Hohenlohe-Franken

Abfallwirtschaft Hohenlohekreis Noch bis Juli können sich Schulen am „Stand-by-Projekt“ beteiligen

Den Stromfressern auf der Spur

Hohenlohekreis.Energie sparen ist zwar kinderleicht – doch daran denken die Wenigsten. Heutzutage schwindet immer mehr das Bewusstsein, Energie überhaupt einzusparen zu wollen. Elektrogeräte sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und oftmals stundenlang in „Bereitschaft“.

„Bereitschaftsbetrieb“ oder „Wartebetrieb“ heißt übersetzt „Stand-by“. Das bedeutet die Geräte müssen nicht erst „warmlaufen“ bzw. „hochfahren“, sondern sind sofort einsatzfähig. Demzufolge ist das Gerät nicht komplett vom Stromnetz getrennt, sondern verbraucht immer noch eine geringe Menge Strom. Das ist aber gar nicht nötig. Allein in Deutschland kostet der Stromverbrauch durch diese Leerlaufverluste mehrere Milliarden Euro im Jahr. Zudem könnte durch die Vermeidung der Leerlaufverluste mindestens ein Atomkraftwerk sofort abgeschaltet werden.

Aus diesem Grund läuft im Hohenlohekreis das Stand-by-Projekt an Schulen. Seit 2012 haben 2106 Schüler in 81 Klassen erfolgreich an dem Projekt teilgenommen. Seit letztem Jahr werden die Aktivitäten der Energieagentur des Hohenlohekreises bei der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis gebündelt. Der Landkreis führt das Projekt an Schulen im Auftrag des Umweltministeriums Baden-Württemberg durch. Darin wird nicht nur über die Stand-by-Verbräuche von elektrischen Geräten aufgeklärt, sondern auch die Stromfresser der elektrischen Geräte im Schulhaus und zu Hause entlarvt. Kinder und Jugendliche haben viel Freude daran, den Energieverbrauch verschiedener E-Geräte in ihrem Umfeld zu ermitteln. So kam schon der ein oder andere AH-Effekt zum Vorschein: „Der Wasserkocher benötigt ja 2300 Watt!“ „Das ist so viel wie 23x 100-Watt-Glühbirnen.“ Nach der ersten Doppelstunde zur Einführung in das Thema dürfen die Schülerinnen und Schüler die Strommessgeräte mit nach Hause nehmen.

„Stromsparen - auch zu Hause - ist einer der wichtigsten Schritte, die jeder selbst tun kann, um beim Klimaschutz aktiv mitzumachen“, unterstreicht Gerhard Fischer, der seit Jahren im Auftrag des Hohenlohekreises das Stand-by Projekt durchführt. Unterhaltungselektronik wie Stereoanlage, DVD-Player oder PC würden gerade von Jugendlichen täglich genutzt, aber bestimmt nicht immer wirklich ausgeschaltet. In der zweiten Doppelstunde werden die Ergebnisse zusammengetragen und die Stromverbräuche der Klasse berechnet, sowie Sicherheitshinweise und Stromspartipps den Schülern mit auf den Weg gegeben.

Jeder Haushalt kann die „Geld-und Energievernichtungsmaschine“ Stand-by stoppen und so Geld einsparen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Das Projekt wird in diesem Schuljahr kreisweit noch bis Juli an Schulen durchgeführt und eignet sich hervorragend für die Projekttage. Es sind noch Kapazitäten frei.