Hohenlohe-Franken

Gartentage in Langenburg Ab dem heutigen Freitag werden wieder Tausende Besucher erwartet / „Geschwister-Scholl-Rosen“ als symbolträchtiges Angebot

Das schöne „Draußen daheim“ will gelernt sein

Archivartikel

Zum 15. Mal werden Tausende Gäste zu den Langenburger Gartentagen erwartet. 180 Aussteller bringen Pflanzen, Kunst, Mobiliar und Genüsse zum Thema Garten mit.

Langenburg. Rund 180 Aussteller decken bei den Gartentagen praktisch das gesamte Themenspektrum ab, und vor allem wird ganz viel Grün gezeigt, ganz viele Blüten, in Klassikern und Neuzüchtungen, wohltuend wie’s nur geht für müde, trockenheitsgeschädigte Augen.

Martin und Christine Lohde richten mehrere Gartentage aus, keine so spät im Jahr wie die Langenburger. Eigentlich schon fast zu spät für eine Gartenmesse. Aber der Termin in Hohenlohe hat sich etabliert und ist längst ein Selbstläufer. Offenbar finden viele Gartenliebhaber, dies sei genau der richtige Zeitpunkt, noch einmal etwas blühen zu lassen und dem November eine lange Nase zu drehen.

Die Astern fangen an zu blühen und können mit Ziergräsern ganz neu zur Geltung gebracht werden. Wer will, trägt außergewöhnliche Chrysanthemen heim oder Glockenheide, die den Winter überdauern wird. Andere kommen wegen immer neuer Spezialzüchtungen und nehmen Rosen, Pfingstrosen, Dahlien oder besondere Tulpensorten mit nach Hause, im Wissen, dass sie die Früchte ihrer Pflanzarbeit erst im nächsten Jahr ernten werden – wenn’s gut geht auch in den fünf, gar zehn Jahren, die folgen.

Die Fürstin erinnert sich

Gleich in ihrem ersten Jahr in Hohenlohe, erinnert sich Fürstin Saskia im Gespräch, haben die Eheleute zu Hohenlohe-Langenburg die Gartentage auf den Weg gebracht – damals in denkbar kurzer Zeit, aber eben in der Angst, jemand könnte ihnen zuvorkommen: Sie hatten bei Stefanie Gräfin Bruges von Pfuel die Gartenmesse auf Schloss Tüßlingen bewundert und die Lohdes als Veranstalter kennengelernt: „So etwas wollten wir auch aufbauen. Daraus ist jedes Jahr etwas Besonderes geworden, an dem auch unsere Familie viel Freude hat.“ Dass Besucher und Aussteller immer wiederkommen, ist für sie eine schöne Bestätigung. Wer nicht wegen der Pflanzen kommt, interessiert sich für Gartenkunst oder Gartenmobiliar, dem heuer besondere Bedeutung zukommt: „Draußen daheim“ ist schließlich das alles umspannende Motto, und „draußen daheim“ will gelernt sein. Die Gartentage waren und sind viel mehr als eine Schaubühne für 180 Aussteller – noch nie waren es so viele. Es gibt eine ausgewogene Kombination aus Vorträgen und Vorführungen, Mitmach angeboten und Präsentationen. Eine Besonderheit hat mit der symbolträchtigen weißen Rose zu tun: Am Sonntag spricht Renate S. Deck um 11 Uhr im Vierjahreszeitensaal über die Verbindung von Hans und Sophie Scholl zu Hohenlohe und zu Lisa Remppis, die viele Jahre in Langenburg lebte. Die weißen Rosen „Hans Scholl“ und „Sophie Scholl“ werden vom Züchter an seinem Stand mit der Nummer 46 angeboten. btri