Hohenlohe-Franken

Auber Kirchweih Bilderausstellung mit Werken von Georg Merkel im Fränkischen Spitalmuseum / Bis Ende Oktober geöffnet

Ein breites Spektrum an Techniken verwendet

Archivartikel

Aub.Den Werken eines etwas in Vergessenheit geratenen Malers gilt die Gemäldeausstellung zur Auber Kirchweih (17. bis 19. August).

Manche der Gäste der Eröffnungsfeier hatten ihn noch persönlich gekannt, den Maler Georg Merkel, der in Aub geboren wurde und sein Leben zum Großteil hier verbracht hat. Bürgermeister Robert Melber eröffnete die Ausstellung zusammen mit Margrit Hessenauer und Dr. Franz Merkel, den beiden Kindern des 1985 verstorbenen Malers, der in diesem Jahr zudem seinen 115. Geburtstag feiern würde.

Vor zahlreichen Gästen schilderten Hessenauer und Merkel den Lebensweg und das Schaffen ihres Vaters. Georg Merkel, geboren und aufgewachsen in Aub, erlernte bereits mit 13 Jahren den Beruf des Malers. Zunächst in Würzburg tätig, nutzte er die für Handwerker gar nicht so goldenen Jahre zwischen den Weltkriegen, um seine Meisterprüfung zu machen, die er 1929 in München abschloss. Er sei immer froh gewesen, in der schweren Zeit überhaupt Arbeit gefunden zu haben. Besonders in Kirchen gab es immer noch zu tun. Doch besonders in den Wintermonaten mit weniger Arbeit nutzte er die freie Zeit, um in München an der Akademie der Bildenden Künste zu studieren. Auch in den ersten Kriegsjahren konnte er weiter arbeiten. Besonders die Einflüsse der Professoren Josef Hillerbrand und Walther Teutsch legten den Grundstein für seine Werke, ehe auch ihn das Kriegsgeschehen einholte. Zunächst noch als Kulissenmaler für die Fronttheater aktiv, hinderte nur der für Deutschland ungünstige Kriegsverlauf seinen Einsatz in Russland.

Nach Kriegseinsatz und amerikanischer Gefangenschaft machte sich Merkel schließlich selbstständig. In der Zeit des Wiederaufbaus mit all ihren Neuerungen bestand ein breiter Bedarf an der Ausgestaltung von Sakralräumen. So gehören beispielsweise die Deckenbemalung in der Kirche St. Anton in Ingolstadt in Oberbayern sowie Ausstattungen der Auber Stadtpfarrkirche zu den Zeugnissen der damaligen Zeit.

Weiter gehören sakrale Objekte wie versilberte und vergoldete Kreuzwegstationen in Pastosetechnik (bei denen aus Gips Konturen herausgeschabt, aufgetragen, eingefärbt und mit Gold- oder Silberfolien belegt werden), beispielsweise in Hemmersheim, in St. Thekla in Ochsenfurt oder in der Kirche in Oellingen zu seinen Werken.

An der Würzburger Kunstschule bildete er bis zu seinem Ruhestand Meister aus in Malerei und Gestaltung. Viele seiner heute gezeigten Werke entstammen der Zeit nach seiner Pensionierung in den 1970er Jahren.

In der aktuellen Ausstellung in Aub sind Bilder aus dem Fundus der Familie zu sehen, die einen groben Querschnitt durch das Schaffen des Malers bieten.

Bilder der verschiedensten Techniken wie Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen oder in der genannten Pastose-Bilder schildern eindrücklich, mit welch verschiedenen Mitteln der Maler seine Szenen darstellte.

Daneben befasste er sich aber auch mit Scherenschnitten, Linoleums- und Holzschnitten. Die ausgestellten Bilder zeigen Blumen, Landschaften, aber auch religiöse Motive sowie eine von ihm bemalte Truhe. Einige der Werke waren noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen. Der Auber Bürgermeister Robert Melber kann sich noch gut persönlich an den Maler erinnern. Zu dessen Lebzeiten habe man sich in Aub oft gefragt: „Was macht der Merkel eigentlich?“ Umso mehr freue er sich darüber, heute der Öffentlichkeit einen Ausschnitt aus seinem Schaffen zeigen zu können. Die Ausstellung im Fränkischen Spitalmuseum in Aub ist über die Kirchweihtage bis zur Winterpause des Museums Ende Oktober zu sehen. Geöffnet ist das Museum nicht nur über die Kirchweihtage vom 17. bis 19 August, sondern auch darüber hinaus freitags, samstags und sonntags jeweils von 13 Uhr bis 17 Uhr. ag