei ist diese verspätete Beschlussfassung fast schon wieder ein Fortschritt. Ließen sich doch die Stadthonoratioren im vergangenen Jahr – mit einer filmreifen Begründung – „weil wir die Hälfte der Ausgaben schon wissen“, noch bis Mitte Juni Zeit.

Trotz unentschuldbarer Verspätung fand so gut wie keine Aussprache zu den einzelnen Haushaltspositionen statt. Die sollte bereits im Vorfeld geführt worden sein, womit es die Dramaturgen wieder einmal geschafft haben, den Bürger mit größtmöglicher Intransparenz zu bedienen und den Einzelhaushalt der Frankenfestspiele in die Black Box zu zaubern.

Das wieder zu erwartende Defizit der Frankenfestspiele wurde mit keiner einzigen Silbe erwähnt und hat weder Kämmerer, Bürgermeister noch Stadtrat interessiert. Dass seit der letzten Vorstellung am 19. August noch immer keine Rechnungslegung auf die Beine gestellt worden ist, überraschte dann doch die Zuhörer im Publikum. Offenkundig befindet sich die Festivalbuchhaltung nach wie vor im Dauerstress und wird noch immer im Taubertal rauf und runter gerechnet, bis „die genauen Zahlen“ mit den Erwartungen der Veranstalter kompatibel sind.

Gelang es den Stadtvätern/Müttern in der Vergangenheit über Themen von unter 100 Euro mit Leidenschaft eine öffentliche Grundsatzdebatte vom Zaun zu brechen, versagt den Mandatsträgern bei einem zu erwartenden Festspielminus im 100-Tausendeuroformat jetzt die Stimme.