Hohenlohe-Franken

Kommunen Schrozberger Stadtverwaltung will verlässliche Daten über neuralgische Hochwasser-Punkte im gesamten Stadtgebiet sammeln

Der Schutz vor den Fluten wird teuer

Archivartikel

In Zell bei Schrozberg häufen sich in den letzten Jahren Hochwasser-Fälle. Einschlägige Bauwerke zur Gefahrenabwehr sind aber äußerst kostspielig.

Schrozberg. Unsere hohenlohischen Altvorderen wussten genau, warum sie ihre Dörfer möglichst in Senken bauten: In dieser topografischen Lage waren Mensch und Vieh in den Häusern und Ställen weitaus besser vor Wind und Wetter geschützt als auf der Ebene. Auch das Dorf Zell bei Schrozberg duckt sich seit Jahrhunderten in die Landschaft – was in den letzten Jahren aber zunehmend zu einem Problem wird.

Eine Katastrophe wie am 29. Mai 2016 in Braunsbach, als sich nach massiven Regenfällen eine Lawine aus Schlamm und Geröll mit brachialer Naturgewalt durch die Gemeinde im Kochertal wälzte, haben die Einwohner von Zell, Gott sei Dank, noch nicht erlebt. In dem Teilort von Schrozberg „kommt das Hochwasser in den letzten Jahren aber häufiger, massiver und schneller“, wie ein Landwirt beobachtet hat.

Wasser läuft in einen „Trichter“

Die Lage des Dorfes gibt die Richtung vor, in der die Wassermassen ablaufen: Zell ist ringsum fast überall von ansteigenden Fluren umgeben. Mit unschöner Regelmäßigkeit heißt es seit einigen Jahren „Land unter“ in Zell. Schon mehrfach musste die Feuerwehr anrücken, das Wasser aus den Kellern pumpen und die Straßen vom Schlamm befreien.

Die Hochwasser-Gefahr in dem Weiler war kürzlich auch Thema im Schrozberger Gemeinderat. Selbst hart gesottenen Kommunalpolitkern blieb erst mal die Spucke weg, als sie eine grobe Kostenschätzung für einen Hochwasserschutz in Zell hörten: Rund 2,5 Millionen Euro könnten einschlägige Bauwerke kosten – mindestens. Große Erdbewegungen wären für eine Abwehr der Fluten erforderlich

„In Zell müssten wir aufgrund der Lage eigentlich drei Regenüberlaufbecken bauen“, sagt Thomas Pöschik, der auf dem Schrozberger Rathaus das Bauamt leitet und als Feuerwehrwehrmann auch schon in dem Teilort im Einsatz war. Die Kanalisation aus dem Jahr 1962, mit ihren damals üblichen Rohr-Querschnitten, kann Wasser in dieser Menge schon längst nicht mehr ohne Rückstau ableiten.

Stadt will Messdaten sammeln

Die Schrozberger Stadtverwaltung will jetzt erst einmal verlässliche Daten über neuralgische Hochwasser-Punkte im gesamten Stadtgebiet sammeln – und zwar über eine Starkregenkartierung, die von einem Fachbüro mit Messdaten über ein Jahr hinweg erstellt werden soll.